Brad Pitt greift wieder zum Wein: Warum er sich nach sieben Jahren Abstinenz sicher genug fühlt
Stand: 11.08.2026, 19:30 Uhr
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Die Entscheidung folgt auf einen langen, persönlichen Weg. Brad Pitt hatte eingeräumt, ein problematisches Verhältnis zu Alkohol und anderen Substanzen zu haben.
Los Angeles – Nach sieben Jahren völliger Abstinenz von Alkohol hat Brad Pitt beschlossen, wieder zu trinken, allerdings mit einem entscheidenden Unterschied zur Vergangenheit: Dieses Mal, erzählt er, tut er es mit äußerster Vorsicht und ohne die Kontrolle zu verlieren.
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Dieser Artikel von Federica Bandirali entstand in Kooperation mit Corriere della Sera
Die Offenbarung stammt aus einem neuen Interview mit Esquire, in dem der Schauspieler offen über den Weg spricht, der ihn in den vergangenen Jahren zur völligen Enthaltsamkeit geführt hatte. Heute berichtet Pitt, dass er sich wieder gelegentlich ein Glas Wein gönnt, seinen Konsum aber begrenzt und mit seinem Berufsleben vereinbar hält.

Im Mittelpunkt seiner Erfahrung steht dabei die Mäßigung: Der Schauspieler erkennt an, dass er trinken kann, ohne zu den Exzessen der Vergangenheit zurückzukehren und ohne die von ihm gesetzten Grenzen aus den Augen zu verlieren.
Die Entscheidung, ganz mit dem Trinken aufzuhören, war in einer besonders schwierigen Phase seines Lebens gefallen. Im Jahr 2016, in der heikelsten Phase der Trennung von Angelina Jolie, hatte Pitt öffentlich eingeräumt, ein problematisches Verhältnis zu Alkohol zu haben.
In einem Interview von 2017 hatte er erzählt, sich praktisch an keinen Tag seines Erwachsenenlebens nach dem College zu erinnern, an dem er keinen Alkohol, Marihuana oder andere Substanzen konsumiert habe. Außerdem hatte er zugegeben, dass seine Leidenschaft für Wein überhandgenommen hatte und zu einem übermäßigen Konsum geworden war.
Therapie, Selbsthilfegruppen und prominente Unterstützung
Im Jahr 2019 berichtete Pitt, er habe etwa anderthalb Jahre lang die Anonymen Alkoholiker besucht und diese Erfahrung als entscheidend beschrieben, um seinen Schwierigkeiten offen ins Auge zu sehen. In den darauffolgenden Jahren erkannte er auch öffentlich die Rolle an, die Bradley Cooper auf seinem Weg zur Nüchternheit gespielt hatte.
Diese Unterstützung, kombiniert mit Therapie und persönlicher Arbeit, trug dazu bei, dass sich seine Beziehung zu Alkohol grundlegend veränderte und er neue Formen der Selbstkontrolle entwickelte.
Die heutige Neuerung besteht daher nicht nur darin, dass Brad Pitt wieder zu trinken begonnen hat, sondern vor allem in der Art und Weise, wie er diese Entscheidung beschreibt. Nach Jahren völliger Abstinenz gibt der Schauspieler an, einen deutlich kontrollierteren Ansatz gewählt zu haben. Der Wein ist wieder Teil seines Lebens, jedoch ohne die Absicht, frühere Muster zu wiederholen, die ihn in eine Abhängigkeit geführt hatten und auch seine familiären Beziehungen belasteten.
Zwischen Rückkehr zum Wein und klaren Grenzen
Diese Unterscheidung ist besonders bedeutsam, wenn man bedenkt, wie ausführlich Pitt öffentlich über sein Verhältnis zu Alkohol und die Notwendigkeit eines grundlegenden Wandels seines Lebensstils gesprochen hat. Seine neue Haltung wird weder als Feier des Alkohols präsentiert noch als Rückfall in alte Gewohnheiten.
Vielmehr betont er, dass der kontrollierte Konsum nur möglich sei, weil er sich seiner Schwächen sehr bewusst geworden sei und klare Grenzen gezogen habe, die er nicht zu überschreiten gedenkt.

Im Gegenteil: Aus seinen Worten deutet eine deutliche Bewusstheit für die Grenzen hervor, die er keinesfalls überschreiten will. Der Schauspieler scheint Mäßigung als eine Art Errungenschaft zu betrachten, die unmittelbar mit dem persönlichen Weg verknüpft ist, den er in den vergangenen Jahren zurückgelegt hat.
Das neue Interview erscheint zudem nach einer besonders komplexen Phase seines Privatlebens: In den letzten Jahren hat Pitt eine lange und schwierige Scheidung von Angelina Jolie durchgestanden, in deren Verlauf es unter anderem um ihr gemeinsames Weingut in Frankreich ging.
Schmerzhafte Trennung und Gedanken an die eigene Endlichkeit
Die Trennung, die sich über Jahre mit juristischen Auseinandersetzungen hinzog, wurde durch Spannungen in der Beziehung zu einigen der gemeinsamen Kinder zusätzlich erschwert.
Während er über diesen Zeitraum spricht, erzählt der Schauspieler auch, wie tief der seelische Schmerz gewesen sei, den er empfunden habe, und dass er eine Phase durchlebt habe, in der er verstehen konnte, warum ein Mensch den Tod als eine Form der Erleichterung in Betracht ziehen könnte. Zugleich macht er deutlich, dass er nie die Absicht gehabt habe, sich das Leben zu nehmen.
Diese Schilderung zeichnet ein Bild des Schauspielers, das deutlich von der Vorstellung der scheinbar unangreifbaren Hollywood-Ikone abweicht. Statt eines unverwundbaren Stars zeigt sich ein Mann, der sich mit seinen inneren Abgründen auseinandergesetzt hat und versucht, aus Fehlern zu lernen, ohne die Verantwortung für die Vergangenheit kleinzureden.
Seine heutige Haltung zum Alkohol ist damit eng verknüpft mit einem umfassenderen Prozess der Selbstreflexion und dem Versuch, ein ausgeglicheneres, bewussteres Leben zu führen.