Bilderbuchstart des SC Riessersee – mit kleinen Abstrichen

Stand: 18.09.2026, 23:45 Uhr

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Max Spöttel bejubelt seinen Treffer zum 1:0 für den SC Riessersee

Nach 54 Sekunden: Max Spöttel ist der Mann, der das erste Tor der neuen Saison für den SC Riessersee erzielt. © Andreas Mayr

Der SC Riessersee ist mit einem Sieg in die neue Saison der Eishockey-Oberliga Süd gestartet. 3:0 stand es nach Drittel eins, doch es wurde noch spannend.

Garmisch-Partenkirchen – Ein gutes Eishockey-Spiel ist manchmal wie ein gutes Buch. Die Geschichte zieht einen gleich in seinen Bann, beinhaltet lebendige Figuren mit ihren Stärken wie Schwächen und endet in einem packenden Schlussteil. Eine solche Partie bekamen die 1214 Zuschauer am Freitagabend im Olympia-Eissportzentrum zu sehen – inklusive Happy End. Der SC Riessersee siegte zum Auftakt der neuen Oberliga-Saison mit 4:2 gegen die EHF Passau Black Hawks.

Ein Kapitel voller schöner SCR-Fotos

Auf den ersten Seiten brauchte es eigentlich gar keinen Text. Nur schöne Bilder. Bereits nach 54 lieferte Max Spöttel das erste. Auf Vorarbeit von Johan Porsberger netzte er zum 1:0 ein und drehte jubelnd vor den entzückten Fans ab. Sebastian Holzapfel war für das nächste Foto zuständig. Mit einem mächtigen Check beförderte einen Passauer in die Bande. Brachte ihm beinahe genauso viel Beifall ein, wie ihn anschließend Luis Becker für sein 2:0. Becker vollendete, was Robin Soudek skizziert hatte. Der Tscheche, der ebenso wie Porsberger und Sten Johansson, den Vorzug vor Parker Colley erhalten hatte, bereitete mustergültig vor. Soudek tänzelte zwei Gegenspieler aus, verpasste dann zwar den Abschluss, bewahrte aber die Ruhe und fand Becker. Auch auf dem nächsten Bild war Soudek der Protagonist. In Überzahl schloss er präzise aus zehn Metern zum 3:0 ab. Begeisterte auch Leif Carlsson auf der Bank. „Das war unser bestes Drittel bisher“, lobte der Coach. Entsprechend verdiente das erste Kapitel den Titel „Bilderbuchstart“.

Riessersees Robin Soudek im Zweikampf mit einem Passauer.

Mehr Gegenwehr: In Kapitel zwei und drei haben Robin Soudek und Co. nicht mehr so leichtes Spiel mit den Passauern. © Andreas Mayr

Das Erzähltempo bricht ein, Passau erstarkt

Damit konnte das zweite Kapitel nicht mithalten. Das Erzähltempo brach ein, es war geprägt von vielen überflüssigen Nebenhandlungen. Hatte der SCR den Passauern in Abschnitt eins noch kaum Luft zum Atmen gegeben, sofort Jagd auf sie bei Scheibenverlust gemacht, wurde den Gästen in den zweiten 20 Minuten mehr Raum geschenkt. Carlsson resümierte: „Das zweite Drittel verlief umgekehrt. Wir hatten Glück, dass es danach nur 3:1 stand.“ Emotional wurde es nur noch einmal, als sich Thomas Schmid Grady Hobbs schnappte, ihm ein paar Schläge verpasste und das Trikot über den Kopf zog. Unter tosendem Applaus ging es anschließend natürlich auf die Strafbank.

Spannung wegen vieler Strafzeiten im finalen Kapitel

Kapitel drei sorgte hingegen wieder für deutlich mehr Spannung. Mehr, als es dem SCR-Coach lieb war. „Wir dürfen uns nicht so viele Strafzeiten erlauben“, monierte Carlsson. Acht Minuten sammelten seine Spieler im finalen Abschnitt. Nutzten die Gäste, um zunächst auf 3:2 heranzukommen. Anschließend sorgte Elias Ulrich für vermeintliche Entspannung mit seinem Treffer zum 4:2, doch die Werdenfelser lieferten nochmals einen kleinen Plot-Twist in der Story. Fast vier Minuten stemmten sie sich in Unterzahl gegen den drohenden Anschluss, 1:43 davon mit zwei Mann weniger auf dem Eis. Doch insbesondere auf Goalie Max Bolle war Verlass. „Er hat überragend in dieser Phase gehalten“, lobte Carlsson.

Damit geriet der Auftaktsieg nicht mehr in Gefahr, die Fans durften mit ihrem Team die ersten drei Punkte der neuen Spielzeit feiern. Da durfte auch „I can‘t dance“ von Genesis samt Raupe nicht fehlen. Die Neuen wie Bolle sowie Rio Kaiser und Robin Merwald wussten dabei zwar nicht, was sie tun sollten. Doch vielleicht schreibt der SCR ja diese Saison noch ein paar Fortsetzungen dieser Art.