ADAC-Winterreifentest 2026 Nur zwei Reifen sind „gut“ – keine Empfehlung für neun Modelle
Service | München · Das Ergebnis des Winterreifen-Tests 2026 enttäuscht. Mehr als die Hälfte wird nicht empfohlen. Immerhin schneiden zwei Pneus mit der Note „gut“ ab.
07.10.2026 , 13:49 Uhr
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„Schockierend“: Neun von 16 Winterreifen sind laut ADAC nicht empfehlenswert
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Foto: ©ADAC/Marc Wittkowski/ADAC
Der ADAC hat in seinem neuen Test 2026 16 Winterreifen für Klein- und Kompaktwagen überprüft und analysiert. „Winterreifen sollen gut auf Schnee, Eis, Nässe und auf trockener Straße haften“, teilt der Autoclub aktuell mit. Das gelte auch für die getestete Kleinwagen-Größe 185/65 R15. Das enttäuschende Kurz-Fazit des neuen Tests: „Nur auf wenige Reifenmodelle können sich Autofahrerinnen und Autofahrer in allen Situationen verlassen.“
Gleich neun Winterreifen aus dem Testfeld können vom ADAC nicht empfohlen werden. Ein Experte des Autoclubs sprach in diesem Zusammenhang von einem „schockierenden Ergebnis“. Zwei Pneus holen sich aber die Gesamtnote „gut“.
ADAC testet 2026 16 Winterreifen – die Ergebnisse im Kurz-Überblick
- Der ADAC hat aktuell 16 Winterreifen für Klein- und Kompaktwagen getestet
- Von den 16 geprüften Reifen erreichen nur zwei Modelle die Gesamtnote „gut“
- Testsieger wurde der Continental Winter-Contact TS 870 (Gesamtnote 2,2)
- Neun Reifen werden von dem Autoclub nicht empfohlen
- Fünf Reifen haben mit „befriedigend“ abgeschnitten und können mit Einschränkungen empfohlen werden
- Große Kilometerfresser sind keine unter den getesteten Reifen
Wie der Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk mitteilt, mussten zuletzt sowohl Pkw-Winterreifen (minus 7,8 Prozent) als auch Pkw-Sommerreifen (minus 4,0 Prozent) rückläufige Absatzmengen hinnehmen. Ganzjahresreifen werden dagegen weiterhin immer beliebter. Das Plus im Stückabsatz fiel im Jahr 2025 allerdings mit 6,1 Prozent im Vergleich zu den zweistelligen Zuwachsraten der Vorjahre deutlich schwächer aus (2024: plus 17,0 Prozent, 2023: plus 11,6 Prozent).
Winterreifen bei Klein- und Kompaktwagen offenbar ohne hohe Prioriät bei Reifenherstellern
„Bei den erfahrenen ADAC-Testern entstand der Eindruck, dass kleineren Dimensionen nicht die höchste Priorität bei der Entwicklung eingeräumt wird“, erklärt der Automobilclub. Beispielsweise würde Bridgestone nicht seinen neuesten Winterreifen in dieser Dimension anbieten, sondern weiterhin den älteren Vorgänger (Testnote 3,8).
Auch bei der Performance gebe es Auffälligkeiten. So zeige gut ein Drittel der Reifen bei milderen Temperaturen Schwächen in Sachen Fahrsicherheit auf trockener Fahrbahn.
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Foto: Ruppenthal
ADAC-Test 2026: nur diese beiden Winterreifen holen Gesamtnote „gut“
Dass es besser gehe, zeige auch ein Blick auf die besten Reifen in diesem Test. „Der Testsieger Continental Winter-Contact TS 870 kann rundum überzeugen und bekommt für die Fahrsicherheit die Note 2,0 und insgesamt, also mit der Umweltbilanz, eine gute 2,2“, hieß es. Er lasse sich auf trockener Fahrbahn präzise fahren, habe selbst auf Nässe hohe Reserven und mache auch auf Schnee eine gute Figur.
Ebenfalls „gut“ schlägt sich laut den Testern der Michelin Alpin 7 mit einer Gesamtnote von 2,5. „Dieser Reifen ist genauso uneingeschränkt empfehlenswert, obwohl er im direkten Vergleich mit dem Conti in allen Disziplinen stets etwas dahinterliegt“, so das Fazit vom ADAC. Auch mit dem Modell des französischen Herstellers bekommt man einen sehr ausgewogenen Reifen für alle Eventualitäten.
Drei Winterreifen im Test 2026 rauschen durch: Note „mangelhaft“
Insgesamt werden von den Fachleuten neun Reifen nicht empfohlen, drei erhalten dabei sogar die Note „mangelhaft“.
- Rockblade Rock 868S – Gesamtnote „mangelhaft“ (Note 5,5)
- Atlas Polarbear HP – Gesamtnote „mangelhaft“ (Note 5,5)
- Sunny Winter-max NW611 – Gesamtnote „mangelhaft“ (Note 4,8)
Auf Schnee und Eis wären zwar auch die Exoten Sunny Winter-max NW611 und der Rockblade Rock 868S (Bestnote 1,5 in dieser Disziplin) zu gebrauchen, doch zusammen würden sie mit dem Atlas Polarbear HP die Schlusslichter bilden. „Gefährlich lange Bremswege auf Nässe offenbaren, wie unausgewogen die Reifen entwickelt worden sind“, warnt der Mobilitätsclub.
Diese Winterreifen haben im neuen ADAC-Test 2026 am besten abgeschnitten
- Continental Winter-Contact TS 870: Gesamtnote 2,2 (Testsieger) – durchschnittlicher Preis laut ADAC 80 Euro
- Michelin Alpin 7: Gesamtnote 2,5 – durchschnittlicher Preis laut ADAC 80 Euro
- Hankook Winter i*cept RS3: Gesamtnote 3,1 – durchschnittlicher Preis laut ADAC 63 Euro
- Linglong Sport Master Winter: Gesamtnote 3,1 – durchschnittlicher Preis laut ADAC 54 Euro
- Optimo Winter Touring OW41: Gesamtnote 3,2 – durchschnittlicher Preis laut ADAC 49 Euro
- Goodyear UltraGrip Performance 3: Gesamtnote 3,3 – durchschnittlicher Preis laut ADAC 75 Euro
- GT Radial WinterPro2 Evo: Gesamtnote 3,5 – durchschnittlicher Preis laut ADAC 74 Euro
Zwischen „gut“ und „nicht empfehlenswert“ gibt es im neuen Test noch fünf Reifen, die mit „befriedigend“ abgeschnitten haben. „Sie können mit Einschränkungen empfohlen werden und stellen eine Alternative für alle dar, die ihr Fahrprofil gut kennen und bewusst mit den jeweiligen Schwächen leben können“, rät der ADAC.
In regenreichen Regionen seien zum Beispiel der Hankook Winter i*cept RS3, der Optimo Winter Touring OW41 und der Goodyear UltraGrip Performance 3 eine gute Wahl. Anders der chinesische Linglong: Der Linglong Sport Master Winter könne mit Trockenheit gut umgehen, was wiederum dem GT Radial WinterPro2 Evo schwerer falle. Der günstigste Reifen, der mit der Note „befriedigend“ abgeschnitten hat, ist der Optimo Winter Touring OW41 (durchschnittlicher Preis laut ADAC 49 Euro).
Insgesamt zeigten die Winterreifen im Test nur mäßige Laufleistungen
Bei der prognostizierten Laufleistung zeigte sich den Angaben zufolge zudem, dass Autofahrer an einigen Winterreifen für Kleinwagen nur kurze Freude haben werden. Die Kleinwagenreifen kommen im Schnitt auf eine prognostizierte Laufleistung von rund 31.000 Kilometern, am unteren Ende der Bewertung landet der Bridgestone mit mageren 22.000 Kilometern.
Am ehesten für Vielfahrer eigne sich noch der Kumho mit einer prognostizierten Laufleistung von 40.000 Kilometern.
Was der ADAC bei der Wahl der neuen Winterreifen rät
„Autofahrer sollten bei der Wahl des Winterreifens ihre eigenen Bedürfnisse und das eigene Fahrprofil berücksichtigen“, betont der Autoclub. Vielfahrern rät der ADAC, dass sie neben einer guten Fahrsicherheitsbewertung auch auf eine hohe prognostizierte Laufleistung und geringen Abrieb achten sollten. Diese Tipps gibt der ADAC:
- Wählen Sie für Sie geeignete Reifen nach Ihrem Fahrprofil aus. Die Noten in den Unterkriterien des neuen ADAC-Tests können dafür eine wertvolle Hilfe sein.
- Verwenden Sie immer vier Reifen desselben Modells und Typs.
- Überprüfen Sie regelmäßig den Reifendruck.
- Erhöhen Sie bei schwerer Ladung den Reifendruck entsprechend den Vorgaben des Fahrzeugherstellers in der Bedienungsanleitung.
- Montieren Sie bei unterschiedlicher Profiltiefe die besseren Reifen auf die Hinterachse, da diese durch ihr Seitenführungspotenzial die Fahrstabilität insbesondere bei Kurvenfahrt bestimmt.
- Winterreifen und Ganzjahresreifen sollten ab einer Profiltiefe von weniger als 4 Millimetern zugunsten der Fahrsicherheit ersetzt werden.
- Verlassen Sie sich beim Kauf nicht auf das EU-Reifenlabel – die Tests zeigen, dass das Label nicht die Gesamtperformance auf Nässe widerspiegeln muss.
- Kaufen Sie keine Reifen, die bei der Auslieferung an Sie älter als drei Jahre sind. Auskunft über das Herstellungsdatum der Reifen gibt Ihnen die DOT-Angabe.
Ein Winterreifen müsse dann getauscht werden, wenn er entweder zu alt (ADAC-Empfehlung: nicht älter als acht Jahre) oder das Profil abgefahren sei.
Alle vollständigen Ergebnisse des neuen ADAC-Winterreifen-Tests 2026, auch zur prognostizierten Laufleistung sowie zum Bremsen auf nasser Fahrbahn, finden Sie auf der Website des ADAC.