Stand: 02.10.2026, 18:05 Uhr
Kommentare
![[Foto: Robert Szkudlarek] Bönen B63n Schild gegen den Bau auf dem Acker an der Bahnstrecke Pelkumer Straße](https://www.wa.de/assets/images/44/343/44343302-foto-robert-szkudlarek-boenen-b63n-schild-gegen-den-bau-auf-dem-acker-an-der-bahnstrecke-pelkumer-strasse-2K7a.jpg)
Der Bönener Bauausschuss hat einstimmig empfohlen, einen 20 Jahre alten Grundsatzbeschluss zur B63n aufzuheben. Was das für das Projekt bedeutet, ist noch unklar.
Hamm – Die unendliche Geschichte der Bundesstraße 63n ist um eine Volte reicher: Bönen möchte raus aus dem Straßenbauprojekt. So kann man zumindest einen einstimmigen Beschluss des Bönener Bauausschusses verstehen: Das Gremium hat am Donnerstag empfohlen, einen 20 Jahre alten Grundsatzbeschluss zur Trassenführung aufzuheben.
Dass die Zustimmung in der Nachbargemeinde kippen könnte, war bereits im Frühjahr spürbar. Da hatten sich der Arbeitskreis für Lärm- und Schadstoffimmissionsschutz und die Dorffreunde Nordbögge eindeutig gegen die Schnellstraße positioniert: zu laut, zu dreckig, zu teuer. Als Bönen 2007 zustimmte, habe es noch ganz andere Rahmenbedingungen gegeben: Damals sei es nur um den Bönen-Hammer Inlogparc gegangen. Inzwischen solle die Straße auch den Rangierbahnhof („Multi Hub Westfalen“) und das Ex-Zechengelände Heinrich Robert („CreativRevier“) anbinden.
Parteiübergreifende Einigkeit in Bönen
Alle Bönener Parteien, inklusive des Bürgermeisters Nils Böckmann (parteilos), stehen dem Ansinnen damals schon positiv gegenüber. Weshalb auch im Bönener Hauptausschuss (8. Oktober) und im Rat (15. Oktober) ein deutliches Nein zur B63n zu erwarten ist. Fragt sich nur, welche Konsequenzen das haben wird.
Herr des Verfahrens ist die Gemeinde Bönen nämlich nicht. Zuständig für die Planung ist vielmehr der Landesbetrieb Straßen NRW. In dessen Auftrag hat die Stadt Hamm vor einigen Jahren die Planung für das Projekt übernommen. Im Hammer Rathaus waren die maßgeblichen Mitarbeiter mit der Immobilienmesse Expo Real beschäftigt; man kündigte aber eine Reaktion für die nächsten Tage an.
Planung seit 1924
Die B63n sorgt seit Jahrzehnten für Diskussionen. Seit 1924 wird die Straße unter verschiedenen Namen („Nord-Süd XII“) und Routen geplant, gebaut wurde bisher aber kein einziger Meter. Die aktuelle Planung besteht aus zwei Abschnitten: Ein 1. Bauabschnitt soll von Nordbögge aus entlang der Köln-Mindener Bahn (Dortmund–Hamm) bis zum Rangierbahnhof verlaufen. So wäre der Multi Hub Westfalen an die Autobahn 2 angebunden. In einem 2. Bauabschnitt ginge es dann an den Gleisanlagen entlang bis zur Hafenstraße.
Bis hier Autos fahren können, dürfte es in jedem Fall noch dauern. Eine Verkehrsfreigabe ist laut Planungsunterlagen nicht vor dem Jahr 2039 zu erwarten.