"Bless the River" zeigt afro-deutsche Kunst im Kölner Kunsthafen

Wer die Ausstallungshallen im Kunsthafen im Kölner Kunsthaus Rhenania betritt, blickt auf eine überlebensgroße Figur auf einem Hocker, den Blick gen Himmel gerichtet, die Hände zum Gebet zusammengelegt. Ein Gebläse hält die Installation aus Stoff aufrecht - bis sie in regelmäßigen Abständen zu Boden sinkt. Die Botschaft: Aktivsein und Ruhephasen - Menschen brauchen beides.

Der Kölner Künstler Nando Nkrumah hat die Installation "Faith" geschaffen und sich dabei vom Leben seiner Urgroßmutter inspirieren lassen. Die musste nach dem Tod ihrer Tochter auch für ihre Enkelkinder sorgen. Dabei war ihr das Spirituelle wichtig, sagt Nando Nkrumah, es gehörte zu einem "Tagesablauf, der geprägt war von Beten, von Blessings, aber dann auch von Aktivität".

Flüsse als Ahnenreihe

Die Arbeit ist eines von 18 Werken, die sieben Kunstschaffende vom Kollektiv BlackArtistsNRW im Kunsthafen präsentieren, darunter Gemälde, Textilarbeiten und eine Videoinstallation. Der Ausstellungstitel "Bless the River" - "Segne den Fluss" scheint dabei gut zum Rhein passen, an dem das Kunsthaus liegt.

Hier geht es aber im weiteren Sinne um das Fließende und den Fluss des Lebens, "im physischen Sinne, aber vor allem auch im spirituellen Sinne", sagt Safiya Yon, um die Idee von "Flüssen als Ahnenreihe". Safiya Yon hat die Ausstellung gemeinsam mit dem queeren Künstler hn. lyonga für BlackArtistsNRW kuratiert.

Schwarze Diaspora, Identität und Zugehörigkeit

Gegründet hat sich das Kollektiv Schwarzer Kunstschaffender in Nordrhein-Westfalen 2024, die Idee dazu hatte Aduni Ogunsan. Sie wünschte sich Feeback und Austausch in der eigenen Community. "Gerade in Deutschland ist man in einem sehr weißen Kontext, vor allen Dingen was Kunst betrifft", sagt Aduni Ogunsan.

Neben Nando Nkrumah, Aduni Ogunsan und den beiden Kuratierenden sind außerdem Clement Esangbedo, David Odiase und Carlos Carima an der Ausstellung beteiligt.

Die Zusammenarbeit sei eine ganz besondere Erfahrung, sagt Safiya Yon, denn: "Wir kommen alle aus total unterschiedlichen Kontexten. Wir haben Männer, Frauen, wir haben Menschen aus allen sozioökonomischen Backgrounds, wir haben queere Personen - was uns verbindet, ist die Kunst."

Die Schau läuft bis zum 16. August. Bei der Finissage wird das Kollektiv einen Ausstellungskatalog herausgeben.