Gigers Tabubruch als Vorbild
Bravo! Endlich sagt jemand die Wahrheit
Samuel Giger bricht ein Tabu. Das ist eine Wohltat für den Schwingsport, findet Blick-Reporter Nicola Abt.
Publiziert: 00:09 Uhr
Darum gehts
KI-generiert, redaktionell geprüft
- Samuel Giger bekennt sich öffentlich zum Profitum im Schwingen
- Spitzenschwinger arbeiten oft nur einen Tag pro Woche oder studieren
- Jetzt sollen andere Athleten nachziehen und Gigers Ehrlichkeit als Vorbild nehmen
Nicola AbtReporter Sport
Samuel Giger outet sich als Schwing-Profi. Bravo! Schluss mit dem Versteckspiel. Der Thurgauer sagt offen, was im Nationalsport längst Realität ist. Dafür verdient er Anerkennung statt Kritik. Man muss das Profitum nicht gut finden. Aber man muss akzeptieren, dass das Bild vom als Hobby betriebenen Bauernsport Geschichte ist.
Profis gibt es im Schwingen nämlich schon lange. Die Spitzenathleten arbeiten nur noch einen Tag pro Woche, studieren oder sind auf dem elterlichen Betrieb angestellt. Wer täglich trainiert, seine Termine nach dem Sport ausrichtet und den grössten Teil seines Einkommens mit Sponsoren verdient, lebt wie ein Profi. Zu Recht. Schliesslich sind die Anforderungen an Körper und Geist vergleichbar mit denjenigen in anderen Top-Sportarten.
Keine Schande – eine logische Entwicklung
Ob daneben noch ein paar Stunden gearbeitet oder Vorlesungen besucht werden, ändert daran nichts. Ein Eishockeyspieler bleibt schliesslich auch ein Vollprofi, obwohl er nebenbei studiert. Weshalb soll das beim Schwingen anders sein?
Giger hat Mut bewiesen und gezeigt, dass es keine Scheinjobs mehr braucht, nur damit man sagen kann: «Ich bin angestellt.» Jetzt wäre es an der Zeit, dass auch andere Spitzenschwinger aus der Deckung kommen.
Profi zu sein, ist keine Schande. Es ist die logische Entwicklung eines Sports, der immer grösser, professioneller und wirtschaftlich lukrativer wird.