Tödlicher Sturz am Kolosseum: Überwachungsvideos sollen klären, was in der Nacht geschah

Arbeiter (22) stürzt am Kolosseum zehn Meter in den Tod – Staatsanwaltschaft ermittelt

Stand: 25.09.2026, 08:00 Uhr

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Der Archäologische Park und das Kolosseum in Rom bleiben bis Samstag geschlossen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung und prüft die Sicherheitsregeln.

Rom – Nachdem ein Arbeiter bei den Arbeiten zur Erneuerung der Beleuchtungsanlage im Archäologischen Park ums Leben gekommen war, bleiben der Park und das Kolosseum selbst bis Samstag geschlossen, wie Quellen aus dem Kulturministerium bestätigten. Der Arbeiter starb in der Nacht vom 22. auf den 23. September nach einem Sturz von einem Gerüst.

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Dieser Artikel von Isidoro Patalano entstand in Kooperation mit Euronews

Der 22-Jährige installierte eine neue Beleuchtungsanlage, als er aus rund zehn Metern Höhe in die Tiefe stürzte. Die Gerichtsmediziner wollen die Obduktion der Leiche am Montag vornehmen, um genaue Rückschlüsse auf die Todesursache ziehen zu können.

Kolosseum in Rom

„Wir haben in der Nacht eine kontrollierte Schließung des Kolosseum-Parks angeordnet“, so der italienische Kulturminister Alessandro Giuli. © picture alliance/dpa/LaPresse | Cecilia Fabiano

Die ersten Einträge ins Register der Beschuldigten in diesem Ermittlungsverfahren sind für Freitag vorgesehen, wenn die Staatsanwaltschaft die bisher gesammelten Beweise ausgewertet hat. Die Ermittlungen führen die Carabinieri der Compagnia Roma Centro, die unmittelbar nach dem Unfall am Tatort eintrafen und erste Spuren sicherten.

Sie haben ein Verfahren wegen fahrlässiger Tötung eröffnet und untersuchen alle relevanten Dokumente und Abläufe. Die Ermittler wollen klären, wer zivil- und strafrechtlich für die Sicherheitsausrüstung und die Einhaltung der Arbeitszeiten verantwortlich ist.

Spurensuche nach Verantwortlichen und Sicherheitsmängeln

Offiziell herrscht über den Fortgang der Ermittlungen weitgehend Stillschweigen, um die Untersuchungen nicht zu gefährden. Die Ermittler prüfen mehrere Spuren, die auf unterschiedliche Ursachen hindeuten könnten. Sie reichen von möglichen Schwächen im Sicherheitssystem über menschliches Versagen bis zu den Sichtverhältnissen im Baustellenbereich, die in der Nacht eingeschränkt gewesen sein könnten.

Eine der geprüften Rekonstruktionen betrifft die schlechte Ausleuchtung der Fläche, auf der der junge Mann arbeitete, während die neue Beleuchtungsanlage installiert wurde. Die eingeschränkte Sicht könnte dazu geführt haben, dass der Arbeiter den Karabinerhaken nicht korrekt an der Sicherheitsleine befestigte und Hände sowie Füße vor dem Sturz falsch positionierte, was letztlich den tödlichen Fall begünstigt haben könnte.

Überwachungsvideos und Unterlagen als zentrale Beweismittel

Einen entscheidenden Beitrag zur genauen Rekonstruktion des Geschehens sollen die Aufnahmen der Überwachungskameras im Gebiet leisten, die den Ablauf der Arbeiten dokumentieren könnten. Die Ermittler haben die Videodateien bereits gesichert und werten sie nun Bild für Bild aus, um den genauen Zeitpunkt und die Umstände des Sturzes zu bestimmen.

Im Rahmen der Untersuchungen wurden vier Aktenordner mit Unterlagen zum Ausschreibungsvertrag und zu sechs Unteraufträgen für die Arbeiten beschlagnahmt, um mögliche Verantwortlichkeiten und Pflichten nachzuvollziehen. Ebenfalls sichergestellt wurden die persönliche Schutzausrüstung des Arbeiters, konkret der Helm und der Sicherheitsgurt, die nun technisch geprüft werden, um eventuelle Materialfehler oder unsachgemäße Nutzung auszuschließen.

Wiedereröffnung des Kolosseums und psychologische Betreuung

Quellen aus dem Kulturministerium bestätigen, dass der Kolosseumspark bis Samstag (26. September) für Besucher geschlossen bleibt, um den Ermittlungen Raum zu geben und die Sicherheitslage neu zu bewerten. In dieser Zeit sollen alle Arbeitsprozesse, Sicherheitsvorschriften und Zuständigkeiten überprüft werden, um ähnliche Unfälle künftig zu verhindern.

Bevor die Tore wieder öffnen, will Kulturminister Alessandro Giuli den Stand der laufenden Ermittlungen genau prüfen und sich umfassend über die bisherigen Erkenntnisse informieren lassen. Der Minister plant außerdem ein Gespräch mit den Leitungskräften des Kulturministeriums und mit Simone Quilici, dem Direktor des Archäologischen Parks des Kolosseums.

Gemeinsam wollen sie mit den Beschäftigten des Amphitheatrum Flavium klären, ob der psychologische Zustand des Personals eine Wiederaufnahme des Publikumsbetriebs zulässt und ob zusätzliche Unterstützungsmaßnahmen nötig sind.

Dabei geht es auch um die Frage, wie das Team mit den emotionalen Folgen des tödlichen Unfalls umgehen kann und welche Vorkehrungen für einen sicheren und verantwortungsvollen Neustart getroffen werden müssen.