Stand: 18.10.2026, 20:41 Uhr
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Trotz tristen Wetters nutzten viele Besucher die Gelegenheit, um sich beim Baustellenfest in Bad Salzhausen zu informieren. Statt der kritischen Töne in der Vergangenheit waren nur positive Stimmen zu hören.
Bad Salzhausen – „Ich habe gedacht, es ist niemand hier. Aber es ist doch schon voll“, wundert sich Dietmar Wäs vom Nabu in Ortenberg beim Baustellenfest am Sonntag. Um kurz vor 11 Uhr stehen Besucher in der Lesehalle des Kurparks Schlange, um Dauerkarten zu kaufen. Auch die Eröffnung mit den Geschäftsführern Thomas Hellingrath, Florian Herrmann und Rolf Hartmann hat ein großes Publikum.

Ein paar Schritte weiter stehen Reimund Becker und Michael Riesbeck am mobilen Backhaus aus Ober-Widdersheim. Zusammen mit Irmgard Beck vom Bezirkslandfrauenverein Nidda testen sie, wie lange der Zwiebelkuchen im Ofen bleiben muss. Bald sind sie von Besuchern umringt, die auf einen leckeren Imbiss hoffen. Doch zunächst gibt es nur Probestücke.
Park ab jetzt gesperrt
Ab dem heutigen Montag ist der Untere Kurpark bis zum LGS-Start im April für die Öffentlichkeit gesperrt. Wie die LGS gGmbH erklärt, werde ab dem Herbst unter Hochdruck gearbeitet, vorbereitet und aufgebaut. Die Verkehrssicherungspflicht sei so nicht mehr zu gewährleisten.
„Test bestanden“, bestätigt Thorsten Herbert aus Beienheim. Über den Turnverein in Bingenheim sei er mit der Landesgartenschau Oberhessen (LGS) verbunden, erklärt er. „Man wird sehen, wie es angenommen wird“, äußert er sich zunächst vorsichtig. Letztlich ist er aber zuversichtlich. „Ich denke, in der Summe gibt es schon eine gelungene Veranstaltung.“
Das Baustellenfest macht deutlich wie stark die LGS vom ehrenamtlichen Engagement in der Region getragen wird. Das ist zugleich eine bereichernde Vielfalt aber auch eine Chance für Vereine und Initiativen, sich zu präsentieren. „Wir sind einer der wenigen Akteure in Ortenberg und mit 64 Angeboten zur Landesgartenschau können wir uns sehen lassen“, erklärt Wäs vom Nabu. „Wir hoffen, dass sich die Leute dafür interessieren und mit uns ein wenig die Welt retten.“
Außer dem Zwiebelkuchen finden auch die anderen Kuchensorten der Landfrauen reißenden Absatz. Bald sind viele Bleche leer. „Wir sind ein Verein, der nicht nur, aber auch hervorragend Kuchen backen kann“, stellt die Präsidentin des hessischen Landfrauenverbandes Ursula Pöhlig fest.
Die Landfrauen möchten bei der LGS zeigen, dass sie mehr tun, als nur Kaffee und Kuchen anzubieten. Irmgard Beck betont, dass sie sich für Frauenrechte einsetzen. Damit stehen sie in der Tradition des Verbandes, der bei der Gründung Frauen weitergebildet hat, um sie selbständiger zu machen. An fünf Wochenenden werden die Landfrauen ein zweitägiges Programm präsentieren. Sie wollen auch verstärkt für junge Frauen attraktiv werden und neue Mitglieder gewinnen. „Wir wollen zeigen, dass wir nicht nur Ü60 sind.“
Ein Höhepunkt des Festes sind die beiden Baustellenführungen. Jeweils zwei große Gruppen lassen sich die Projekte und bisherigen Arbeiten vorstellen. Dabei gibt es auch kritische Nachfragen. „Sind denn die Dichtschichten erhalten worden, als der Schlamm aus dem Teich geholt wurde?“, sorgt sich Udo Leopold aus Ober-Schmitten, dass der Landgrafenteich durch die Sanierung Schaden genommen haben könnte. Bauleiter Christopher Blos beruhigt ihn, dass auf die Lehmschichten am Boden geachtet worden sei.

„Das ist ein erster Test für das Team und die Partner“, sieht der LGS-Geschäftsführer Florian Herrmann das Baustellenfest auch als eine kleine Generalprobe für das kommende Jahr. Der Erfolg gibt ihm recht, zeigt aber auch kleine Defizite. Aus Schlüchtern ist der Imker Wolfgang Wagner nach Bad Salzhausen gekommen. Die Anreise sei etwas beschwerlich gewesen. Umleitungen hätten ihm die Zufahrt zum Kurort erschwert. Für Ortsunkundige sei die Beschilderung der Umleitungen teilweise sehr verwirrend.
„Unser Auftrag ist, Kontakte zu Lehrern und Kindergärten herzustellen, damit wir den Sachunterricht in den Schulen unterstützen können“, erläutert er. Dazu hat er das Bee-Mobil der Landjugend mitgebracht. Auf einem Tisch präsentiert er verschiedene Honigsorten zum Probieren. Am Boden stehen eine Honigschleuder und ein Kasten mit Waben. „Ich habe heute schon Kontakte geknüpft, da hat sich die Sache schon gelohnt“, freut sich Wagner.
Gemeinsam mit ihrem Sohn Anton dreht Lena Risch aus Ober-Lais an der Kurbel der Honigschleuder. Die LGS sei „eine schöne Idee, aber ich werde mir kein Ticket kaufen“, räumt sie ein. „Man muss das mögen mit den ganzen Blumen.“ Trotz dieser scheinbar ablehnenden Haltung freut sie sich auf die LGS, vielmehr deren Ende. „Wir kommen nachher, wenn wieder offen ist“, kündigt Risch an. „Es ist schön, was alles in den Park investiert wird.“