Publiziert14. Oktober 2026, 19:58
ItalienBub (13) lebt drei Jahre lang mit Velo-Bremshebel im Rücken
Drei Jahre lang steckte ein Velobremshebel im Rücken eines Buben, ohne dass er es wusste. Erst Schmerzen im Bein führten zu der aussergewöhnlichen Entdeckung.

Darum gehts
- Ein 13-jähriger Bub in Italien hatte drei Jahre lang unbemerkt einen Velo-Bremshebel im Rücken.
- Der Hebel war bei einem Sturz im Alter von zehn Jahren durch eine kleine Wunde eingedrungen.
- Ärzte um Leonardo Oggiano entfernten das 5,5 Zentimeter lange Teil im Kinderspital Bambino Gesù in rund drei Stunden.
Drei Jahre lang lebte ein Bub in Italien mit einem Metallstück im Rücken, ohne davon zu wissen. Erst als der 13-Jährige über Schmerzen im Bein klagte, machten Ärzte eine erstaunliche Entdeckung: In seinem Körper steckte der Bremshebel eines Velos. Das rund 5,5 Zentimeter lange Metallteil lag unmittelbar neben einem Nerv an der Wirbelsäule.
Wie der italienische Sender «Rai News» berichtet, wurde der Teenager inzwischen im Kinderspital Bambino Gesù in Palidoro bei Rom operiert. Der Eingriff war wegen der heiklen Lage des Fremdkörpers besonders anspruchsvoll.
Bremshebel verschwand nach Velounfall
Die Geschichte begann drei Jahre zuvor. Damals war der Bub zehn Jahre alt und mit seinem Velo gestürzt. Bei dem Unfall ging der Bremshebel verloren. Wo das Metallstück geblieben war, wusste niemand. Was damals unbemerkt blieb: Der rund 5,5 Zentimeter lange Hebel war durch eine kleine Wunde an der linken Körperseite in den Rücken eingedrungen.
Trotzdem führte der Bub danach ein völlig normales Leben. Er trieb Sport und hatte jahrelang keine nennenswerten Beschwerden. Erst mit 13 Jahren begannen die Probleme. Zunächst verspürte er Schmerzen im rechten Bein, später kamen Beschwerden in beiden Beinen hinzu.
Röntgenbild zeigt Metallstück neben Wirbelsäule
Die Ärzte untersuchten zunächst das Nervensystem des 13-Jährigen, fanden dabei aber keine Auffälligkeiten. Erst eine Röntgenaufnahme der Wirbelsäule brachte die überraschende Entdeckung. Links neben der Lendenwirbelsäule war ein länglicher, gebogener Metallgegenstand zu erkennen.
Eine anschliessende Computertomografie zeigte, wie tief das Teil im Körper steckte. Seine Spitze lag unmittelbar neben einer Nervenwurzel zwischen dem dritten und vierten Lendenwirbel. Im Laufe der Jahre hatte sich um den Bremshebel eine Hülle aus Bindegewebe gebildet. Diese umschloss den Fremdkörper und grenzte ihn vom umliegenden Gewebe ab.
Ärzte müssen Nerv vorsichtig freilegen
Wegen der Nähe zur Nervenwurzel war eine Entfernung besonders riskant. Der Jugendliche wurde deshalb an das spezialisierte Kinderspital überwiesen. Dort operierte ein Team um den Wirbelsäulenchirurgen Leonardo Oggiano den 13-Jährigen. Der Eingriff dauerte rund drei Stunden.
«Die grösste Schwierigkeit war die Lage des Hebels, genau dort, wo die Nervenwurzel aus der Wirbelsäule austritt»
Über einen kleinen Schnitt am Rücken arbeiteten sich die Ärzte bis zum Metallstück vor. Dabei mussten sie zunächst die Nervenwurzel vorsichtig vom Fremdkörper und den umliegenden Gewebeverwachsungen lösen. «Die grösste Schwierigkeit war die Lage des Hebels, genau dort, wo die Nervenwurzel aus der Wirbelsäule austritt», erklärt Oggiano.
Während der gesamten Operation überwachten die Ärzte die Funktion des Nervs. Schliesslich gelang es ihnen, den Bremshebel vollständig und in einem Stück zu entfernen.
Drei Jahre lang kaum Beschwerden
Auch Pier Francesco Costici, Leiter der zuständigen Abteilung, bezeichnet den Fall als aussergewöhnlich.
Besonders erstaunlich sei, dass der Bub drei Jahre lang praktisch beschwerdefrei geblieben sei und seinen normalen Aktivitäten nachgehen können. Bereits am Morgen nach der Operation konnte der Jugendliche wieder aufstehen. Nach wenigen Tagen verliess er das Spital und erholte sich vollständig.
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Jonas Bucher ist Blattmacher und stellvertretender Co-Leiter des Newsdesks bei 20 Minuten. Er ist seit 25 Jahren in der Medienbranche tätig und 20 Minuten stets treu geblieben.
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