Trump eskaliert Streit mit Medien – Bann aus dem «Haus des Volkes»

Trump bestraft führende Medienorganisationen und verbannt sie aus dem Weissen Haus

Der amerikanische Präsident kündigt an, dass er die beiden Nachrichtensender CNN und MS NOW sowie die Online-Publikation Politico für ihre Berichterstattung bestrafen wolle. Experten sagen, ein solcher Bann verstosse gegen die Verfassung.

Renzo Ruf, Washington18.09.2026, 23.52 Uhr

3 Leseminuten


Das Schild des Nachrichtensenders CNN am Freitag (18. 9.) im Weissen Haus.

Das Schild des Nachrichtensenders CNN am Freitag (18. 9.) im Weissen Haus.

Alex Brandon / AP

Der amerikanische Präsident geht erneut auf Konfrontationskurs gegenüber der freien Presse. Am Freitag verfügte Donald Trump, dass drei wichtige Medienorganisationen «per sofort» aus dem Weissen Haus in Washington verbannt würden. Die Ankündigung betrifft die beiden Nachrichtensender CNN und MS NOW (früher: MSBNC) sowie die Internet-Publikation Politico.

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Auf Truth Social warf er den Medienorganisationen vor, sie würden ständig Erfindungen und Lügen verbreiten. Und er kündigte an, dass der Bann weitere Publikationen wie die «New York Times» treffen könnte.

Später ergänzte Trump während einer Pressekonferenz im Oval Office des Weissen Hauses, in der er von den anwesenden Medienschaffenden auf die in der Verfassung verbriefte Meinungsfreiheit hingewiesen wurde: Er könne «Fake News» leider nicht verbieten, ständig die Unwahrheit über seine Regierung zu verbreiten. «Aber ich muss sie nicht in mein... in das Haus des Volkes lassen.» Das Haus des Volkes, «The People's House», das ist ein beliebter Übername für das Weisse Haus.

President Trump says courts should not "allow fake news to be written day after day after day" and says he won the election in a "landslide," but claims he got no fair press. pic.twitter.com/jKEa6H0dCL

— CSPAN (@cspan) September 18, 2026

Solche medienfeindlichen Tiraden ist man von Trump gewöhnt, nutzt der Republikaner doch fast jede längere Rede dazu, die Berichterstattung über ihn zu kritisieren. Immer wieder hat der Präsident in den vergangenen Jahren, in seiner ersten und zweiten Amtszeit, auch versucht, Medien zu bestrafen.

So verbannte er die Nachrichtenagentur AP aus dem Oval Office und von Air Force One. Aber noch nie versuchte Trump seit seiner ersten Wahl 2016, eine Medienorganisation aus dem Weissen Haus zu vertreiben. Die Pläne seiner Berater, die Arbeitsplätze der führenden Publikationen in einen Nebengebäude zu verlegen, wurden schubladisiert.

Trump will CNN nicht mehr in seinem Büro

Wobei: Am Freitagnachmittag herrschte in Washington vorerst Unklarheit darüber, wie Trumps Ankündigung in die Praxis umgesetzt werden sollte. So berichtete die CNN-Korrespondentin Kristen Holmes, deren Berichte dem Präsidenten immer wieder sauer aufstossen, noch eine Stunde nach Veröffentlichung der Truth-Social-Stellungnahme aus dem Weissen Haus.

Während seiner Pressekonferenz sagte Trump zuerst, dass er CNN, MS NOW und Politico «nicht mehr in meinem Büro» wolle. Damit meinte er wohl das Oval Office. Dann ging er aber noch einen Schritt weiter und verkündete: «Der Bann sollte so weit gehen, wie es eben möglich ist.» Erst wenn die betroffenen Medien ihre Berichterstattung anpassen würden, sei er bereit, das Verbot zu lockern.

CNN sagte in einer ersten Stellungnahme, die Ankündigung Trumps sei illegal. Die Redefreiheit sei in der Verfassung garantiert, und der Nachrichtensender habe Anspruch darauf, «ohne Einmischung» der Regierung über die amerikanische Exekutive zu berichten.

So sehen das auch Verfassungsrechtler und Bürgerrechtsorganisationen. Sie verwiesen in ersten Stellungnahmen darauf, dass die Meinungsfreiheit in den USA von den Gerichten grosszügig ausgelegt werde. Auch erwähnten sie Präzedenzfälle, in denen die Gerichte festhielten, dass die Regierung in Washington keine einzelnen Publikationen bestrafen könne — selbst wenn ihr die Berichterstattung nicht passe.

So erstritt sich der damalige CNN-Korrespondent Jim Acosta im Jahr 2018 auf dem Rechtsweg seinen Presseausweis zurück, der ihm Zutritt ins Weisse Haus gewährte. Allerdings sind diese Gerichtsverfahren höchst aufwendig. Die Nachrichtenagentur AP kämpft immer noch darum, im Weissen Haus genauso wie die Konkurrenten Reuters und Bloomberg behandelt zu werden.

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