Automobilclub warnt „dringend“ vor dreister Masche: Spritspar-Gerät soll Verbrauch enorm reduzieren
Stand: 25.09.2026, 19:30 Uhr
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Ein kleines Gerät soll Autofahrern beim Spritsparen helfen. Doch ein Automobilclub warnt vor der Empfehlung – hinter den Anzeigen steckt eine Betrugsmasche.
München – An der Zapfsäule wird Autofahren für viele Menschen zur spürbaren Belastung. Wer online nach Wegen sucht, die Tankkosten zu senken, stößt in sozialen Netzwerken und auf Internetseiten schnell auf verlockende Angebote: Kraftstoffzusätze oder vermeintliche „Wundergeräte“ wie Spritspar-Dongles versprechen, den Spritverbrauch drastisch und ohne viel Aufwand zu senken. Um Seriosität vorzutäuschen, greifen Kriminelle nun offenbar zu dreisten Methoden – und missbrauchen dafür auch einen renommierten Automobilclub.

Aktuell warnt der ÖAMTC „dringend“ vor einer Masche, bei der Werbeanzeigen den Eindruck erwecken, der Club habe ein solches Gerät offiziell getestet und empfohlen. Dafür werden unerlaubt Logos, Namen und sogar Fotos von Club-Mitarbeitern oder Stützpunkten verwendet. Slogans wie „Wir haben es getestet“ sollen Vertrauen schaffen. Tatsächlich besteht keinerlei Kooperation oder Prüfung durch den Club. Die betrügerischen Anzeigen leiten auf externe Verkaufsseiten weiter. Der Automobilclub rät deshalb ausdrücklich, die Werbung nicht zu öffnen und auf den verlinkten Seiten keine Bestellung aufzugeben.
ADAC hat einen „Spritspar-Stecker“ schon einmal getestet – das kam heraus
Neu ist die Idee solcher Stecker nicht. Dass derartige Spar-Versprechen technisch in der Regel eine Illusion sind, zeigt ein Test des ADAC: Der Automobilclub mit Hauptsitz in München hatte gemeinsam mit dem Computermagazin c’t einen solchen Spritspar-Dongle für Dieselfahrzeuge unter die Lupe genommen. Das Gerät für die OBD-Buchse (On-Board-Diagnose) versprach Einsparungen von bis zu 15 Prozent.
Das damalige Ergebnis fiel vernichtend aus: Das Testgerät stellte überhaupt keine elektrische Verbindung zum CAN-Bus des Fahrzeugs her. Es wurden keinerlei Signale gemessen, die das Motormanagement oder den Kraftstoffverbrauch hätten beeinflussen können. Das Fazit der ADAC-Tester: Das Gerät blinke und tue so, als ob es arbeite. „Mehr passiert aber nicht.“ Ein Experte des Automobilclubs erklärte: „Wäre die versprochene Wirkung tatsächlich erreichbar, würden solche Produkte längst von Autoherstellern serienmäßig verbaut, weil sie damit einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil hätten.“
So sparen Autofahrer wirklich Sprit
Wer tatsächlich Sprit sparen möchte, sollte auf bewährte Maßnahmen statt auf vermeintliche Wundermittel setzen. Ein regelmäßiger Check des Reifendrucks, vorausschauendes Fahren sowie das Vermeiden von abruptem Bremsen und Beschleunigen können den Verbrauch senken. Auch unnötiges Gewicht, Dachgepäckträger und Dachboxen erhöhen den Kraftstoffbedarf. Von Kraftstoff- und Motorölzusätzen rät der ADAC dagegen ab: Tests hätten gezeigt, dass solche Produkte ihre Versprechen nicht halten. (Quellen: ÖAMTC, ADAC) (sop)