Melissa Christina Bader (33) hat sich mit einer Änderungsschneiderei selbstständig gemacht. Die finale Anpassung von Hochzeitskleidern ist ihr Spezialgebiet.
Tüll, Seide, Spitze, Glitzer, elfenbeinfarbene Schleier, Chiffon und filigrane schneeweiße Details – die Wahl des perfekten Hochzeitskleides ist für die meisten Frauen eine schwere Entscheidung, die gut durchdacht sein will. Nur selten passt das Traumkleid auf Anhieb, meistens werden Anpassungen vorgenommen. Das Problem: Es gibt nur noch sehr wenige Änderungsschneiderinnen, die sich auf Hochzeitskleider spezialisiert haben. Seit rund eineinhalb Jahren schafft Melissa Christina Bader, die sich in ihrem Zuhause in Bad Kleinkirchheim ein eigenes Atelier eingerichtet hat, Abhilfe.
„Brautmode ist eine Welt für sich. Die Stoffe sind anspruchsvoll in der Handhabung, unter anderem wegen des Volumens. Chiffon verhält sich nicht wie eine Tülllänge. Es ist sehr viel Wissen notwendig, um den Kleidern gerecht zu werden“, sagt die 33-Jährige, die auf jahrelange Erfahrungen zurückgreifen kann.
Viele Paare gaben sich im Juni das Ja-Wort
Nach einer abgeschlossenen Schneiderlehre, zog es sie nach Graz. In einer Herrenschneiderei fertigte sie Anzüge an, bevor es sie nach Villach verschlug. Dort arbeitete Bader im Brautmodengeschäft ‚Wolke 7‘ als Änderungsschneiderin, bevor sie einige Jahre bei der Firma Strohmaier tätig war. Zurück zu ‚Wolke 7‘ zog es sie, weil das Geschäft die hauseigene Schneiderei aufgab. „Meine damalige Chefin riet mir, mich selbstständig zu machen und weiterhin Brautkleider für ihre Kunden zu ändern“, erinnert sich Bader. Gesagt getan: Inzwischen konnte sich Bader auch einen eigenen Kundenstamm aufbauen.
Dank beliebter Daten im Juni war der Saisonauftakt – bereits mit Jahresanfang kommen die ersten Anfragen – stressig. „Viele wählten den 20. 6. 2026 und den 26. 6. 2026, weshalb viele Aufträge gleichzeitig abzuwickeln waren. Im Juni habe ich rund 90 Bräute betreut“, erinnert sich die Bad Kleinkirchheimerin.
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Kundinnen aus Osttirol, Villach und Klagenfurt
Trends beobachtet sie nicht. „Die Bandbreite reicht von schlichten Satinkleidern bis hin zu pompösen Roben, die an Prinzessinnen erinnern.“ Bader passt diese maßgenau an ihre Kundinnen an. Meistens werden Längen und Träger gekürzt, Schnürungen eingenäht oder Glitzergürtel befestigt, um die Taille zu betonen. „Ich kann nur allen Bräuten raten, sich schnellstmöglich um einen Termin zu kümmern. Die Schneidereien sind ausgebucht. Es gibt Spontan-Bräute, die zwei Monate vor dem Hochzeitstag ihr Kleid kaufen und dann Anpassungen vornehmen wollen. Man findet einen Weg, um sie in den Terminkalender zu quetschen, trotzdem sollte rechtzeitig geplant werden.“
Die meisten von Baders Kundinnen kommen aus der näheren Umgebung, einige besuchen sie aus Spittal und auch Osttiroler Bräute nehmen die Fahrt nach Bad Kleinkirchheim gerne in Kauf. Mindestens ein Mal pro Woche ist sie in der „Wolke 7“ in Villach anzutreffen – das nutzen auch Klagenfurter Bräute, um ihre Kleider vorbeizubringen.
Ausgestattet zum Bieranstich
Die Kirchtags-Saison stellt für Bader unterdessen keinen zusätzlichen Aufwand da. Dirndlträgerinnen und Lederhosenliebhaber verschlägt es meistens zu den Kollegen nach Villach. Vereinzelte Dirndl-Anpassungen werden trotzdem immer wieder vorgenommen. Zudem zählt die Trachtenkapelle Patergassen zur treuen Kundschaft. Die Mitglieder schauen regelmäßig mit Änderungswünschen im Bad Kleinkirchheimer Atelier vorbei.