Stand: 11.08.2026, 06:00 Uhr
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Deutlich verbessern konnten sich die beiden Bahnnetze im Landkreis beim jährlichen Ranking zur Servicequalität. Pluspunkte gab es für Sauberkeit und Fahrgastinformation.
Landkreis – „Haben Sie einen Moment Zeit für eine kleine Umfrage?“ Wer regelmäßig mit der Bahn unterwegs ist, der kennt die freundlichen Herrschaften, die – ausgerüstet mit Handy oder Tablet – durch die Gänge der Pfaffenwinkel- und Werdenfelsbahn spazieren und um die Beantwortung einiger Fragen bitten: Wie sauber ist es in den bayerischen Regionalzügen? Wie komfortabel lässt sich mit ihnen durch die Region reisen? Und: Welche Note würden die Fahrgäste der Arbeit des Zugpersonals geben? Erst kürzlich veröffentlichte die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) das jährliche Ranking zur Servicequalität. Untersucht wurden alle 30 Regionalverkehrsnetze in Bayern. Die Skala reicht dabei von –100 bis +100 Punkten. Wie die BEG nun mitteilt, übertrafen 25 Netze die „hohen Mindeststandards“ (mehr als 0 Punkte). Der Durchschnittswert in Bayern liegt bei 31,23 Punkten. 13 Netze konnten sich gegenüber dem Vorjahr verbessern, wohingegen 16 Stück einen Rückschritt verzeichnen.
Auf das Podest hat es in diesem Jahr auch ein Bahnnetz aus dem Landkreis geschafft. Mit einem deutlichen Sprung von 53,29 auf 66,48 Punkte rückte das Netz Ammersee-Altmühltal der Bayerischen Regiobahn (BRB), zu dem neben der Ammersee- auch die Pfaffenwinkelbahn gehört, von Rang sechs auf Platz drei vor. „Pluspunkte gab es unter anderem für Sauberkeit und Fahrgastinformation sowie die Serviceorientierung der Zugbegleiter“, begründet die BEG das Ergebnis. Deutlich verbessert hat sich auch die Werdenfelsbahn. Im Vorjahr lag das Netz, das unter anderem die Strecke der Kochelseebahn umfasst, noch bei 29,66 Punkten. Inzwischen haben die roten Regionalzüge mit einem Wert von 44,59 Punkten den Sprung von Platz 16 auf Rang zehn geschafft.
Unangefochtener Spitzenreiter in Bayern bleibt das Bahnnetz „Kahlgrund“ in Unterfranken, das sich zum inzwischen sechsten Mal an das obere Ende des Tableaus einsortiert und seinen Fahrgästen mit einer Punktzahl von 100 sämtliche Wünsche zu erfüllen scheint. Am schlechtesten abgeschnitten hat derweil das Netz „Neigetechnik Thüringen“ (–19,98 Punkte), das mit seinen Zügen auch im nördlichen Franken unterwegs ist. „Das insgesamt stabile Ergebnis ist angesichts des herausfordernden Umfelds bei der Infrastruktur und der zunehmenden Nachfrage durchaus bemerkenswert. Unser Ziel muss aber sein, alle Anbieter über die Nulllinie zu bringen“, zitiert die Eisenbahngesellschaft den Bayerischen Verkehrsminister und BEG-Aufsichtsratsvorsitzenden Christian Bernreiter.
Bonuszahlungen vom Freistaat
Die Datenerhebung für das Ranking erfolgt mithilfe von externen Testern und mittels Fahrgastbefragung, erklärt die BEG. „Alle Eisenbahnverkehrsunternehmen, die bei den Tests mehr als null Punkte erreichen und damit die Mindestanforderungen der BEG erfüllen, erhalten ihrer Leistung entsprechend Bonuszahlungen vom Freistaat.“ Solche, die mit ihrer Punktzahl unter der Mindestpunktzahl bleiben, bekommen eine Strafzahlung an den Freistaat aufgebrummt. Pünktlichkeit und Zugausfälle werden im Rahmen der Statistik nicht berücksichtigt, betont die BEG. Dafür gibt es ein separates Ranking (wir berichteten).