Eintracht Frankfurt erlebt zum Bundesligastart in Berlin ein Spiel der Extreme

Dreierpack, Traumdebüt – und trotzdem kein Sieg für Eintracht Frankfurt

Stand: 30.08.2026, 14:34 Uhr

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Ein Hattrick von Younes Ebnoutali, ein Traumdebüt von Noah Atubolu – und doch kein Sieg. Eintracht Frankfurt hadert nach dem Bundesliga-Remis bei Union Berlin.

Die Sache mit dem Spielgerät war dann auch bald geklärt. Eintracht-Mitarbeiter Christian Beisel, eigentlich für Pressearbeit zuständig, hat den verhinderten Helden des Nachmittags schnell beruhigen können. „Das kriegen wir schon hin“, raunte er dem etwas verloren umherschauenden Frankfurter Stürmer Younes Ebnoutalib zu.

29.08.2026, xtgx, Fussball 1.Bundesliga, Union Berlin - Eintracht Frankfurt v.l.   Torjubel nach dem Tor zum celebrating the goal celebrate   1:2 durch Younes Ebnoutalib (Eintracht Frankfurt)

Obligatorischer Torjubel, blöderweise vor der Union-Fankurve: Younes Ebnoutalib. © Michael Taeger/Jan Hübner

Denn früher war es ja mal Usus, dass einer den Ball einpacken und mit nach Hause schleppen durfte, wenn er etwas Außergewöhnliches vollbracht hat. Und das hatte Younes Ebnoutalib am Samstag im Südosten Berlins. Zweifelsfrei. Und den Ball, welchen auch immer von den vielen im Einsatz befindlichen Kugeln, hätte er sehr gerne als Erinnerung bei sich zu Hause in der Nordweststadt ausgestellt. Sollte klappen.

Ebnoutalib jubelt provokant vor Union-Kurve – und entschuldigt sich

Dieser Tag in Köpenick war einer wie gemalt für den bald 23 Jahre alten Angreifer, ein bisschen wie im Märchen. Ähnlich wie sein Einstand damals gegen Borussia Dortmund im Januar dieses Jahres, als er gleich im ersten Spiel sein erstes Tor machte. Jetzt, mehr als acht Monate später, waren es gleich drei Treffer. Blitzsaubere. Analogie zum Jahresanfang: Damals wie heute reichte es nicht zum Sieg, der zum Greifen nahe war. In Berlin gar noch etwas näher.

Der Ex-Gießener freute sich über seinen Dreierpack, ungemein. Ein Kindheitstraum. Es gab auch niemanden, der sich nicht für ihn freute, den netten Jungen aus der Nordi. „Alle haben mir gratuliert“, sagt Ebnoutalib, der sich für seinen provokanten Torjubel (obligatorisch per Fingerzeichen 439, die abgekürzte Postleitzahl der Nordweststadt) nach dem 2:1 vor den aufgebrachten Berliner Anhängern entschuldigte. „Ich hatte ganz vergessen, dass da die gegnerische Kurve ist“, erzählt er lachend. Tut ihm leid. Man nimmt es dem sanften Riesen ab. Die Gelbe Karte war dennoch folgerichtig. Und dann auch verschmerzbar.

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Andererseits ärgerte sich der für fast zehn Millionen Euro aus Elversberg losgeiste Torjäger über den späten Nackenschlag: 3:3 nach 3:1‑Führung. „Uns hat die Kraft gefehlt“, räumt er ein. Und Union machte das, was Union immer macht und am besten kann: Ball hoch rein. Die spielerisch beschränkten Berliner haben nach wie vor ihre Stärken bei Einwürfen, Ecken oder Freistößen, wenn sie Wucht und Körperlichkeit ins Spiel bringen können.

Die Eintracht ist hinten reingedrückt worden, „tiefer, tiefer, tiefer“ (Kapitän Robin Koch), hatte dem Druck nichts entgegenzusetzen. Entlastung war nicht mehr drin, „das hat mich extrem geärgert und gestört“, warf Trainer Adi Hütter angesäuert ein. „Sie hatten viele große Spieler drin“, bemerkt Ebnoutalib. Und irgendwann fiel der Ball dann hinten rein, gleich zweimal. Das konnte auch der formidable Torwart Noah Atubolu nicht verhindern, der jedoch „aus der kalten Hose“ (Sportchef Markus Krösche) ein „sensationell gutes Spiel“ machte, wie Adi Hütter befand.

Der 24-Jährige, der erst einen Tag vor dem Start in der Hauptstadt aus Freiburg geholt und zunächst für ein Jahr auf Leihbasis verpflichtet wurde, hatte gar keine Anlaufschwierigkeiten, war gleich voll drin im Spiel. Ohne Nervenflattern, ohne Bammel, dafür voll fokussiert und präsent. Kalt wie eine Hundeschnauze.

Eintracht-Keeper Atubolu mit Debüt zufrieden – nicht aber mit dem Spiel

Und das, obwohl es gleich nach drei Minuten zum ersten Mal in seiner Kiste einschlug. Machte ihm gar nichts aus, dem Breisgauer Eigengewächs. Genauso wenig wie ein harter Zusammenprall mit Michel Aebischer, der für das Einsteigen auch hätte vom Platz fliegen können mit Gelb-Rot. Atubolu, schwer getroffen, schüttelte sich – und spielte einfach weiter. So was mag Adi Hütter. Die Fans mögen es sowieso.

Der Schlussmann war am Ende nur bedingt zufrieden mit seinem Debüt. Klar, das Gefühl sei schon sehr speziell und schön gewesen. Er ist sich sehr sicher, dass das gut passen könnte mit ihm und der Eintracht. Die Mannschaft sei top, die Mitspieler schwer in Ordnung. Fühlt sich gut an, fühlt sich richtig an.

Das Ergebnis in der Alten Försterei nicht. Der Spielfilm sagte dem ambitionierten 24-Jährigen nicht wirklich zu. „Am Ende haben wir zu viel zugelassen. Ich hatte auch mehrere Paraden. Wahrscheinlich zu viele für solch ein Spiel.“ Das ist richtig, gerade in der Endphase verhinderte er fast im Alleingang eine drohende Niederlage.

„Wir führen hier 3:1 gegen Union Berlin, doch das fühlt sich jetzt an wie eine Niederlage. Es ist immer eklig, hier zu spielen – die Fans, die Art und Weise, wie sie Fußball spielen, viele lange Bälle und Kopfballduelle. Darauf wollten wir uns nicht einlassen.“ An der Defensivleistung müsse dringend gearbeitet werden, ganz dringend. „Das darf auf keinen Fall so weitergehen. Daran werden wir arbeiten. Das wollen wir nicht mehr.“