Besucher trotzen Hitze und Unwetter

Stand: 05.09.2026, 14:00 Uhr

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Vor der Sportpark-Bühne tummeln sich die Besucher. An so manchem Sommerbrücken-Abend sank das Thermometer nicht unter die 30-Grad-Marke.

Vor der Sportpark-Bühne tummeln sich die Besucher. An so manchem Sommerbrücken-Abend sank das Thermometer nicht unter die 30-Grad-Marke. © Rebecca Schober/Rebeccas Foto Art

Seit 1988 umsonst und draußen – Sommerbrücke 2026 zieht mehr als 10.000 Menschen an.

Friedrichsdorf – Live-Kultur, unter freiem Himmel und der Eintritt ist kostenlos: So lautet das simple Erfolgsrezept der Veranstaltungsreihe „Sommerbrücke“ – im Übrigen seit der Premiere des Festivals im Jahr 1988 unangetastet. Vier vollgepackte Wochen mit insgesamt 21 Veranstaltungen waren es in diesem Jahr; die „Marion & Sobo Band“ setzte Ende August auf der Freilichtbühne „Alte Burg“ den musikalischen Schlusspunkt.

Für Sport- und Kulturamtsleiter Jonas Steinert, der zusammen mit seinem Team die Organisation wuppt, war es bereits die sechste Episode der Veranstaltungsreihe. Im Gespräch mit unserer Zeitung zeigt sich Steinert zufrieden, wenngleich die diesjährige Sommerbrücke hinter dem Besucherrekord aus dem vergangenen Jahr zurückbleibt: Insgesamt 10.400 Menschen sahen Konzerte, lachten miteinander über Kabarett und ließen sich vom Kindertheater begeistern. Im Vergleich zum Vorjahr – 2025 waren es 10.960 – sind das zwar mehr als 500 Besucher weniger, doch der Amtsleiter nimmt’s gelassen: „Wir können eben nicht jedes Jahr einen Rekord einfahren.“

Über die Gründe für den Besucherrückgang lässt sich laut Steinert nur mutmaßen. Ein möglicher Faktor: die anhaltend hohen Temperaturen. „Die Hitze hat für etwas Schwund gesorgt“, meint Steinert. An so manchem Abend sei das Thermometer nicht unter die 30-Grad-Marke gesunken. Während der zweiten Hälfte der Sommerbrücke sei es dann wieder etwas kälter geworden.

Auch Unwetter machten vor der Sommerbrücke nicht halt – wieder einmal. Im vergangenen Jahr traf es die Comedienne Vera Deckers. Ihr Auftritt auf der Freilichtbühne musste komplett gestrichen werden. Nun musste Kabarettistin Andrea Volk daran glauben. Immerhin: Nur die zweite Hälfte ihres Auftritts auf der Bühne im Sportpark fiel ins Wasser. „So konnte sie zumindest eine Stunde Programm zeigen“, sagt Steinert.

„It’s Time to Swing“ lautet das Motto beim Konzert um den Friedrichsdorfer Trompeter Martin Auer auf der Freilichtbühne „Alte Burg“.

„It’s Time to Swing“ lautet das Motto beim Konzert um den Friedrichsdorfer Trompeter Martin Auer auf der Freilichtbühne „Alte Burg“. © Till Schluenz

Wie immer ließen Steinert, Bürgermeister Lars Keitel (Grüne) und Vertreter aus der Stadtpolitik den Spenden-Zylinder herumgehen: Für die Künstlerhonorare der Sommerbrücke im kommenden Jahr spendeten die Besucher insgesamt mehr als 38.000 Euro (2025 kamen insgesamt 42.600 Euro zusammen); die höchste Einzelspende betrug 400 Euro. Auch die Spendenbereitschaft pro Kopf ist 2026 zurückgegangen: Mit 3,66 Euro liegt der Betrag 0,24 Cent hinter dem Pro-Kopf-Betrag des Vorjahres (2025: 3,90 Euro). Für Steinert sind die 38.000 Euro – wohlgemerkt das zweitbeste Ergebnis in der Historie der Sommerbrücke – dennoch eine gute Ausgangssituation: „Damit lässt sich ein attraktives Programm zusammenstellen.“ Mitunter, fügt er hinzu, lasse die ein oder andere Band mit sich auch noch einmal über das Honorar verhandeln. Meistbesuchte Veranstaltung der diesjährigen Sommerbrücke war das Konzert von „BABA Explosion“: 1300 Besucher sahen den Auftritt der ABBA-Coverband im Sportpark.

An den Spielstätten, der Freilichtbühne in Burgholzhausen und dem Sportpark, möchte Steinert festhalten. Die Abläufe seien gut eingespielt. „Es gibt keinen Grund, etwas zu ändern.“ Zwar sei er derzeit noch mit allerlei Abrechnungen beschäftigt. Die Planungen fürs kommende Jahr sollen laut Steinert aber sofort losgehen. Dann dürfen sich die Besucher wieder auf einen bunten Mix aus lokalen, überregionalen und internationalen Künstlern freuen. „Dass vor allem lokale Künstler auftreten“, sagt Jonas Steinert, „macht den unverwechselbaren Charakter der Sommerbrücke aus.“ (Paul Hendrik Fürst)