Boni für Bahn-Manager: Pro Bahn mahnt Bilger zu „ehrlicher Pünktlichkeitsbewertung“
Nach dem Vorstoß von Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) für eine Kopplung der Bonuszahlungen für Bahn-Manager an das Erreichen konkreter Ziele hat der Fahrgastverband Pro Bahn den Minister aufgefordert, die Pünktlichkeit von Zügen strenger zu definieren und sich neue Berater zu suchen. Bilger solle die Gelegenheit für eine „ehrliche Pünktlichkeitsbewertung nutzen“, forderte der Pro-Bahn-Bundesvorsitzende Lukas Iffländer laut dem „Tagesspiegel“ (Montag).
„Verspätungen zählen ab drei Minuten wie in der Schweiz statt ab sechs Minuten, und ausgefallene Züge gelten als verspätet“, sagte Iffländer. Er warnte, der Minister dürfe sich nicht „austricksen“ lassen.
„Minister Bilger wird sich sehr anstrengen müssen, die Boni richtig zu gestalten. Bisher haben die Bahnmanager das Ministerium immer ausgetrickst“, sagte der Chef des Fahrgastverbands. Da ausgefallene Züge nicht als unpünktlich gelten würden, seien einst so viele Halte ausgelassen worden, „bis der Zug auf seiner Rückfahrt wieder pünktlich war“, erklärte er.
Der damalige Bahn-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla habe „dicke Boni“ kassiert, „als schon klar war, dass das Netz die Generalsanierungen braucht“, sagte der Pro-Bahn-Chef. Er riet Bilger, sich bei der Gestaltung der Boni „von denjenigen beraten lassen, die nicht schon bisher die Bonusgestaltung machen und entsprechende Lücken hinterlassen haben.“ Generell müsse das Bundesverkehrsministerium „mehr auf die Branche und Verbände hören“, sagte der Pro-Bahn-Chef.
Angesichts anhaltender Verspätungen bei der Deutschen Bahn hatte Bilger den Druck auf die Führungsebene des Konzerns erhöht und Konsequenzen bei den Vorstandsgehältern angekündigt. "Es wird sich konkret auf die Bonuszahlungen von Bahn-Managern auswirken, wenn die Ziele, die der Bund vorgibt, nicht eingehalten werden“, sagte Bilger der „Bild am Sonntag“. Mit der Bahn sei bis 2029 eine Pünktlichkeit von 70 Prozent vereinbart.