Historisches Umfrage-Beben: AfD baut Rekordvorsprung aus – Schwarz-Rot jetzt ohne eigene Mehrheit

AfD baut Rekordvorsprung vor der Union aus – Schwarz-Rot in neuer Umfrage ohne Mehrheit

Stand: 03.10.2026, 12:37 Uhr

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Bundeskanzler Friedrich Merz und seine Union fallen in einer Umfrage weiter hinter die AfD zurück.

Bundeskanzler Friedrich Merz und seine Union fallen in einer Umfrage weiter hinter die AfD zurück. © dpa

Ein neuer Sonntagstrend erschüttert das politische Berlin: Die AfD enteilt der Union im Bund auf einen Rekordabstand von zwölf Prozentpunkten.

Die politische Landschaft in Deutschland gerät immer stärker in Bewegung: Im aktuellen Sonntagstrend des Meinungsforschungsinstituts INSA im Auftrag der Bild-Zeitung vergrößert sich der Abstand zwischen der AfD und der Union auf einen historischen Höchstwert. Während die Rechtspopulisten auf Bundesebene mit 30 Prozent klar an der Spitze rangieren, verharrt die Union aus CDU und CSU bei 18,0 Prozent. Ein Abstand von ganzen zwölf Prozentpunkten – so weit lagen beide Parteien in den Erhebungen der Demoskopen noch nie auseinander.

Das Meinungsforschungsinstitut INSA befragte im Zeitraum vom 28. September bis 2. Oktober 2026 insgesamt 1202 Personen in Deutschland. Die statistische Fehlertoleranz wird mit etwa drei Prozentpunkten angegeben.

Auch andere Institute bestätigen den Trend: Im jüngsten Forsa-Trendbarometer liegt die AfD mit 26 Prozent deutlich vor der Union (19 Prozent), während das ZDF-Politbarometer die AfD bei 28 Prozent und die Union bei 21 Prozent sieht.

Die aktuellen Umfragewerte im Überblick (INSA Sonntagstrend)

  • AfD: 30 %
  • CDU/CSU: 18 %
  • SPD: 14 %
  • Bündnis 90/Die Grünen: 14 %
  • Die Linke: 10 %
  • FDP: 4 % (unter der Fünf-Prozent-Hürde)
  • BSW: 4 % (unter der Fünf-Prozent-Hürde)
  • Sonstige: 5,0 %

Wie die jüngste INSA-Analyse zum Rekordabstand der AfD zeigt, setzt sich die Polarisierung im Parteienspektrum ungebremst fort. Die Zahlen geben darüber düstere Prognosen für mutmaßliche Regierungsbildungen im Bund in der Zukunft. Eine klassische Große Koalition („Schwarz-Rot“) aus Union und SPD käme laut der neuen Umfrage derzeit zusammen nur noch auf 32 Prozent – und würde damit eine parlamentarische Mehrheit meilenweit verfehlen.

Da alle Parteien ein Bündnis mit der AfD kategorisch ausschließen, bleiben im demokratischen Spektrum kaum tragfähige Optionen. Rechnerisch stabil wäre derzeit lediglich ein Dreierbündnis aus Union, SPD und Grünen („Kenia-Koalition“), das auf rund 48 Prozent käme. Das anhaltende Umfrage-Tief auf Bundesebene sorgt in der Union für zunehmende Nervosität. Zugleich verzeichnen Grüne und SPD leichte Zugewinne, wie auch die Auswertungen von YouGov zur Parteiendynamik belegen. Kleinere Parteien wie die FDP (4 Prozent) und das BSW (3,5 Prozent) würden nach aktuellem Stand den Einzug in den Deutschen Bundestag verpassen, was die Sitzverteilung im Parlament zusätzlich verändern würde. (Verwendete Quellen: Bild, DPA) (dil)