Bildungsministerin Ute Eiling-Hütig erstmals in Zweibrücken: „Bayerische Ergebnisse – auf die rheinland-pfälzische Art“

Bildungsministerin Ute Eiling-Hütig erstmals in Zweibrücken „Bayerische Ergebnisse – auf die rheinland-pfälzische Art“

Zweibrücken · Neue Bildungsministerin nennt ihre Ziele bei Sommerschule-Besuch. Der Merkur fragte auch nach den Hitzeproblemen in Kitas und Schulen.

04.08.2026 , 00:41 Uhr

 Ministerin Ute Eiling-Hütig mit Schulleiter Thomas Trier und Beigeordneter Christina Rauch (von links) in der Herzog-Wolfgang-Realschule plus.

Ministerin Ute Eiling-Hütig mit Schulleiter Thomas Trier und Beigeordneter Christina Rauch (von links) in der Herzog-Wolfgang-Realschule plus.

Foto: Sebastian Dingler

Die neue rheinland-pfälzische Ministerin Ute Eiling-Hütig (CDU) war am vergangenen Mittwoch zu Gast an der Zweibrücker Herzog-Wolfgang-Realschule plus. Anlass war die sogenannte Sommerschule mit ihrem Angebot „Lernen in Ferien“ und Feriensprachkursen.

Dabei besuchen 80 Schülerinnen und Schüler die Realschule plus, hauptsächlich um in den Ferien Defizite aufzuarbeiten. Wie die Zweibrücker Beigeordnete Christina Rauch (CDU) mitteilte, nehmen aber auch leistungsstarke Schülerinnen und Schüler teil, die sich besser aufs kommende Schuljahr vorbereiten wollen.

Getragen wird die Sommerschule von einem Zusammenspiel aus Landesförderung über den Volkshochschulverband, den Zweibrücker Schulen, der Stadtverwaltung und dem Medienzentrum Südwestpfalz, das die digitale Betreuung übernimmt.

Zunächst führten Rauch und Schulleiter Thomas Trier die Ministerin durch die laufenden Kurse und erläuterten, wie das Angebot organisiert ist. „Ich fand es sehr beeindruckend“, sagte Eiling-Hütig beim anschließenden Pressegespräch. Sie kenne ähnliche Unterstützungsangebote der Volkshochschulen aus ihrem bisherigen Bundesland Bayern, wollte einen direkten Vergleich aber ausdrücklich nicht ziehen: „Ich habe ganz deutlich gesagt, dass ich hier keine bayerischen Verhältnisse will, aber ich möchte irgendwann bayerische Ergebnisse – und das auf die rheinland-pfälzische Art.“

Auf die Frage, wie sie das erreichen möchte, nannte die Ministerin Projekte wie die Zweibrücker Sommerschule mit ihren Bausteinen „Lernen in Ferien“ und Feriensprachkursen sowie die Familiengrundschulzentren als Ansatzpunkte. Gefördert werden sollen vor allem Sprachkompetenzen, aber auch Sozialkompetenzen und mathematische Grundlagen. Bei den Familiengrundschulzentren gehe es darum, Eltern frühzeitig einzubinden und Familien in ihrem Umfeld zusammenzuführen, so Eiling-Hütig.

Wie Rauch erläuterte, läuft die Zweibrücker Sommerschule in diesem Jahr mit vier Kursen „Lernen in Ferien“ sowie vier Feriensprachkursen. 12 der 14 Zweibrücker Schulen schicken Kinder, die dann gemeinsam in der Herzog-Wolfgang-Realschule unterrichtet werden. Neu ist in diesem Jahr, dass auch künftige Erstklässler der „Klassenstufe null“ schon vorab in Schule hineinschnuppern können. Alle Eltern in Zweibrücken wurden dazu angeschrieben, zusätzlich sprachen Lehrkräfte gezielt Kinder an, für die das Angebot besonders hilfreich sein könnte.

Eine Verpflichtung zur Teilnahme lehnte Eiling-Hütig aber ab: Solange das freiwillige Modell so gut funktioniere, sehe sie dafür keine Notwendigkeit. Anders sehe es bei der Sprachstandserhebung aus: Diese soll künftig für alle Kinder anderthalb Jahre vor der Einschulung verpflichtend werden, kündigte die Ministerin an. Details – etwa ob daraus ein verbindliches Vorschuljahr wird – müssten noch ausgearbeitet werden. Ziel sei ein möglichst einheitliches Sprachniveau beim Schulstart – damit alle Kinder von Anfang an mitkommen.

Bei der Sommerschule setzen die Lehrkräfte neben klassischen Methoden auch auf digitale Hilfsmittel: Über das Medienzentrum Südwestpfalz stehen speziell präparierte Tablets mit Lern-Apps zur Verfügung, die laut Schulleiter Trier bewusst auf Lerninhalte beschränkt sind und kaum Ablenkung böten. Gerade beim Vokabellernen sei die Motivation der Kinder damit spürbar größer als mit klassischen Karteikarten.

Das sei kein Widerspruch, so die Ministerin, zu ihrem Vorhaben, private Handynutzung an Schulen künftig zu untersagen: Ein entsprechendes Verbot werde derzeit vorbereitet und komme „auf jeden Fall“. Digitale Geräte gezielt im Unterricht einzusetzen sei etwas anderes als private Smartphone-Nutzung, die an Schulen „nichts zu suchen“ habe.

Auf die Frage nach konkreten Maßnahmen gegen die Hitze an Schulen und Kitas wollte sich die Ministerin beim Termin in Zweibrücken nicht spontan äußern. Nur so viel: „Was ich schon sehe, ist, dass der Schulhof hier geteert ist. Da müssen wir uns nicht drüber unterhalten, dass man sich solche Dinge mal genauer anschaut.“

Eine schriftliche Nachfrage bei der Pressestelle des Bildungsministeriums ergab: Feste Temperaturgrenzen, ab denen Hitzefrei erteilt werden muss, gibt es in Rheinland-Pfalz bewusst nicht. Über Maßnahmen wie zusätzliche Trinkpausen, Verlagerung des Unterrichts in kühlere Räume oder Hitzefrei entscheiden die Schulleitungen vor Ort, orientiert am Hitzeaktionsplan des Landes. Für bauliche Anpassungen wie Verschattung oder Fassadenbegrünung stehen Schulträgern Förderprogramme wie die Schulbauförderung, der Rheinland-Pfalz-Plan für Bildung, Klima und Infrastruktur sowie das Startchancen-Programm zur Verfügung.