Stand: 13.07.2026, 17:14 Uhr
Kommentare
BASF plant, seine Agrarsparte an die Börse zu bringen. Diese macht zwar nur rund ein Sechstel des Konzernumsatzes aus, soll aber mehr als die Hälfte der Börsenbewertung von BASF ausmachen.
Ludwigshafen – Bereits im November des vergangenen Jahres teilte die BASF mit, dass sie ihre Sparte Agricultural Solutions bis 2027 in Form einer Europäischen Aktiengesellschaft (SE) an die Frankfurter Börse bringen wolle. Allerdings soll nur ein Minderheitsanteil handelbar sein, der Chemiekonzern will Mehrheitsaktionär bleiben.
BASF bringt Agrarsparte an die Börse: Es wird ein Mega-Deal erwartet
Wie das Handelsblatt unter Berufung auf Finanz- und Unternehmenskreise berichtet, rechnet BASF bei der Bewertung der Agrarsparte mit 20 bis 30 Milliarden Euro. „Wir erwarten einen Mega-Deal“, wird ein Insider zitiert.
Das ist eine bemerkenswerte Bewertung. Denn die Agrarsparte wäre damit mehr als halb so viel wert wie der gesamte BASF-Konzern, obwohl sie nur zu einem Sechstel zum Konzernumsatz in Höhe von rund 60 Milliarden Euro beiträgt. Allerdings ist Agricultural Solutions auch eine Ertragsperle. Auf das Geschäft entfiel mit einem bereinigten Gewinn von rund zwei Milliarden Euro fast ein Drittel des Konzerngewinns.

Zeitpunkt des Börsengangs der BASF-Agrarsparte noch offen: Finanzinstitute wurden bereits angesprochen
Wann der Börsengang erfolgen soll, ist laut Unternehmenskreisen noch offen. Ausschlaggebend hierfür soll die Entwicklung an den Kapitalmärkten sein. Als wahrscheinlichster Zeitraum gilt derzeit das zweite Quartal 2027, bis zum Herbst sollen den Informationen zufolge die begleitenden Investmentbanken ausgewählt werden. Dem Handelsblatt bestätigte BASF, mehrere Finanzinstitute für den geplanten Börsengang angesprochen zu haben.
Die organisatorischen Vorbereitungen dafür sind bereits angelaufen. Die Aktionäre haben im Frühjahr 2026 der Ausgliederung zugestimmt, sodass die neue Gesellschaft bis 2027 vollständig börsenreif sein soll. Noch nicht entschieden ist allerdings, wie groß der frei handelbare Anteil beim Börsengang ausfallen wird.
Börsengang ist Teil der neuen BASF-Strategie: Farbengeschäft wurde bereits mehrheitlich verkauft
Der Börsengang des Agrargeschäfts ist Teil der im September 2024 präsentierten neuen Strategie „Winning Ways“ von BASF. Der Chemiekonzern möchte sich stärker auf seine Kerngeschäfte fokussieren, die eng in den BASF-Produktionsverbund eingebunden sind.
Dazu zählt die Agrarchemie nicht mehr, wie auch die Sparte Surface Technologies. Im ersten Schritt hat sich der Konzern von der Mehrheit an seinem Farbengeschäft BASF Coatings, das zur Sparte Surface Technologies gehört, getrennt. Der US-Investor Carlyle hat 60 Prozent der Anteile an BASF Coatings übernommen, das nun Surventis heißt. BASF hält an dem neu gegründeten Unternehmen weiterhin 40 Prozent. Durch den Verkauf hat BASF rund 5,8 Milliarden Euro vor Steuern eingenommen. (Quellen: Handelsblatt, BASF)