Neue Studie: Kreatin könnte Immunzellen bei der Krebsabwehr entscheidend stärken
Stand: 13.07.2026, 17:14 Uhr

In einer neuen Studie zeigten sich positive Effekte von Kreatin für die Gesundheit von Tumorpatienten.
Los Angeles – Neue Forschungsergebnisse der Universität von Kalifornien (UCLA), Los Angeles, deuten darauf hin, dass Kreatin wichtige Immunzellen stärken kann, die an der Krebsabwehr beteiligt sind. Erste Experimente zeigten ein verlangsamtes Tumorwachstum bei Mäusen. Auch bei im Labor getesteten menschlichen Immunzellen ergaben sich unterstützende Effekte, berichtete LADbible.
Die in iScience veröffentlichte Studie untersuchte Mausmodelle und menschliche Zellen. Dabei identifizierten die Forschenden dendritische Zellen als zentrales Ziel der energiepuffernden Funktion von Kreatin, wie La Tercera berichtete. Das Team strebt eine Zusammenarbeit mit Klinikern an, um zu prüfen, ob die Gabe von Kreatin die Ergebnisse bei Patienten verbessern kann, die eine Immuntherapie erhalten.
Metabolische Fitness
Die Ergebnisse legen nahe, dass die bekannte Funktion von Kreatin als Energiepuffer für Adenosintriphosphat (ATP) Immunzellen dabei unterstützt, ihre Aktivität in Tumoren aufrechtzuerhalten, wo Nährstoffe knapp und der metabolische Stress hoch ist, berichtete Archynewsy.com. Insbesondere benötigen CD8+-T-Zellen („Killer“-T-Zellen) erhebliche Energiemengen, um Tumoren zu infiltrieren und zu zerstören.
In der Tumormikroumgebung sind diese Zellen jedoch häufig metabolisch erschöpft. Die Forschenden stellten fest, dass die Aufnahme von Kreatin entscheidend ist, um die metabolische Fitness und die antitumorale Aktivität dieser Zellen zu erhalten. Eine Kreatin-Supplementierung half T-Zellen in nährstoffarmen Tumorumgebungen präklinischer Modelle besser zu überleben. Dies weist auf eine Möglichkeit hin, das Ansprechen auf bestehende Immuntherapien zu verbessern, so archynewsy.com.
Dendritische Zellen
Über die Effekte auf T-Zellen hinaus könnte Kreatin auch dendritische Zellen stärken. Diese spezialisierten Immunwächter erkennen Tumormaterial und aktivieren zytotoxische T-Zellen zur Abwehr, berichtete LADbible. Die Forschenden wiesen darauf hin, dass dendritische Zellen in Tumoren ihren Kreatinverbrauch erhöhen und darauf angewiesen sind, um unter nährstoffbegrenzten Bedingungen effektiv zu arbeiten, so La Tercera.
Das Team sieht darin eine zweigleisige Strategie in der Onkologie: „Das Potenzial, das wir hier erkennen, besteht darin, Kreatin auf zwei komplementäre Weisen einzusetzen: als Supplement zur Verstärkung der Immunantwort bei Patienten mit Immuntherapie und als Mittel zur Verbesserung der Qualität dendritischer Zell-basierter Impfstoffe vor deren Verabreichung“, erklärte James Elsten-Brown gegenüber LADbible.
Klinische Studien
Die Autorinnen und Autoren betonten, dass weitere Studien am Menschen erforderlich sind, um zu klären, ob eine orale Kreatin-Supplementierung ergänzend zu Krebstherapien therapeutisch wirkt, berichtete archynewsy.com. Kreatin-Monohydrat ist seit Jahrzehnten weit verbreitet und gilt bei empfohlener Dosierung allgemein als sicher. Dennoch warnten die Forschenden, dass der Einsatz im Kontext der Krebsbehandlung bisher nicht systematisch untersucht wurde.
Patientinnen und Patienten sollten deshalb ihre Onkologie-Teams konsultieren, bevor sie Kreatin oder andere Supplemente einnehmen, da Wechselwirkungen mit Medikamenten möglich sind, so archynewsy.com. Parallel dazu plant die Forschungsgruppe gemeinsam mit Ärzten klinische Studien, um Kreatin als Ergänzung zur Immuntherapie zu testen. Die Autoren betonten, dass keine der beschriebenen experimentellen Strategien derzeit von der FDA für die Anwendung am Menschen zugelassen ist, berichtete La Tercera.
Fitness-Supplement zum Muskelaufbau
Kreatin ist als Fitness-Supplement vor allem für seine Rolle im Energiestoffwechsel der Skelettmuskulatur und bei der Muskelreparatur bekannt. Die neuen Forschungsergebnisse der UCLA heben jedoch sein Potenzial hervor, die Immuninfrastruktur zu stärken, auf die moderne Immuntherapien angewiesen sind, so LADbible.
Das Medium verwies jedoch auch auf Warnungen von Klinikerinnen und Klinikern vor Risiken einer übermäßigen Einnahme. Hierzu zählen unter anderem Darmentzündungen, erhöhte nierenbezogene Marker im Urin sowie eine kurzfristige Aufgedunsenheit durch Wassereinlagerungen in Muskelzellen, berichtete LADbible. (Redaktion)