Auf sturmgepeitschten Inseln: Erste neue Pinguinart seit gut 100 Jahren entdeckt

Vor den Pinguinen im Zoo stehen Besucher oft lange. Sie beobachten fasziniert wie die Tiere watscheln, rutschen und dann pfeilschnell unter Wasser dahinjagen. Nun wurde erstmals seit mehr als 100 Jahren eine neue Pinguinart entdeckt, wie das Wissenschaftsportal ScienceDaily jetzt berichtete.

Insgesamt sind 18 Pinguinarten auf der Südhalbkugel verbreitet. Zu ihnen gehören auch die Eselspinguine, benannt nach ihrem an eselsartigen  Geschrei, mit dem sie vor Eierdieben warnen. Sie werden bis 75 bis 90 Zentimeter groß, haben weiße Bäuche und schwarze Rücken und sind die schnellsten Schwimmer unter allen Pinguinen, Höchstgeschwindigkeit: 36 Kilometer pro Stunde.

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Lange wurden die Eselspinguine als eine einzige, weit verbreitete Art betrachtet. Doch inzwischen spricht man von mehreren Arten. Um diese zu klassifizieren, haben chilenische und US-amerikanische Forscher Pinguinexperten aus der ganzen Welt zusammengebracht.

Linien haben sich bereits vor 300.000 bis 500.000 Jahren genetisch voneinander getrennt

Anhand von Genomdaten wurden die Südöstlichen Eselspinguine (Pygoscelis kerguelensis) nun als ganz neue Art beschrieben. Sie gesellen sich zu drei anderen Arten, die in der Antarktis, auf den Falklandinseln und anderswo zu finden sind.

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Der Südöstliche Eselspinguin lebt auf den abgelegenen Kerguelen-Inseln im südlichen Indischen Ozean, etwa 2000 Kilometer von der Antarktis entfernt. Er ähnelt den anderen Eselspinguin-Arten sehr, doch es gibt subtile Unterschiede in der Körpergröße, Flügellänge und bei den Rufen. Die Forscher schätzen, dass sich die Linien bereits vor 300.000 bis 500.000 Jahren genetisch voneinander getrennt haben.

Die Tiere sind ortstreu und können nicht einfach auf andere Inseln ausweichen

Die auf den rauen, sturmgepeitschten Kerguelen lebenden Pinguine sind perfekt an die dortigen Bedingungen angepasst. Sie kommen auch nur dort vor. Damit ergibt sich ein großes Problem. Denn Klimamodelle zeigen, dass viele der subantarktischen Inseln bis 2050 für Pinguine unbewohnbar werden könnten. Die Tiere sind ortstreu und können nicht einfach auf andere Inseln ausweichen.

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Forscher hoffen nun auf die Zusammenarbeit der Länder, die diese Region verwalten, darunter Chile, Südafrika, Frankreich, die Niederlande, Australien und Neuseeland. Deren Naturschutzorganisationen sollen geeignete Maßnahmen ergreifen, um die Eselspinguine zu retten. Immerhin soll es Pinguine bereits seit 22 Millionen Jahren geben. Von Australien und Neuseeland aus gelangten sie einst auch in die Antarktis und den subantarktischen Raum.

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