Berlin feiert die Basketball-WM der Frauen: Das DBB-Team hat das Minimalziel erreicht, das Turnier bereits alle Erwartungen übertroffen

Die deutschen Basketballerinnen stehen im Viertelfinale der Heim-WM und haben damit das Minimalziel erreicht. Besser schnitt historisch nur die DDR im Jahr 1967 ab. Der enttäuschenden Auftaktniederlage gegen Spanien folgten klare Siege gegen Japan, Mali und am Dienstagabend in der ersten K.o.-Runde gegen Südkorea. Im Viertelfinale am Donnerstag (17.45 Uhr) ist die DBB-Auswahl allerdings Außenseiter.

Wie bei der letzten Europameisterschaft geht es gegen Belgien. Vor einem Jahr war das deutsche Team gegen den späteren Titelträger hilf- und chancenlos. Doch damals fand das Spiel im griechischen Piräus statt, jetzt werden Nyara Sabally, Leonie Fiebich und Co. vom Heimpublikum angetrieben.

Denn während die deutschen Basketballerinnen noch daran arbeiten, die Erwartungen zu übertreffen, ist dies der Weltmeisterschaft in Berlin bereits gelungen. Statistisch und emotional ist das Turnier ein großer Erfolg. Mit mehr als 220.000 verkauften Tickets wurde der Rekord von der WM in Sydney vor vier Jahren regelrecht pulverisiert.

Basketball Berlin 05.09.2026 FIBA Womens Basketball World Cup Germany 2026 Vorrunde Gruppe Deutschland GER - Japan JPN Jubel Deutschland nach dem Sieg Zuschauer fans Leonie Fiebich Deutschland, No.13 Frida Bühner Deutschland, No.20 Lina Sontag Deutschland, No.24 Emily Bessoir Deutschland, No.22 li. *** Basketball Berlin, September 5, 2026 FIBA Womens Basketball World Cup Germany 2026 Preliminary Round Group Germany GER vs. Japan JPN Celebrations in Germany after the victory Spectators, fans Leonie Fiebich Germany, No. 13, Frida Bühner Germany, No. 20, Lina Sontag Germany, No. 24 Emily Bessoir, Germany, No. 22 li

Leonie Fiebich (rechts) gehört zu den Publikumslieblingen im deutschen Team.

© IMAGO/Tilo Wiedensohler

Bei den deutschen Gruppenspielen war die Halle bis auf den letzten Platz gefüllt. Gegen Südkorea blieben viele Sitze leer, doch das war bei der Kurzfristigkeit der Ansetzung sowie dem späten Spielbeginn an einem Wochentag zu erwarten. Doch nicht nur das DBB-Team zieht die Massen an.

Die Belgierinnen werden von 1000 Fans aus der Heimat begleitet. Italien schrammte, angepeitscht von vielen in Berlin lebenden Landsleuten, gegen die USA an einer Sensation vorbei. Bei den Spielen der Amerikanerinnen sind reihenweise Mädchen mit Trikots von Superstar Caitlin Clark zu sehen, während das neutrale Publikum eher darauf hofft, dass der große Favorit zum ersten Mal seit 2006 wieder ein Spiel verliert.

So viel Zuschauerzuspruch ist keinesfalls selbstverständlich. Es ist ein bekanntes Phänomen bei internationalen Basketballturnieren, dass die Halle mäßig gefüllt bis nahezu leer ist, wenn kleinere Teams ohne große mitgereiste Fangemeinde spielen. Das gilt für Wettbewerbe der Frauen wie der Männer.

Auch in Berlin waren die große Arena in Friedrichshain sowie die Max-Schmeling-Halle nicht immer voll, doch vor leeren Rängen musste niemand spielen. Die Lust auf Basketball ist spürbar, nicht in der ganzen Stadt, aber punktuell. Sei es bei einem Jugendturnier in der Sömmeringhalle, bei Diskussionsrunden mit früheren Profis oder rund um die Spielorte, wo deutlich mehr Kinder zu sehen sind als bei Wettbewerben der Männer.

Deutscher Basketball war noch nie so gut

Das Timing für diese WM hätte kaum besser sein können. Der deutsche Basketball befindet sich nach den WM- und EM-Titeln der Männer sowie Olympiagold im 3x3 an seinem höchsten Punkt. Das Frauenteam rund um die fünf WNBA-Profis verfügt über so viele talentierte Spielerinnen wie nie. Zudem befindet sich der gesamte Sport im weiblichen Bereich, angetrieben von der nordamerikanischen Profiliga, im Aufwind.

Diese Entwicklung beflügelt auch die WM in Berlin, bei der wahrscheinlich Tausende Fans erstmals live ein Spiel der Frauen verfolgt haben. Dass sie dabei nicht unbedingt den bestmöglichen Basketball sehen, ist allerdings auch klar. Die praktisch nicht vorhandene Vorbereitungszeit für viele Teams und der enge Spielplan lassen es nicht zu, dass die Mannschaften auf ihrem höchsten Niveau glänzen.

Auch das Rahmenprogramm in der Arena mit zahllosen Marketingaktionen und Mucki-Cam hätte man liebevoller gestalten können, anstatt einfach nur die Spiele der Männer zu kopieren. Doch selbst vom nervigen Hallenanimateur lassen sich die Fans den Spaß an diesem Großereignis nicht nehmen – und der Höhepunkt der WM steht bis Sonntag ja erst noch an.