Baustelle in Trier Raser in der Spielstraße – Anwohner sorgen sich um ihre Kinder
Trier · Der Feyener Weg ist eigentlich eine Spielstraße. Doch seit die Pellinger Straße gesperrt ist, fahren dort ständig Autofahrer in zu hohem Tempo. Das sorgt für Frust und Streit.
04.08.2026 , 07:36 Uhr
Anwohnerinnen Julia Kolf (links) und Marina Behnke machen sich Sorgen. Aktuell fahren wegen der Baustelle in der Pellinger Straße viele Autofahrer zu schnell durch den Feyener Weg.
Foto: TV/Leon Scheid
„Dass diese Straße eine Spielstraße ist, interessiert die wenigsten“, empört sich Marina Behnke aus Trier-Feyen. Sie lebt mit ihrer Familie im Feyener Weg und meldet sich bei der Volksfreund-Redaktion mit einem Anliegen zur Baustelle an der Pellinger Straße.
Wie berichtet, ist diese seit dem 22. Juli zwischen dem Kreisverkehr Pellinger Straße/Am Sandbach und der Einmündung der Straße Am Knie gesperrt. Bei den Arbeiten werden unter anderem barrierefreie Bushaltestellen und breitere Gehwege gebaut. Der Ausweichverkehr sorgt im Feyener Weg für mächtigen Ärger.
Trier-Feyen: Viel Verkehr in der Spielstraße
Die offizielle Umleitung während der Bauzeit verläuft über die Straße Zum Römersprudel und die B268 in Richtung Pacelliufer. Der Gegenverkehr läuft ebenfalls auf dieser Strecke. Anwohnern ist es erlaubt, eine zweite Umleitungsstrecke über die Straßen Am Knie, Feyener Weg und Am Sandbach zu nutzen. Diese ist laut der Stadtverwaltung jedoch ausdrücklich nicht für den Durchgangsverkehr geeignet.
„Das Problem ist, dass dieser Hinweis überhaupt nicht funktioniert“, erklärt Behnke bei einem Termin vor Ort. „Hier fahren nicht nur Anwohner durch, sondern alle, denen es passt. Und das auch noch viel zu schnell.“ Der Feyener Weg ist eigentlich eine Spielstraße. Das bedeutet: Schrittgeschwindigkeit. „Besonders zu den Stoßzeiten halten sich die Autofahrer überhaupt nicht daran. Es ist nicht übertrieben, wenn ich sage, dass die teilweise mit 60 bis 70 durch unsere Straße fahren.“
Auch Anwohnerin Julia Kolf ist verärgert: „Manchmal stellen wir uns selbst an die Straße, um den Autofahrern zu sagen, dass sie sich an die Schrittgeschwindigkeit zu halten haben. Das sorgt dann auch schon mal für Diskussionen.“ Besonders zu den Stoßzeiten staut sich im Feyener Weg der Verkehr. „Die Straße war ja nicht ohne Grund bis zum Baubeginn eine Einbahnstraße“, sagt Kolf. „Wenn einem hier bei dem Verkehr noch jemand entgegenkommt, geht gar nichts mehr.“ Auch das Ein- und Ausparken sei für die Anwohner aktuell mit Stress verbunden.
Anwohner im Feyener Weg sorgen sich vor dem Schulstart
Für die Anwohner ist das alles eine starke Umgewöhnung. Marina Behnke: „Wir sind es eigentlich gewohnt, dass es hier eher ruhig ist. Mein Sohn spielt, wie viele andere Kinder aus dem Feyener Weg, gerne auf der Straße. Jetzt hat man plötzlich ständig ein mulmiges Gefühl dabei.“ Besonders sorgen sich die Anwohner im Hinblick auf die Schule, die nächste Woche wieder losgeht. „Dann laufen hier am Tag schätzungsweise 100 bis 200 Kinder durch. Wir hoffen einfach, dass das alles gut geht.“
Autofahrer werden am Feyener Weg darauf hingewiesen, dass die Durchfahrt nur für Anlieger erlaubt ist.
Foto: TV/Leon Scheid
Bei der Stadtverwaltung, dem Ordnungsamt und der Polizei haben die Anwohner sich bereits beschwert. „Damit hatten wir aber bisher keinen Erfolg. Wir haben das Gefühl, dass sich der Ball nur gegenseitig zugeschoben wird. Wir würden uns wünschen, dass die Durchfahrt durch den Feyener Weg aus der Richtung Am Knie einfach vollständig gesperrt wird.“
Stadtverwaltung Trier: Wir behalten die Situation im Auge
Auf Anfrage unserer Redaktion bestätigt ein Sprecher der Stadtverwaltung, dass es aus dem Feyener Weg bereits Beschwerden gab. Der Vorschlag einer Sperrung sei jedoch problematisch: „Eine Aufhebung der bestehenden Regelung würde nicht nur den Durchgangsverkehr betreffen, sondern hätte zur Folge, dass sämtliche Anwohner des Feyener Weges sowie der Straße Am Knie erhebliche Umwege in Kauf nehmen müssten, um ihre Grundstücke zu erreichen. Eine solche Regelung wäre mit erheblichen Auswirkungen für den Anliegerverkehr verbunden und wird derzeit nicht als verhältnismäßig angesehen.“
Die Stadt verspricht – auch im Hinblick auf den Schulbeginn – die Situation im Blick zu behalten. „Sollte der Verkehr signifikant zunehmen, bleibt die angesprochene Durchfahrtsbeschränkung in der Straße Am Knie eine Option. Andererseits zeigt die Erfahrung, dass die Verkehrsteilnehmer sich nach und nach besser auf Straßensperrungen und damit verbundene Umleitungen einstellen, sodass im Lauf der Zeit eine Verbesserung der Situation zu erwarten ist.“
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