Blutdruck korrekt messen: Wie eine falsche Armposition die Ergebnisse beeinflusst

Stand: 06.10.2026, 13:42 Uhr

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Wer seinen Blutdruck misst, verlässt sich meist auf die Zahlen. Doch eine neue Studie zeigt: Schon eine falsche Armposition verändert die Werte drastisch – mit unter Umständen Folgen für die Behandlung.

Baltimore – Eine scheinbar nebensächliche Unachtsamkeit beim Blutdruckmessen kann gravierende medizinische Folgen haben. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Johns Hopkins University untersuchten in einer im Fachjournal JAMA Internal Medicine veröffentlichten Studie, wie stark die Armhaltung die Messwerte beeinflusst. Für die Untersuchung testete das Team die Werte von 133 Erwachsenen im Alter von 18 bis 80 Jahren.

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Schwankungen beim Blutdruck sind nur eine mögliche Folge der Hitze. (Symbolbild) © Michael Bahlo/dpa

Das Ergebnis ist eindeutig: Fehlhaltungen wie das Herabhängenlassen des Arms an der Seite oder das lose Ablegen auf dem Schoß lassen die Werte deutlich ansteigen und können direkt zu falschen Diagnosen führen, wie OSN Media berichtet. Die systolischen Werte stiegen im Durchschnitt um 6,5 mmHg und die diastolischen um 4,4 mmHg, wenn der Arm ungestützt an der Seite hing. Auch das Ablegen des Arms auf dem Schoß führte zu einem systolischen Anstieg von etwa 3,9 mmHg, so OSNMedia.

Unterschätztes Risiko für Fehldiagnosen

Die Erkenntnisse der Studie besitzen eine hohe Praxisrelevanz, da es entscheidend ist, präzise zwischen normalem und hohem Blutdruck zu unterscheiden. Wie das Montevideo Portal hervorhebt, kann eine falsche Armposition den gemessenen Blutdruck schnell in den kritischen Bereich verschieben. Dies ist problematisch, da viele Menschen aufgrund der symptomlosen Natur von Bluthochdruck nichts von ihrer Erkrankung wissen und sich entsprechend auf die Messergebnisse verlassen. Werden diese durch Haltungsfehler künstlich erhöht, drohen überflüssige medikamentöse Behandlungen.

Was die Richtlinien vorschreiben

Etablierte Richtlinien der American Heart Association sowie Initiativen wie OPS HEARTS betonen daher die Notwendigkeit einer korrekten Sitzhaltung bei der Messung. Um verlässliche Werte zu erhalten, sollten Patientinnen und Patienten vor der Messung mindestens fünf Minuten ruhig sitzen, die Füße flach auf den Boden stellen, den Rücken anlehnen und den Arm auf Herzhöhe entspannt auf einem Tisch ablegen.

Forderung nach standardisierten Verfahren

Dr. Tammy Brady, die die Studie leitete, unterstrich den bedeutenden Einfluss der Armposition auf die Messgenauigkeit und betonte die Notwendigkeit standardisierter Verfahren, um systematische Fehldiagnosen zu vermeiden. Ihrer Aussage zufolge sind konsistente Messmethoden besonders wichtig bei der Verwendung digitaler Oberarm-Blutdruckmessgeräte. Nur so lässt sich die Zuverlässigkeit bei der Erkennung und dem Management kardiovaskulärer Risiken langfristig gewährleisten. Die strikte Einhaltung solcher Messprotokolle ist somit von zentraler Bedeutung, da Herz-Kreislauf-Erkrankungen weltweit zunehmen. (Redaktion)