Spiesen-Elversberg: Gemeinderäte kritisieren Bürgermeister und wollen Ausbau der SVE-Arena

Spiesen-Elversberg Gemeinderäte kritisieren Bürgermeister und wollen Ausbau der SVE-Arena

Spiesen-Elversberg · CDU, SPD und FDP im Gemeinderat Spiesen-Elversberg befürworten den Ausbau der Ursapharm-Arena. Zugleich kritisieren sie das Vorgehen des Bürgermeisters.

03.09.2026 , 08:22 Uhr

 Die Nordtribüne des Stadions befindet sich noch in der Genehmigung.

Die Nordtribüne des Stadions befindet sich noch in der Genehmigung.

Foto: picture alliance / Fußball-News Saarland/Fabian Kleer

Die Fraktionen von CDU und SPD sowie der FDP im Gemeinderat Spiesen-Elversberg stellen sich hinter den weiteren Ausbau der Ursapharm-Arena und die Entwicklung der SV Elversberg. Zugleich kritisieren sie, dass eine von der Gemeinde beauftragte Kanzlei der Unteren Bauaufsicht die Ablehnung des Bauantrags für den weiteren Ausbau der Nordtribüne empfohlen hatte – und sie nicht von Bürgermeister Bernd Huf (parteilos) informiert worden seien. Huf erklärt der SZ: „Da ist ein bauordnungsrechtliches Verfahren: Das fällt nicht in den Zuständigkeitsbereich des Gemeinderates.“

Die Saarbrücker Zeitung hatte am Dienstag über die Empfehlung einer Ablehnung exklusiv berichtet; erst dadurch hätten die drei Fraktionen von dem Vorgang erfahren, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung. Der Gemeinderat, der aus sechs Fraktionen besteht, habe der anwaltlichen Prüfung grundsätzlich zugestimmt. Damit sei aus Sicht der Fraktionen jedoch keine Zustimmung zu einer konkreten Stellungnahme oder gar zu einer Empfehlung einer Ablehnung verbunden gewesen. Über den konkreten Inhalt seien CDU, SPD und FDP nicht informiert und an der Abstimmung nicht beteiligt worden. Die drei Fraktionen haben die Mehrheit im Rat.

Fraktionen fühlen sich übergangen

Bei einem Projekt von dieser Bedeutung erwarten sie eine „frühzeitige, transparente und verlässliche Einbindung des Gemeinderates“. Dass die kommunalpolitischen Gremien erst durch die Berichterstattung von einer derart weitreichenden Position erfahren hätten, sei „nicht akzeptabel“.

Die notwendigen Prüfungen stellen die Fraktionen ausdrücklich nicht infrage. Brandschutz, Rettungswege, Sicherheit, Verkehr und Erschließung müssten rechtssicher gewährleistet sein. Die rechtliche und fachliche Bewertung des Bauantrags liege jedoch bei der zuständigen Unteren Bauaufsichtsbehörde.

Prüfungen bleiben unbestritten

Der Gemeinderat habe die politischen Voraussetzungen für den Ausbau bereits geschaffen. Am 26. Juni 2025 beschloss er den Bebauungsplan „Umbau und Erweiterung der Ursapharm-Arena an der Kaiserlinde“ einstimmig. Nach den Planungen soll das Stadion künftig 15.500 Zuschauer fassen; aktuell weist die SVE noch 10.000 Plätze aus.

Das Genehmigungsverfahren ist gerade am Laufen. Der Landkreis Neunkirchen hat über den weiteren Bauantrag noch nicht entschieden und Unterlagen nachgefordert. Die drei Fraktionen begrüßen, dass die SVE diese ergänzen will und bei Vorliegen aller Voraussetzungen eine zeitnahe Genehmigung ermöglicht werden soll, wie Landrat Sören Meng (SPD) erklärte (wir berichteten).

Gemeinderat ebnete den Weg

„Jetzt braucht es Zusammenarbeit statt Schuldzuweisungen“, heißt es in der Erklärung. Gemeinde, Landkreis, Verein, Stadiongesellschaft und die zuständigen Behörden müssten die offenen Fragen zügig und konstruktiv klären. Die SVE sei ein wichtiger sportlicher, gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Impulsgeber für die Gemeinde und die Region.