Stand: 08.08.2026, 06:30 Uhr
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Bremen führt zum 1. November stadtweit Tagestickets ein. In der Innenstadt kostet ein 24-Stunden-Ticket dann 15 statt 11 Euro.
Bremen – Bremen wird voraussichtlich zum 1. November stadtweit Tagestickets für das Parken einführen. Diese sind dann allerdings deutlich teurer, als die bisher in der Hansestadt angebotenen Tagestickets in ausgewählten, zumeist innenstadtnahen Gebieten.
Tickets gelten weiter für 24 Stunden
Die städtische Deputation für Mobilität, Bau und Stadtentwicklung berät am Donnerstag, 13. August, über eine entsprechende Vorlage. Vorgesehen ist, die Tagestickets in der Parkzone 1 (Innenstadt) von derzeit 11 auf 15 Euro und in der Parkzone 2 („Übrige Gebiete“) von 10 auf 12 Euro anzuheben. Die Tickets sollen weiterhin jeweils 24 Stunden gelten. Mit der Anpassung werden die bisherigen Sätze an die allgemeine Kostenentwicklung und an die erhöhten Tarife für das Kurzzeitparken angeglichen.
Das zugrunde liegende Konzept „Parken in Quartieren“ war am 27. Januar von der Bremischen Bürgerschaft beschlossen worden und basiert auf einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts. Es sieht eine stadtweite Neuordnung des Parkens vor, die unter anderem breitere Gehwege und Vermeidung des aufgesetzten Parkens beinhaltet. Geplant ist eine flächendeckende Parkraumbewirtschaftung mit der Möglichkeit des Bewohnerparkens in den Quartieren.
Mit einem Pilotprojekt wurde in einem Teil der Neustadt bereits begonnen. Nach Abschluss dieses Versuchs soll die Parkraumbewirtschaftung zunächst in allen innenstadtnahen Stadtteilen – Mitte, Östliche Vorstadt, Walle, Findorff, Schwachhausen und Neustadt – parallel eingeführt werden, bevor weitere Stadtteile folgen. Unter Parkraumbewirtschaftung versteht die Verwaltung alle Maßnahmen, die das Parken organisieren und steuern, etwa über Gebühren oder zeitliche Begrenzungen, um den knappen öffentlichen Raum effizient zu nutzen und den Verkehr zu lenken. Bewohnerparken kann dabei zusätzlich eingerichtet werden, um Anwohner von den allgemeinen Regelungen zu entlasten.
Die Gebühren für das Kurzzeitparken waren zuletzt am 28. November 2024 erhöht worden: In Zone 1 (Innenstadt) kostet eine Stunde seither 4 Euro bei einer maximalen Parkdauer von 90 Minuten, in Zone 2 („Übrige Gebiete“) 3 Euro pro Stunde bei bis zu 180 Minuten. Die Tagestickets waren parallel eingeführt worden.
Mit der nun geplanten Anpassung will die Stadt die Preise für Tagestickets nach eigenen Angaben in ein „angemessenes Verhältnis“ zu den Kurzzeitpark-Tarifen setzen und Fehlanreize vermeiden. Ohne Tarifanpassung wäre der Abstand zu gering: In Zone 2 könnten Autofahrende derzeit entweder für 9 Euro drei Stunden parken oder für 10 Euro bis zu 24 Stunden. Laut Vorlage wäre in diesem Fall zu erwarten, dass mehr externe Parker in die Wohnquartiere ausweichen und damit das Ziel des Bewohnerparkens – die Entlastung der Anwohner – unterlaufen.
Tickets günstiger als in den Parkhäusern
Zugleich verweist die Verwaltung auf die angespannte Parksituation in vielen Gebieten. Da alternative Parkoptionen wie Parkhäuser in zahlreichen Quartieren fehlen, sollen Tagestickets künftig grundsätzlich stadtweit angeboten werden, sowohl in Bereichen mit als auch ohne Bewohnerparkregelung. Ausnahmen sind lediglich für Teile der Innenstadt vorgesehen.
Die geplanten Sätze orientieren sich an den Tarifen der BREPARK-Parkhäuser. Dort liegen die rechnerischen Kosten für 24 Stunden – aus Tages- und Nachthöchstsätzen kombiniert – zwischen 15 und 19 Euro.
Unverändert bleiben sollen hingegen die Gebühren für Bewohnerparkausweise und Ausnahmegenehmigungen für Gewerbetreibende. Der Jahressatz für Bewohner beträgt weiterhin 75 Euro, für gewerbliche Ausnahmegenehmigungen 88,50 Euro.