Blasenkrebs früh erkennen: Neuer Test für zu Hause soll schmerzhafte Untersuchung überflüssig machen

Stand: 11.09.2026, 07:00 Uhr

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3D Rendered Medical Illustration of Male Anatomy - Bladder Cancer. Plain Black Background. Anterior view

Blasenkrebs: Ein Selbsttest entdeckt neun von zehn Fällen. © Sebastian Kaulitzki - stock.adobe.com

Ein neuer Urintest aus Großbritannien erkennt Blasenkrebs zuverlässig zu Hause. Das Verfahren könnte Tausenden Patienten schmerzhafte Untersuchungen ersparen.

Seit Jahren ist die Zystoskopie das wichtigste Verfahren, um Erkrankungen der Blase und der Harnröhre zu diagnostizieren und zu überwachen. Die ambulante Untersuchung gilt trotz leichter Sedierung für viele Patienten als schmerzhaft und beängstigend. Dabei führen Ärzte einen Schlauch mit Kamera über die Harnröhre ein, um die Blase von innen zu begutachten. In naher Zukunft könnten sich die Abläufe zumindest beim Blasenkrebs durch einen einfachen Selbsttest grundlegend ändern.

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Dieser Artikel von Daniele Particelli entstand in Kooperation mit Gazzetta dello Sport.

Neuer Urintest als Alternative zur invasiven Zystoskopie

Dies zeigt eine Studie der Universität Birmingham zusammen mit dem Diagnostikunternehmen Nonacus. Die Forschenden haben einen einfachen Urintest für zu Hause entwickelt, der mehr als neun von zehn Blasenkrebsfällen mit einer Genauigkeit von 92 Prozent erkennt. Der Test mit dem Namen „Galeas Bladder“, der mit Mitteln von Cancer Research UK entwickelt wurde, basiert auf der Tatsache, dass Tumorzellen Bruchstücke ihrer DNA im Urin freisetzen.

Ausgehend davon entstand die Idee für ein Set, das diese DNA-Fragmente aufspürt. Galeas kann gemäß den in der Fachzeitschrift European Urology Oncology veröffentlichten Ergebnissen mehr als 450 DNA-Mutationen in 23 Genen analysieren, die direkt mit Blasenkrebs in Verbindung stehen. Die Patientinnen und Patienten müssen lediglich zu Hause eine Urinprobe entnehmen und zur Analyse an ein Labor schicken.

Hohe Trefferquote und sehr zuverlässiger Ausschluss der Erkrankung

Die Testphase umfasste rund 1.000 Patientinnen und Patienten in sieben Krankenhäusern in England und Schottland. Den ersten Ergebnissen zufolge erkannte der Test 92 Prozent der vorhandenen Blasenkrebsfälle. Zudem kann er die Erkrankung mit einer Genauigkeit von über 99 Prozent ausschließen, wenn kein Tumor vorliegt – ein hoher Wert, der den Weg für den klinischen Einsatz ebnet.

Ziel von Galeas ist nach Angaben der Forschenden nicht, die Zystoskopie vollständig zu ersetzen, sondern die Zahl unnötiger Eingriffe deutlich zu senken. Grundlage ist eine Risikostratifizierung: Personen mit positivem Galeas-Ergebnis sollen umgehend eine dringende Zystoskopie erhalten, während Personen mit negativem Ergebnis vorerst auf die invasive Untersuchung verzichten können. Werden diese Daten in größeren Studien bestätigt, könnte der Test es jedes Jahr Zehntausenden Menschen ersparen, sich schmerzhaften Kontrollen zu unterziehen, und gleichzeitig die Diagnostik für diejenigen beschleunigen, die sie tatsächlich benötigen.

Erprobung im britischen Gesundheitsdienst

Derzeit wird der Test im britischen staatlichen Gesundheitsdienst NHS erprobt, um umfassende Daten zu gewinnen. Damit soll geprüft werden, ob sich Galeas im Alltag des Gesundheitssystems bewährt und langfristig in die Standardversorgung integriert werden kann. Die weiteren Ergebnisse dieser groß angelegten Anwendung werden entscheidend dafür sein, ob sich der Selbsttest breit durchsetzt.