Stand: 21.09.2026, 19:00 Uhr
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Vor der Stichwahl am Sonntag diskutierten die beiden Wildeshauser Bürgermeisterkandidaten 30 Minuten. Dabei ging es unter anderem um eine Fußgängerzone, Straßenerschließungsbeiträge, Frauen und Mädchen in der Schützengilde.
Wildeshausen – Im direkten Aufeinandertreffen vor der Stichwahl am Sonntag, 27. September, stellten sich die beiden Wildeshauser Bürgermeisterkandidaten Jan Kreienborg (45) und Matthias Ruhle (43, beide parteilos) am Montagnachmittag den Fragen des Journalisten Carsten Bickschlag. In 30 Minuten ging es um eine Fußgängerzone, Straßenerschließungsbeiträge, Frauen und Mädchen in der Schützengilde, Vereine, Klimaschutz und das drängendste Thema, das nach einer Wahl als erstes angegangen werden soll.

Bei der Fußgängerzone vertraten beide Bewerber ähnliche Positionen. Sie können sich vorstellen, die Westerstraße am Wochenende testweise für den fließenden Verkehr zu sperren.
Auch in Bezug auf Straßenerschließungsbeiträge zeigten sich keine großen Unterschiede. Ruhle sagte, die Anlieger sollten eingebunden werden. Durch den Verzicht auf bestimmte Maßnahmen lasse sich die finanzielle Belastung senken. Und auch die Anwohner hätten etwas von einer voll erschlossenen Straße – nämlich eine Steigerung der Grundstückswerte.

Kreienborg betonte die finanzielle Herausforderung für Eigentümer durch Straßenerschließungsbeiträge. „Es wäre aber unseriös, zu sagen, dass ich sie abschaffen werde.“ Denn auch für Kommunen seien die Maßnahmen eine große finanzielle Aufgabe.
Das Thema „Frauen in der Gilde“ wollte keiner der beiden Kandidaten so recht kommentieren. Was die Teilnahme von Mädchen am Kinderschützenfest angeht, vertraten sie ähnliche Positionen. „Ich möchte mich dafür einsetzen, beide Lager zusammenzuführen und das Kinderschützenfest attraktiver für alle zu machen“, sagte Ruhle. Er selbst hat bei der Generalversammlung im Februar 2025 für die Öffnung zugunsten von Mädchen gestimmt.
Kreienborg will die in seinen Augen für den Ruf der Stadt schädliche Debatte beenden. Denn „es ist schlecht, damit auch überregional in der Zeitung zu stehen“. Er wünsche sich, dass beide Geschlechter am Kinderschützenfest teilnehmen können. Dafür müsse gemeinsam mit den Gildemitgliedern eine Lösung gefunden werden.
Auch was Vereine angeht, liegen die Kandidaten eng beieinander. Bei der Unterstützung der Ehrenamtlichen gehe es nicht nur um Geld, betonte Kreienborg. Er plädierte für einen „Runden Tisch“ mit allen Vorsitzenden. Da könne dann auch über die gemeinsame Bewerbung von Veranstaltungen mit der Stadt, die Mitgliedergewinnung und Förderanträge gesprochen werden.
Ruhle ist ebenfalls für einen „Runden Tisch“. Darüber hinaus strebt er eine Stelle im Stadthaus an, damit die Vereine einen festen Ansprechpartner haben. „Das können wir kostenneutral hinbekommen. Denn auch dafür gibt es Fördermittel.“
„Beim Klimaschutz müssen wir extrem viel Gas geben“, sagte Kreienborg. Es reiche nicht aus, was bisher unternommen werde. „Wichtig ist, dass wir umsetzen und nicht nur darüber sprechen.“
Ruhle setzt auf die kommunale Wärmeplanung. Mit diesem Instrument und im Schulterschluss mit „Local Playern“ wie der VR Energiegenossenschaft wolle er dieses Thema voranbringen. Bei den städtischen Liegenschaften sieht er Potenzial für mehr Klimaschutz.
Was denn das drängendste Thema sei, wollte Bickschlag noch wissen. Ein konkretes Anliegen nannte Kreienborg nicht. „Ich möchte sehr schnell wissen, was die wichtigsten Themen sind, und dann in die Umsetzung kommen“, beschrieb er seine erste Handlung als möglicher neuer Bürgermeister.
Ruhle will sich als Erstes die Digitalisierung vornehmen. „Die Bürger sollen eine zeitliche Entlastung spüren im Kontakt mit der Behörde.“ Außerdem wolle er ein Monitoring für alle Projekte einführen, damit nachvollziehbar ist, wo welches Vorhaben steht.