Bösartiger Knoten erfolgreich operiert: Papst Leo XIV. hat Lungenkrebs

Bösartiger Knoten in der Lunge :

Papst Leo XIV. hat Lungenkrebs

13.10.2026, 22:24Lesezeit: 3 Min.

Das Gemelli-Krankenhaus in Rom gilt als die Klinik der Päpste.

Das Gemelli-Krankenhaus in Rom gilt als die Klinik der Päpste.Reuters

Bei einer Routineuntersuchung wurde ein Knoten in der Lunge des Pontifex entdeckt. Nach der erfolgreichen Entfernung gab der Vatikan nun bekannt, um welche Art von Knoten es sich handelt.

Papst Leo XIV. ist nach Angaben seiner behandelnden Ärzte an Lungenkrebs erkrankt. Dies teilte das Ärzte-Team der Gemelli-Klinik in Rom nach einer Operation des 71-Jährigen mit. Bei dem etwa anderthalbstündigen Eingriff sei der untere Lappen der rechten Lunge des Oberhauptes der katholischen Kirche entfernt worden, die anschließende Untersuchung habe bestätigt, dass es sich bei dem Knoten um ein sogenanntes Lungenadenokarzinom handele.

Der Verdacht darauf sei bereits bei den Untersuchungen vor dem Eingriff aufgekommen, hieß es. Dieser sei nun bestätigt worden. Die Operation verlief nach Angaben der Ärzte „erfolgreich und ohne Komplikationen“. Der Papst sei anschließend wie geplant aufgewacht und befinde sich nun in seinem Zimmer.

Ein Lungenadenokarzinom ist ein sogenanntes nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom. Sie machen einen Großteil der Lungenkrebsformen aus und treten häufig bei Rauchern auf, aber auch vermehrt bei Nichtrauchern, jüngeren Patienten und Frauen. Sie können häufig in den äußeren Bereichen der Lunge entstehen und so lange unbemerkt bleiben. Werden sie in einem frühen Stadium entdeckt, sind die Behandlungsaussichten in der Regel günstiger. Allerdings können auch diese Tumoren bereits früh Metastasen bilden.

Papst gab Knoten an der Lunge selbst bekannt

Leo XIV. hatte am Sonntag überraschend selbst bekanntgegeben, dass bei einer Kontrolluntersuchung in seiner Lunge ein Knoten entdeckt worden sei, noch in einem „sehr frühen Stadium“. Auf Anraten der Ärzte habe er sich zu einer Operation entschlossen. Der Eingriff erfolgte nun nur zwei Tage später.

Bis dahin waren keinerlei gesundheitlichen Probleme des ersten US-Amerikaners an der Spitze der katholischen Kirche bekannt. Leo XIV. hält sich mit Tennis, Schwimmen und regelmäßigen Übungen fit. Mit seinen 71 Jahren ist er immer noch ein verhältnismäßig junger Papst. Bei seiner Wahl im Mai vergangenen Jahres wurde gemutmaßt, dass er ein langes Pontifikat vor sich haben werde, möglicherweise mehrere Jahrzehnte lang.

Leo XIV. liegt in der Klinik der Päpste

Der Papst liegt im Gemelli-Krankenhaus, wo auch mehrere seiner Vorgänger schon behandelt wurden. Die Päpste haben dort einen eigenen Trakt, in dem sie rund um die Uhr versorgt werden. Dort wurde bis kurz vor seinem Tod mit 88 Jahren auch Leos Vorgänger behandelt, Papst Franziskus. Dem Argentinier fehlte bereits seit jungen Jahren ein Teil seiner Lunge. In einer ersten offiziellen Mitteilung hieß es nun: „Der Eingriff verlief erfolgreich, wurde termingerecht und wie vorgesehen durchgeführt.“ Nun soll der Papst etwa eine Woche Erholung bekommen.

Leo XIV. erschien zu dem Eingriff in einem schwarzen Auto mit Polizeieskorte. Vor dem Krankenhaus wurde er von einem Ärzteteam und auch zahlreichen Schaulustigen im Empfang genommen. Auch drinnen hießen ihn viele willkommen. Er winkte und lächelte zuversichtlich. Viele beteten auch für ihn.

Unterdessen hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Papst Leo XIV. eine baldige und vollständige Genesung gewünscht. Er habe mit Sorge und Anteilnahme von der Operation erfahren, sagte Steinmeier auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur. „Die Stimme des Papstes zu den aktuellen Fragen und Herausforderungen unserer Zeit ist für viele Menschen weltweit, auch in Deutschland, über die konfessionellen Grenzen hinaus von besonderer Bedeutung und wertvoll“, sagte Steinmeier weiter. Ihm selbst sei die persönliche Begegnung mit Leo XIV. im September 2025 in guter Erinnerung.

Im November steht für den Papst eine fast zweiwöchige Reise nach Uruguay, Argentinien und Peru auf dem Programm. In Peru war der frühere weltweite Chef des Augustinerordens viele Jahre als Missionar und Bischof tätig. Er hat auch die peruanische Staatsbürgerschaft. Zur Reise gehört ein Besuch der Stadt Cusco in 3400 Metern Höhe. Bei manchen Leuten führt diese Höhe zu Atemproblemen und zur Höhenkrankheit.