HSV
Historische Minuskulisse im Volkspark! Linberg-Elfmeter rettet HSV-Frauen einen Punkt
Norwegerin verwandelt Handelfmeter. Schlusslicht Leipzig dominiert das Geschehen. Erstmals unter 3000 Zuschauer:innen im Volksparkstadion
Die HSV-Kickerinnen warten weiter auf ihren ersten Punktspielsieg: Gegen den Bundelsiga-Tabellenletzten RB Leipzig kam das Team von Rodolfo Cardoso nicht über ein 1:1 hinaus, das nach dem Spielverlauf zudem recht glücklich war. Die Anstoßzeit am Samstagmittag lockte erstmals weniger als 3000 Menschen ins Volksparkstadion.
In der Anfangsphase setzten die Leipziger auf vehementes Offensivpressing, wovon der HSV sich merklich beeindrucken ließ. Delice Boboy (3.) besaß die erste RB-Chance. Anna Simonsson (5.) bekam den Ball von HSV-Torhüterin Kinga Szemik in den Fuß gespielt, konnte diese Gelegenheit aber nicht nutzen. Nikée van Dijk (8.) fehlte es im Strafraum an Ballkontrolle, um wirklich gefährlich zu werden. Boboy (20.) war dann ganz nah dran am 0:1, doch Keeperin Szemik bekam noch eine Hand an ihren Kopfball. Die HSV-Abwehr wackelte, hielt bis dahin aber mit Glück und Geschick.
Boboy bringt Leipzig in Führung
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Kurz darauf jubelte aber doch das Dutzend angereister Leipzig-Fans: Es war erneut Boboy (21.), die 25 Meter vor dem Tor nicht angegriffen wurde - und den Ball bei ihrer dritten Gelegenheit links im Eck versenkte. Das erste Saisontor der Leipzigerinnen, die ohne Punkt und ohne Treffer zum dritten Spieltag in den Volkspark gereist, aber alles andere als dankbare Gegnerinnen waren.
Sára Pusztai (24.) hätten die erste Hälfte für die Gäste fast schon in trockene Tücher bringen können , doch ihr Freistoß flog am HSV-Tor vorbei. Dann setzte kurz Starkregen ein. Hamburger Wetter? Der Hamburger Bundesliga-Minusrekord von 2854 Zuschauer:innen (minus dem Dutzend aus Sachsen) feuerte ihr Team tapfer an, doch zunächst vergab Boboy (27.) per Kopf die nächste RB-Gelegenheit. Die erste halbe Stunde ging eindeutig an Leipzig.
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HSV - RB Leipzig 1:1 (1:1)
Tore: 0:1 Boboy (21.), 1:1 Linberg (34./HE)
Dann wagten sich die Hamburgerinnen endlich einmal nach vorn - und wurden prompt belohnt. Pauline Machtens und Nikola Karczewska stifteten so viel Verwirrung im Strafraum, dass Leila Peneau (32.) von der Strafraumgrenze zu einem Schuss kam, der der Leipzigerin Alieke Tuin an den weit ausgestreckten Arm sprang. Den etwas glücklichen, aber vollkommen berechtigten Handelfmeter verwandelte die etatmäßige Strafstoßschützin Camilla Linberg (34.) zum 1:1. Beim Vorwochen-1:2 in Stuttgart war sie vom Punkt noch gescheitert, diesmal behielt die Norwegerin die Nerven.
1:1 zur Pause. HSV-Coach Rodolfo Cardoso brachte zur zweiten Hälfte Lena Martens für Peneau - und die 17-Jährige setzte gleich ein Zeichen, indem sie nach Zuspiel von Karczewska aus halbrechter Position gen RB-Kasten strebte (46.), im Strafraum aber an ihrer Gegenspielerin hängenblieb.
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Szemik pariert stark gegen Tuin
Der HSV hielt nun mehr dagegen als in den ersten 45 Minuten. Emilia Asgeirsdottir (52.) hätte jedoch wieder für Leipzigs Führung sorgen müssen, die Isländerin setzte ihren Schuss aber zu hoch an. Van Dijk (62.) ging es später genauso. Die Gäste blieben spielbestimmend, Szemik musste gegen Tuin (77.) eine starke Faustabwehr zeigen, um den Spielstand ausgeglichen zu halten. Die eingewechselte Carla Morich (84.) sorgte mit ihrer Flanke noch einmal ansatzweise für Gefahr von dem Leipziger Gehäuse, mit dem 1:1-Endstand war der HSV gleichwohl gut bedient.
Mit zwei Punkten aus drei Partien bleibt der HSV im unteren Mittelfeld. Am Freitag steht das Nordderby an, dann reisen Linberg und Co. zu Werder Bremen, das mit zwei Siegen in die Saison gestartet ist.