Bundeswehr: Bundeswehr hat so viele Soldaten wie seit Jahren nicht mehr

Das Wachstum der Bundeswehr befindet sich innerhalb des von der Politik vorgegebenen Zielkorridors. Die Truppe wuchs im Vergleich zum Vorjahr um rund 3.700 Soldaten.

Quelle: DIE ZEIT, dpa,

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Aktualisiert am 17. August 2026, 13:34 Uhr

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Der Zielkorridor für die Truppenstärke liegt für 2026 bei 186.000 bis 190.000 Soldaten. © Ina Fassbender/​AFP/​Getty Images

Die Bundeswehr hat im Juli so viele Soldatinnen und Soldaten gezählt wie seit mehr als 13 Jahren nicht mehr. Die Truppenstärke ist nach Angaben des Verteidigungsministeriums im Vergleich zu Mitte 2025 um zwei Prozent gestiegen. Zum Stichtag 31. Juli habe es rund 186.700 Männer und Frauen in der Truppe gegeben, rund 3.700 mehr als im Juli 2025, hieß es.

Die personelle Stärke des militärischen Personals liegt damit zur Jahresmitte im Zielkorridor für das Jahr 2026. Dieser war im Ringen um den neuen Wehrdienst für 2026 auf 186.000 bis 190.000 Soldaten festgelegt worden. Ziel des neuen Wehrdienstgesetzes ist es, die Zahl der aktiven Bundeswehrsoldatinnen und -soldaten bis 2035 auf 255.000 bis 270.000 zu erhöhen.

Zuletzt über ein ganzes Jahr hinweg durchschnittlich mehr Soldaten als aktuell hatte die Bundeswehr 2012, damals waren es rund 197.900 gewesen. Die größte Truppenstärke hatte die Bundeswehr in den 1980er-Jahren mit teilweise mehr als 495.000 Soldaten.

Bewerbungszuwachs von 26 Prozent

Bei den Bewerbungen gibt es laut Verteidigungsministerium ein Plus von 26 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Nun seien es rund 47.300 Menschen, die eine Stelle wollten. Mit rund 15.400 Neueinstellungen verzeichnet das Ministerium ein Plus von zwölf Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat sowie ein Plus von 4.500 zum Vormonat.

Derzeit dienen nach diesen Angaben rund 12.100 freiwillig Wehrdienstleistende und kurz dienende Zeitsoldatinnen als Teil des neuen Wehrdienstes in der Bundeswehr. Das seien rund sechs Prozent mehr im Vergleich zum Vorjahr.

865 junge Menschen über neuen Fragebogen rekrutiert

Teil des neuen Wehrdienstgesetzes ist ein Fragebogen, der seit Anfang 2026 an alle 18-jährigen Deutschen verschickt wird. Männer müssen darauf antworten, für Frauen ist dies freiwillig. Laut Verteidigungsministerium wurden bis Ende Juli rund 378.000 Fragebögen verschickt. Rund 96 Prozent der Männer seien der Antwortpflicht nachgekommen. Von Frauen und Menschen anderen Geschlechts hätten vier Prozent geantwortet. Männern, die nicht antworten, droht ein Bußgeld.

Von allen Interessierten hätten bislang rund 2.630 Personen ein Assessment durchlaufen, 865 Personen hätten dies erfolgreich absolviert und seien für eine Laufbahn in der Bundeswehr eingeplant worden. Gemessen an den verschickten Fragebögen entspricht das einer Erfolgsquote von etwa 0,2 Prozent.