Auto nach 50 Jahren aus der Donau geholt, jetzt zieht es täglich Besucher an – aus speziellem Grund

Stand: 30.08.2026, 14:00 Uhr

Kommentare

Uns auf Google folgen

in Angler entdeckte ihn auf dem Flussgrund, ein Kran holte ihn heraus: Der Opel Manta aus der Donau ist in Neu-Ulm zu bestaunen – und zieht Massen an.

Neu-Ulm – Ein verrottetes Autowrack sorgt derzeit für Aufsehen in Neu-Ulm. Der Opel Manta, der mutmaßlich mehr als ein halbes Jahrhundert auf dem Grund der Donau verbrachte, ist nun auf dem Gelände der Oldtimerfabrik zu besichtigen – und zieht täglich Dutzende Besucher an.

Rost, Schlamm und eingeschlitzte Reifen

Der Zustand des Fahrzeugs ist verheerend: Rost und Schlamm überziehen nahezu jede Oberfläche, das Dach ist eingebrochen und liegt auf den Sitzen, die breiten Reifen sind platt. Geschäftsführer Peter Wirsching, der den Wagen auf dem Gelände seiner Oldtimerfabrik ausstellt, macht sich keine Illusionen über eine Restaurierung. „Was der Regen wegwäscht, darf weg, aber der Rest ist wirklich morbides Kunstwerk im weitesten Sinne“, sagt er. Probesitzen sei nicht mehr drin – anschauen aber schon.

Mehr als ein halbes Jahrhundert soll der Opel Manta auf dem Grund der Donau gelegen haben. Jetzt ist er in Neu-Ulm ausgestellt – und sorgt für Staunen und wilde Theorien.

Mehr als ein halbes Jahrhundert soll der Opel Manta auf dem Grund der Donau gelegen haben. Jetzt ist er in Neu-Ulm ausgestellt – und sorgt für Staunen und wilde Theorien. © picture alliance/dpa/Lucent Studio | Joshua Losch

Neben der Faszination eines legendären Autos sind es vor allem Mythen, die scheinbar rund um das Wrack die Runde machen. Dass der Manta die Fantasie mancher Besucher besonders beflügelt, zeigte ein skurriler Vorfall: Unbekannte schlitzten die Reifen auf – angeblich auf der Suche nach Gold. „Der Manta regt die Fantasie an“, kommentiert Wirsching trocken. Täglich kämen zwischen 50 und 100 Menschen, um das Wrack zu bestaunen. Zuvor hatten Medien über den Fund berichtet.

Spektakuläre Bergung von Kult-Auto aus den 70ern – bis heute eine Legende

Entdeckt wurde das Fahrzeug Ende Mai von einem Angler in Elchingen im Landkreis Neu-Ulm. Feuerwehr, Wasserwacht und Technisches Hilfswerk rückten daraufhin gemeinsam aus. Taucher orteten den Wagen in rund fünf Metern Tiefe, ein Kran hob ihn schließlich aus dem Fluss. Mehr als 50 Einsatzkräfte waren über sieben Stunden lang mit dem Oldtimer beschäftigt. Inzwischen hat der Regen einen Teil des Donau-Schlammes abgewaschen und die ursprüngliche Lackierung freigelegt: Der Sportwagen erstrahlt in ikonischem Gelb – Baujahr wahrscheinlich um 1970. Laut Wirsching handelt es sich um einen Manta A.

Der Opel Manta aus der Donau zieht täglich Schaulustige an.

Der Opel Manta aus der Donau zieht täglich Schaulustige an. © picture alliance/dpa/Lucent Studio | Joshua Losch

Das sportliche Coupé begeisterte in den 1970er und 1980er Jahren eine treue Fangemeinde. Besonders der Manta B avancierte zum Liebling von Tunern und Schraubern, die ihn tiefer legten und mit typischen Accessoires wie einem Fuchsschwanz verzierten. Manta-Fahrer galten als Sinnbild einer bestimmten Jugend- und Arbeiterkultur – klischeehaft, aber prägend. Zeitschriften, Witze und schließlich der Film „Manta, Manta“ hoben das Auto in den Rang eines Popkultur-Phänomens. Gut erhaltene Exemplare erzielen heute als Oldtimer hohe Preise.

Besitzer des Wracks bis heute unbekannt

Wem das Fahrzeug gehört, ist weiterhin ungeklärt. Nach Polizeiangaben gab eine Zeugin an, das Auto sei ihrem damaligen Ehemann im Jahr 1972 gestohlen worden. Wie der Manta in die Donau gelangte, bleibt offen. Der Ex-Mann der Frau kehrte in den 1970er Jahren in die USA zurück – sein Verbleib konnte zunächst nicht ermittelt werden.

Fahrtauglich ist der Wagen ohnehin nicht mehr. „Der ist hinüber“, stellt Wirsching klar. Der Finder des Manta habe jedoch signalisiert, kein Interesse daran zu haben, das Wrack zu behalten: „Er hat gesagt, er würde ihn gerne der Oldtimerfabrik überlassen.“ (Quelle: dpa), (fhz)