Börsen in der EU schließen auf Rekordhoch
Ein überraschender Stellenabbau in den USA hat die Zinssorgen der Anleger gelindert und mehrere europäische Indizes am Freitag auf ein Rekordhoch steigen lassen. Der Deutsche Aktienindex (Dax) kletterte im Tagesverlauf auf ein Rekordhoch von 26.445 Punkten und schloss mit einem Plus von 0,69 Prozent und 26.319,45 Zählern. Auch die Börsen in Paris (+0,17 Prozent) und Mailand (+0,06 Prozent) schlossen mit neuen Rekordwerten. Die Londoner Börse schloss mit 0,31 Prozent ebenfalls im Plus. Die Aktienmärkte reagierten damit auf den sinkenden Ölpreis und die am Freitag veröffentlichten US-Arbeitsmarktzahlen. Die Beschäftigung in den Vereinigten Staaten ist unerwartet gesunken. Dies dürfte Sorgen mildern, dass die US-Notenbank Fed die Leitzinsen bald anheben könnte.
Die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft sank im Juli um 23.000, wie das US-Arbeitsministerium mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten dagegen mit einem Zuwachs von 80.000 Stellen gerechnet. Börsianer setzen angesichts der eingetrübten Lage auf stabil bleibende Zinsen und sehen eine geldpolitische Straffung in den USA in weitere Ferne rücken. Die Chance auf einen Zinsschritt nach oben im September wird an den Börsen aktuell nur noch auf etwa 44 Prozent nach zuvor 55 Prozent geschätzt. Nach Einschätzung von Daniel Hartmann, Chefvolkswirt von Bantleon, dürften für die Notenbanker allerdings weiterhin die Inflationszahlen im Vordergrund stehen. „Solange sich diese deutlich über der Zielmarke bewegen, wird der Druck zu Leitzinsanhebungen anhalten.“
Die hohen Energiepreise sind den Anlegern deswegen ein Dorn im Auge. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent verteuerte sich am Freitag um 1,4 Prozent auf 83,67 Dollar. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg auf 78,35 Dollar. Die Gespräche zwischen iranischen und US-amerikanischen Unterhändlern zur Beendigung der seit fünf Monaten andauernden Kämpfe lieferten keine klaren Signale. Zu Beginn der Woche waren die Ölpreise gefallen, da eine mögliche Lösung des Konflikts wahrscheinlicher erschien.
Der Dollar geriet unter Druck, im Gegenzug wertete der Euro ein halbes Prozent auf 1,1576 Dollar auf. Der Goldpreis weitete seine Gewinne deutlich aus und legte drei Prozent auf ein Sieben-Wochen-Hoch zu. Die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen US-Staatsanleihen sank um 4,7 Basispunkte auf 4,623 Prozent.
Für Bewegung an den Aktienmärkten sorgten erneut etliche Firmenbilanzen. „Die laufende Berichtssaison untermauert die Einschätzung, dass die europäischen Unternehmen im Grunde gesund sind“, sagte Gordon Kerr, Stratege bei der Ratingagentur KBRA. „Die Anleger werden jedoch zunehmend wählerischer, denn die hohen Bewertungen lassen kaum noch Spielraum für Enttäuschungen.“ Aktien von Daimler Truck rutschten um 2,8 Prozent ab und waren damit Schlusslicht im Dax. Die erhöhten US-Einfuhrzölle belasteten das Ergebnis des Lkw-Bauers im zweiten Quartal. Ein Händler verwies zudem auf die überraschend schwachen Auftragseingänge. Unter Druck gerieten auch die Aktien von Lanxess, die im MDax 4,4 Prozent einbüßten. Der Spezialchemiekonzern dämpfte die Hoffnungen auf eine schnelle konjunkturelle Erholung.
Siemens investiert in den USA 200 Millionen in KI-Infrastruktur
Der Technologiekonzern Siemens will seine Führungsrolle in industriellen Anwendungen der Künstlichen Intelligenz (KI) festigen und investiert daher 200 Millionen Dollar in den Vereinigten Staaten. Wie das Unternehmen am Freitag mitteilte, werden die Produktionskapazitäten mit zwei neuen Werken in Pendergrass (Georgia) und Grand Prairie (Texas) ausgebaut. Nach Unternehmensangaben werden in den USA mehr als 1500 neue Arbeitsplätze geschaffen. Damit will Siemens in der Lage sein, die kritische elektrische Infrastruktur für die wachsenden KI-Anforderungen liefern zu können. Damit reagiert der Konzern auf die rasant wachsende Nachfrage nach KI-fähigen Rechenzentren.
Siemens hatte im Juli schon angekündigt, rund 300 Millionen Euro in seine deutschen Werke zu investieren, um das schnelle Wachstum von KI und Rechenzentren zu unterstützen. Wie das Unternehmen am Donnerstag berichtet hatte, lag das Auftragsvolumen für KI-Rechenzentren in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2025/26 (per 30. September) bei fast sechs Milliarden Euro. Das entspricht einem prozentual dreistelligen Plus zum Vorjahreszeitraum. "Mit diesen Investitionen in den Vereinigten Staaten stärken wir unsere Position, um den KI-Ausbau zu unterstützen und Kunden dabei zu helfen, Rechenzentren zu realisieren, die sowohl KI-fähig als auch effizient und resilient sind“, sagte der Vorstandsvorsitzende Roland Busch.
Thyssenkrupp-Aktionäre machen Weg zur Abspaltung frei
In einer außerordentlichen Hauptversammlung haben die Aktionäre des Industriekonzerns Thyssenkrupp am Freitag zugestimmt, dass die Materialsparte abgespalten wird und an die Börse gebracht werden kann. An der zukünftigen TK Accelis Group AG & Co. KGaA sollen die heutigen Aktionäre von Thyssenkrupp beim Börsengang direkt beteiligt werden. Für je 20 Thyssenkrupp-Aktien erhalten die Anteilseigner eine Aktie von TK Accelis. Die werden den Aktionären direkt ins Depot gebucht.
Genauso hatte Thyssenkrupp es in der Verselbständigung der Marinesparte TKMS gemacht. Gleich ist auch die Strategie im Anteilsbesitz: An Accelis will der Mutterkonzern ebenfalls zukünftig 51 Prozent halten und damit Mehrheitsgesellschafter bleiben. „Mit der Verselbständigung erhält TK Accelis gleichermaßen Freiheit und Verantwortung, sich eigenständig zu entwickeln“, sagte der Thyssenkrupp-Aufsichtsratsvorsitzende Siegfried Russwurm.
Der Vorstandsvorsitzende Miguel López baut Thyssenkrupp von einem Industriekonglomerat zu einer Holding mit weitgehend eigenständigen Beteiligungen um. TK Accelis beschäftigt rund 15.000 Mitarbeiter und hat im Geschäftsjahr 2024/2025 einen Umsatz von 11,4 Milliarden Euro und einen bereinigten operativen Gewinn von 132 Millionen Euro erwirtschaftet. Geleitet wird die Sparte von Ilse Henne.
Robuste Industrieproduktion, Export steigt
Trotz der Verwerfungen durch die kriegerischen Spannungen am Persischen Golf und die hohen Energiepreise hat die deutsche Wirtschaft sich im zweiten Quartal als stabil erwiesen. Die Produktion im produzierenden Gewerbe stieg inflations-, saison- und kalenderbereinigt im Zeitraum von April bis Juni um 0,7 Prozent gegenüber den drei Monaten zuvor. Die konjunkturelle Dynamik am Ende des Quartals war indes schwach. Im Juni stieg die Produktion um 0,2 Prozent gegenüber dem Vormonat. Das teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit.
„Die Industrieproduktion bewegt sich auf niedrigen Niveau unter Schwankungen seitwärts”, kommentierte Marco Wagner von der Commerzbank. Wegen des Niedrigwassers im Rhein dürfte sich daran im Sommer nichts ändern. Carsten Brzeski, der Chefvolkswirt von ING, sieht in den Zahlen eine Bestätigung, dass die moderate zyklische Erholung andauere. Diese dürfe aber nicht über die strukturellen Probleme der deutschen Industrie hinwegtäuschen. Auch nach den jüngsten Verbesserungen liege die Industrieproduktion immer noch rund zehn Prozent niedriger als vor der Pandemie.
Im Juni stagnierte die Industrieproduktion im engeren Sinne und lag um 0,8 Prozent niedriger als vor einem Jahr. Die Bauproduktion legte im Juni um 0,1 Prozent zu. Energieerzeuger produzierten 1,9 Prozent mehr.
Für Juni meldeten die Statistiker zugleich eine steigende Ausfuhr. Diese stieg in der nomimalen, nicht-preisbereinigten Rechnung um 0,9 Prozent gegegenüber dem Vormonat oder um 6,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Die Einfuhr stieg im Juni um 4,4 Prozent gegenüber Mai.
Brenntag hebt Gewinnprognose für 2026 abermals an
Der Chemikalienhändler Brenntag hebt seine Ergebnisprognose für 2026 zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen an. Weil das dritte Quartal anhaltend positiv laufe, werde das operative Ergebnis (Ebitda) nun zwischen 1,35 und 1,45 Milliarden Euro erwartet, teilte das Dax-Unternehmen am Freitag mit. Erst Ende Juni hatte Brenntag seine Erwartungen für das Ebitda auf 1,25 bis 1,40 Milliarden Euro erhöht.
Brenntag profitiert derzeit von einer robusten Nachfrage und gestiegenen Preisen im Zusammenhang mit dem Krieg im Iran und der Blockade der Straße von Hormus. Im zweiten Quartal hatte das operative Ebitda mit 450 Millionen Euro deutlich über den Erwartungen der Analysten gelegen, nachdem es im ersten Jahresviertel noch einen Rückgang verzeichnet hatte.
Lanxess setzt Sparkurs im schwierigen Marktumfeld fort
Der Spezialchemiekonzern Lanxess hat im zweiten Quartal auch von Schwierigkeiten der asiatischen Konkurrenz durch den Iran-Krieg profitiert. Dieser erschwerte die Öl- und Gasversorgung in Teilen Asiens. Insgesamt bleibt das Umfeld aber schwierig; das Unternehmen setzt weiter auf Einsparungen und bestätigte das Jahresgewinnziel.
Dabei betonte Lanxess-Chef Matthias Zachert laut Mitteilung vom Freitag, dass allerdings „kein nachhaltiger Aufschwung der Nachfrage in unseren Kernmärkten in Sicht“ sei und die Marktbedingungen anspruchsvoll blieben. „Bis Ende des Jahres gibt es voraussichtlich keine weiteren konjunkturellen Impulse. Dafür erwarten wir aber aus unseren Kostensenkungsprogrammen höhere Beiträge als im ersten Halbjahr.“
Im zweiten Quartal steigerte der im MDax notierte Konzern den Umsatz im Jahresvergleich um 6,5 Prozent auf 1,56 Milliarden Euro. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) liegt mit 152 Millionen Euro gut 1 Prozent höher. 2026 peilt Zachert hier weiterhin zwischen 450 und 550 Millionen Euro an. Unter dem Strich fiel im zweiten Quartal ein Verlust von 53 Millionen Euro an, nach einem Minus von 45 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Gründe für die roten Zahlen sind Wertberichtigungen und Aufwendungen für Restrukturierungsmaßnahmen.
Airbnb übertrifft Erwartungen und profitiert von der Fußball-WM
Der US-Zimmervermittler Airbnb hat im abgelaufenen Quartal dank einer starken weltweiten Reisenachfrage und der Fußball-Weltmeisterschaft in Nordamerika mehr umgesetzt und verdient als erwartet. Der Umsatz stieg im zweiten Quartal von 3,1 Milliarden auf 3,61 Milliarden Dollar, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Der Gewinn pro Aktie kletterte auf 1,37 Dollar nach 1,03 Dollar vor Jahresfrist. Analysten hatten LSEG-Daten zufolge im Schnitt lediglich mit Erlösen von 3,57 Milliarden Dollar und einem Gewinn von 1,25 Dollar je Anteilsschein gerechnet. Die Airbnb-Aktie legte im nachbörslichen Handel um 11,6 Prozent zu.
Das Unternehmen profitierte nach eigenen Angaben stark von Neukunden während der in den USA, Kanada und Mexiko ausgetragenen Fußball-WM. Die Buchungen in Nordamerika, das im Jahr 2025 mehr als 40 Prozent des Umsatzes ausmachte, stiegen im hohen einstelligen Prozentbereich und verzeichneten damit das stärkste Wachstum seit fast drei Jahren. Weltweit kletterte die Zahl der gebuchten Übernachtungen und Erlebnisse um zehn Prozent auf 148,3 Millionen.
Für das Gesamtjahr 2026 hob Airbnb seine Prognose an und rechnet nun mit einem Umsatzwachstum, das „mindestens im mittleren Zehnerbereich“ liegt. Das Unternehmen hatte ein Plus im niedrigen bis mittleren Zehnerbereich prognostiziert. Das starke Geschäft rund um die WM sowie Zuwächse in Märkten wie Brasilien und Indien halfen dem Konzern, Belastungen durch den Iran-Krieg teilweise auszugleichen. Dieser hatte internationale Fernreisen durch Flugumleitungen und höhere Kerosinkosten beeinträchtigt. Inzwischen sei jedoch eine stetige Erholung der Nachfrage im Nahen Osten zu beobachten, erklärte Airbnb.
Gewinn von Daimler Truck bricht um 48 Prozent ein
Der Gewinn beim Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck ist im zweiten Quartal dieses Jahres um 48 Prozent eingebrochen. Im Vergleich zum Vorjahresquartal sei das Konzernergebnis von 245 Millionen Euro auf 128 Millionen Euro gesunken, teilte der Dax-Konzern aus Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart mit. Unter anderem belasteten Zölle die Profitabilität auf dem wichtigen nordamerikanischen Markt. Vorläufige Zahlen zum Tagesgeschäft hatte das Unternehmen bereits vor gut zwei Wochen vorgelegt.
Weil es nach der Anerkennung von US-Wertschöpfungsanteilen durch die Behörden im zweiten Halbjahr auch insgesamt wieder besser laufen soll, hatte Daimler Truck damals auch die Konzernprognose erhöht. Diese bestätigte Chefin Karin Radström. Die positive Dynamik des zweiten Quartals sollte im dritten Jahresviertel noch deutlich zunehmen, hieß es in der Mitteilung vom Freitag. Der Auftragseingang legte in den drei Monaten bis Ende Juni gegenüber dem schwachen Vorjahreszeitraum um 27 Prozent auf 74.448 Fahrzeuge zu.
Der Umsatz im Industriegeschäft – also ohne Finanzdienstleistungen gerechnet – war wie bereits bekannt im zweiten Quartal um 6 Prozent gestiegen, doch die um Sondereffekte bereinigte Gewinnmarge vor Zinsen und Zinsen in dem Bereich ging um 2,4 Prozentpunkte auf 6,8 Prozent zurück.
Behörden vereiteln offenbar Attentat auf Chef eines deutschen Drohnenherstellers
Stefan Thumann, der Chef des deutschen Rüstungsunternehmens Donaustahl, soll ins Visier des russischen Geheimdienstes geraten sein. Ein womöglich geplantes Attentat sei von deutschen Sicherheitsbehörden verhindert worden, berichtet die Wochenzeitung „Zeit“. Auch im Kanzleramt soll der Fall regelmäßig besprochen worden sein. Das Start-up produziert Kamikazedrohnen für die Ukraine.
Es dürfte nicht das erste Mal gewesen sein, dass Sicherheitsbehörden ein Attentat auf den Chef eines deutschen Rüstungsunternehmens vereitelten. US-amerikanische Geheimdienste hatten 2024 aufgedeckt, dass Russland die Ermordung von Armin Papperger, den Vorstandsvorsitzenden des deutschen Rüstungsunternehmens Rheinmetall geplant hatten. Deutsche Geheimdienste schützten Papperger. Rheinmetall hatte der F.A.Z. damals mitgeteilt, sich regelmäßig mit deutschen Sicherheitsbehörden abzustimmen.
Unklar sei laut der „Zeit“ indes, ob die Ermordung des Donaustahl-Chefs bereits geplant war oder Vorbereitungen liefen. Thumanns Haus wurde offenbar von einem russischen Agenten ausspioniert. Der Hinweis kam wie bei Papperger über einen ausländischen Nachrichtendienst.
Vergleich mit US-Regierung: RWE zieht sich aus US-Windkraftprojekten zurück
Der deutsche Energiekonzern RWE zieht sich wegen des Widerstands der US-Regierung aus allen Windkraftprojekten vor den Küsten der Vereinigten Staaten zurück. Die US-Offshore-Tochter des deutschen Unternehmens schloss dazu einen Vergleich mit dem US-Innenministerium. RWE erhält von der US-Regierung 1,22 Milliarden Dollar und gibt im Gegenzug alle Ansprüche gegenüber den Vereinigten Staaten auf.
Zudem werden die Offshore-Wind-Pachten vor den Küsten von New York, Kalifornien und Louisiana zurückgegeben. RWE hatte diese 2022 erworben. Damals war noch der Demokrat Joe Biden US-Präsident. Dieser hatte den Ausbau von Windkraft gefördert. Sein Nachfolger Donald Trump hält nichts von Windenergie. Deshalb hielten die Regierung und Behörden diverse Windkraftprojekte mit politischen und rechtlichen Auflagen auf. RWE klagte dagegen.
RWE baut in den USA Gaskraftwerke, erneuerbare Energien und Batteriespeicher und will dafür bis 2031 rund 17 Milliarden Euro vor Ort investieren. Anleger reagierten erfreut auf den Vergleich. Die RWE-Aktie baute am Nachmittag ihren Gewinn aus.
Henkel steigert Ergebnis
Der Konsumgüterkonzern Henkel hat im ersten Halbjahr in einem weiter schwierigen Umfeld das Ergebnis gesteigert. Dabei trugen beide Unternehmensbereiche bei. Für das laufende Jahr zeigt sich das Management nun zuversichtlicher. So soll der Umsatz 2026 ohne Währungs- und Portfolioeffekte nun um 1,5 bis 3,5 Prozent zulegen und damit an beiden Enden 0,5 Prozentpunkte mehr als bisher geplant, wie das Dax-Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Die bereinigte operative Marge (Ebit-Marge) soll unverändert 14,5 bis 16 Prozent erreichen.
Im ersten Halbjahr sank der Umsatz zwar leicht um 0,5 Prozent auf rund 10,35 Milliarden Euro. Aus eigener Kraft wuchs er aber um 3,2 Prozent. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag mit 1,62 Milliarden Euro leicht über dem Vorjahreswert. Branchenexperten hatten insgesamt im Durchschnitt etwas weniger auf dem Zettel. Die entsprechende Rendite verbesserte sich ebenfalls leicht um 0,2 Prozentpunkte auf 15,7 Prozent.
Telekom steigert Umsatz und Gewinn
Unter anderem dank der Fußball-Weltmeisterschaft hat die Deutsche Telekom ihren Wachstumskurs fortgesetzt. Die Sparte MagentaTV habe rund eine Million neue Kunden gewonnen, teilte der Bonner Konzern am Donnerstag mit. „Unsere Geschäfte laufen weiter rund“, sagte Konzernchef Tim Höttges. Das Unternehmen steigerte den Umsatz um 4,4 Prozent auf 29,93 Milliarden Euro und den bereinigten operativen Gewinn um 7,5 Prozent auf 11,82 Milliarden Euro. Der Free Cashflow, der als Gradmesser für die Dividendenhöhe gilt, legte um 3,1 Prozent auf 5,03 Milliarden Euro zu. Diese Kennzahlen lagen im Rahmen der Markterwartungen.
Die Telekom hob darüber hinaus das Gesamtjahresziel für den Mittelzufluss auf rund 20 Milliarden von mehr als 19,8 Milliarden Euro an. Sie folgt damit dem Vorbild der US-Tochter T-Mobile, die ihre Jahresziele für den Mittelzufluss dank der Popularität hochpreisiger Tarife ebenfalls angehoben hatte. Zudem gab die Telekom eine Ausweitung ihrer Aktienrückkäufe bekannt. Das Volumen des laufenden Programms werde um bis zu drei Milliarden auf insgesamt bis zu fünf Milliarden Euro aufgestockt.
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