Business-Liveticker: Paramount schließt Warner-Übernahme ab | FAZ

Paramount schließt Warner-Übernahme ab

Der Unterhaltungskonzern Paramount hat die Übernahme des Hollywood-Konkurrenten Warner Brothers in Höhe von rund 110 Milliarden Dollar abgeschlossen. Die Aktie des neuen Dachkonzerns Skydance soll ab Dienstag an der New Yorker Börse gehandelt werden, wie das Unternehmen mitteilte.

Skydance steht nun vor einer komplexen Integration und muss dabei eine Schuldenlast von Dutzenden Milliarden Dollar bewältigen. Hollywood befürchtet eine Welle von Stellenabbau – und Liberale in den USA eine politische Einflussnahme des Trump-Unterstützers Ellison auf den Warner-Nachrichtensender CNN. Hollywood wird durch den Deal ähnlich stark umgekrempelt wie durch die Übernahme des Studios 20th Century Fox durch Disney 2019. Die Ellison-Familie hatte Paramount erst im vergangenen Jahr übernommen.

Warner ist bekannt unter anderem für Filmreihen wie „Batman“, „Superman“ und „Harry Potter“. Paramount bringt unter anderem „Mission: Impossible“ und „Star Trek“ ein. Paramount sagte im monatelangen Ringen um die Fusion unter anderem zu, in den ersten zwei Jahren nach dem Zusammenschluss mindestens 30 Filme der beiden Studios pro Jahr in die Kinos zu bringen. In den drei Jahren danach sollen es 32 Filme sein. Für jeden Film, den die Studios darunter liegen, soll eine Zahlung von 30 Millionen Dollar fällig werden. Außerdem wird der neue Dachkonzern mit dem Namen Skydance in den kommenden fünf Jahren zusätzliche 1,5 Milliarden Dollar für Produktionen in den USA ausgeben.

Mutmaßlicher Hackerangriff auf Online-Händler Asos

Der britische Online-Modehändler Asos ist mutmaßlich Opfer eines Hackerangriffs geworden. Tausende Nutzerinnen und Nutzer bekamen auf ihren Smartphones übereinstimmenden Berichten zufolge einen kryptischen Text angezeigt mit dem Titel: „Asos hacked“ («Asos gehackt»). Bislang hat sich das Unternehmen nicht dazu geäußert.

Laut der Nachrichtenagentur PA lautete der auf den Handys angezeigte Text: „Sehr geehrte Datenschutz- und IT-Verantwortliche von Asos, wir haben die Snowflake-Instanz vollständig kompromittiert. Nehmen Sie Kontakt mit uns auf, andernfalls werden wir es veröffentlichen.“ Die Software Snowflake bietet Unternehmen eine Plattform, auf der sie große Mengen an Daten speichern, zusammenführen und analysieren können.

Die Aktie von Asos brach am Dienstagmorgen um mehr als zehn Prozent ein. Der Internetauftritt des Händlers schien zunächst nicht betroffen zu sein. Asos, zu dem auch Marken wie Topshop und Miss Selfridge gehören, hat laut PA weltweit 17 Millionen Kunden.

Unzureichend geschützte KI-Agenten brechen bei Wikipedia ein

Unzureichend geschützte KI-Software des Herstellers OpenAI hat das Online-Lexikon Wikipedia angegriffen. Das teilte die Wikimedia Foundation, die Wikipedia betreibt, am Montagabend in einem Blog-Beitrag mit. Demnach wurden Aktivitäten von nicht autorisierten Bots entdeckt, die Änderungen vorgenommen und die Infrastruktur stark belastet hätten.

Seit einigen Monaten ist bekannt, dass zahlreiche Hersteller von KI-Software ihre Systeme in vielen Fällen nicht ausreichend geschützt haben. Diese waren dann im Internet aktiv und führten teilweise Angriffe auf IT-Systeme anderer Hersteller aus, ohne dass sie von den Entwicklern dafür eine explizite Anweisung erhalten hätten. Vielmehr wird vermutet, dass die KI-Agenten die Anweisung für die Angriffe aus den grundlegenden Systemanweisungen abgeleitet haben, die die Entwickler ihnen mitgegeben haben.

Nun ist offenbar auch Wikipedia betroffen. Im Zuge der Berichterstattung habe man aktiv nach Aktivitäten von KI-Agenten des Herstellers OpenAI gesucht, so die Stiftung. Dabei habe man entdeckt, dass „abtrünnige“ KI-Agenten von OpenAI in nicht öffentlich zugänglichen Testumgebungen Änderungen an Wikipedia-Einträgen vorgenommen haben. Außerdem sollen die KI-Agenten erfolglos ein von Wikipedia entwickeltes Notiz-Tool angegriffen und die IT-Infrastruktur mit einer hohen Zahl an Abrufen und Downloads erheblich belastet haben. Nutzerdaten seien nicht abgegriffen worden.

„Als gemeinwohlorientierter Anbieter einiger der größten und am meisten genutztenoffenen Wissensplattformen der Welt sind wir tief besorgt über die Auswirkungen 'abtrünniger' KI-Agenten auf Plattformen wie unserer“, so die Wikimedia Foundation. Vorfälle wie dieser zeigten, wie KI-Agenten die Ressourcen abschöpfen, Server überlasten und vertrauenswürdige Informationen kompromittieren können. Laut eigener Aussage ist gerade die Belastung der Server schon heute ein großes finanzielles Problem für Wikipedia.

Wikipedia gilt als einer der wichtigsten Datensätze für die Entwicklung großer Sprachmodelle, die hinter vielen modernen KI-Anwendungen stecken. Trotzdem sei Wikipedia für Menschen gemacht, betont die Stiftung. KI-Agenten seien eine Herausforderung, für die bislang noch niemand eine Lösung habe: "Auch wenn OpenAI zugibt, dass die KI-Agenten sich unvorhersehbar verhalten, müssen sie ihrer Verantwortung nachkommen, die Risiken zu überwachen und zu vermeiden.“

Tarifabschluss für Beschäftigte in sechs Seehäfen

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) und der Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) haben einen Tarifabschluss für die Beschäftigten in deutschen Seehäfen erzielt. Die Stundenlöhne sollen rückwirkend zum August um 3,4 Prozent steigen, wie die Tarifparteien mitteilten. Die Vertragslaufzeit beträgt ein Jahr. Die Verhandlungen hatten im Juli in Bremen begonnen. Verdi forderte für die rund 11.000 Beschäftigten 8,2 Prozent höhere Stundenlöhne bei einer Laufzeit von einem Jahr. Insgesamt gab es vier Verhandlungsrunden.

Die Verhandlungen betrafen die sechs Seehäfen Hamburg, Bremerhaven, Wilhelmshaven, Bremen, Brake und Emden. Die Seehäfen Hamburg, Bremerhaven und Wilhelmshaven sind gemessen am Umschlag die wichtigsten Häfen des Landes. Dort stehen große Containerterminals.

Während der Tarifrunde kam es zu Warnstreiks, die den Umschlag in den Häfen einschränkten. Zu einem ersten Warnstreik an den sechs Seehäfen kam es im August. Im September legten Hafenarbeiter in Hamburg die Arbeit nieder.

Putin genehmigt Verkauf von russischer Unicredit-Tochter

Der russische Präsident Wladimir Putin hat den Verkauf des Russlandgeschäfts ​von Unicredit genehmigt. Ein entsprechendes Dekret zur Umstrukturierung der Tochtergesellschaft der italienischen Großbank und zum anschließenden ⁠Verkauf der neu geschaffenen Einheit wurde am Montag auf der Website der russischen Regierung veröffentlicht. Die Transaktion bedurfte der Zustimmung des Präsidenten: Russland hat strenge Auflagen für Geschäfte mit Vermögenswerten ‌von Investoren aus Ländern erlassen, die von der Regierung in Moskau als „unfreundlich“ eingestuft werden.

Unicredit hatte im Mai eine unverbindliche Vereinbarung über den Teilverkauf mit einem etablierten privaten Investor ‌aus den Vereinigten Arabischen Emiraten ‌unterzeichnet. Das Institut plant, sein Russlandgeschäft in zwei Teile aufzuspalten. Es will die volle Kontrolle über den Zahlungsverkehrsbereich zur Abwicklung internationaler Zahlungen für nicht sanktionierte Firmenkunden behalten, während der nicht namentlich genannte Käufer aus ​den Emiraten den Rest übernehmen soll. Das ⁠Mailänder Geldhaus rechnet bei dem Geschäft nach vorherigen Angaben mit einer Ertragsbelastung von 3,0 bis 3,3 Milliarden Euro. ​Angaben zum Transaktionswert wurden nicht gemacht. Unicredit geht davon aus, das Geschäft in der ersten Hälfte des Jahres ⁠2027 abzuschließen, sofern die ‌erforderlichen Genehmigungen vorliegen.

Das Institut gehört neben der österreichischen Raiffeisen Bank International (RBI) und der ungarischen OTP zu den größten westlichen Geldhäusern, die ihre Geschäfte in Russland nach dem Einmarsch in die Ukraine trotz des ⁠Drucks europäischer Aufsichtsbehörden ⁠fortgeführt haben. Die Bank fuhr ihre Präsenz dort auf Druck der Europäischen Zentralbank (EZB) und der italienischen ⁠Regierung jedoch ​zurück. Ein Rückzug ⁠westlicher Finanzinstitute aus Russland ist seit ​dem Beginn des Ukraine-Krieges mit hohen Hürden verbunden. Unternehmen aus Ländern, ‌die Sanktionen gegen Russland verhängt haben, müssen bei einem Verkauf in der Regel hohe Abschläge akzeptieren ​und eine Abgabe an den russischen ​Staat leisten.

Johannes Winterhagen

Johannes Winterhagen

Polen darf Subvention an MAN nicht auszahlen

Die Europäische Kommission untersagt Polen, eine geplante Beihilfe in Höhe von etwa 26 Millionen Euro für die Erweiterung einer Fabrik von MAN Truck & Bus in Niepołomice (nahe Krakau) auszuzahlen. Die EU-Richtlinien zur Regionalförderung erlaubten zwar grundsätzlich die Subvention einzelner Unternehmen, hieß es in einer Mitteilung. Dazu müsste nachgewiesen werden, dass der Betrag den Ausschlag dafür gegeben hätte, sich nicht anderorts anzusiedeln. Genau diesen Nachweis ist die polnische Regierung offenbar schuldig geblieben. Im Juli hatte der MAN-Vorstand Investitionen von insgesamt 1,2 Milliarden in Polen angekündigt. Einen Schwerpunkt soll das Werk in der Region Krakau bilden.

Flugticketpreise von Deutschland aus seit 2010 etwa verdoppelt

Fliegen in und ab Deutschland hat sich in den vergangenen ⁠Jahren massiv verteuert. Der durchschnittliche Ticketpreis habe sich zwischen 2010 und 2024 von knapp unter 150 Euro auf rund 300 Euro etwa verdoppelt, erklärten der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) am Montag in einem ersten gemeinsamen Bericht zur ‌Lage der Branche. Grund seien neben stark gestiegenen staatlichen Abgaben wie Luftverkehrsteuer, Luftsicherheitsabgaben und Flugsicherungsgebühren auch höhere Personal- und Betriebskosten. Die Ticketpreise in Europa hätten im Schnitt von fast 250 Euro auf knapp 340 Euro zugelegt.

Derzeit treffe die Airlines und die ganze ‌Branche der wegen des Iran-Kriegs hohe Ölpreis stark, ‌sagte BDL-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang. „Der Kerosinpreis zerstört nochmal sämtliche Wirtschaftlichkeitsrechnungen.“ Fluglinien hätten einen doppelten Schaden - etwa auf dem Weg nach Asien müssten sie wegen anhaltender Luftraumsperrungen zwei Stunden länger fliegen und deshalb ohnehin mehr tanken. Zusätzlich sorge nun das teure Kerosin für eine weitere Belastung.

„Der Report zeigt ​eine schleichende Abkopplung Deutschlands vom internationalen Luftverkehr“, erklärte Lang. „Verbindungen fallen weg, Passagiere ⁠und Fracht weichen auf Drehkreuze außerhalb Europas aus.“ Für eine Exportnation sei das ein ernstes Standortproblem.

Verdi will sechs Prozent mehr Geld für Beschäftigte privater Banken

Die Gewerkschaft Verdi geht mit einer Forderung ​nach sechs Prozent mehr Gehalt in die Tarifrunde der deutschen ⁠Privatbanken. Der neue Tarifvertrag solle dabei angesichts der Unsicherheiten um die wirtschaftliche Entwicklung eine Laufzeit von zwölf Monaten haben, sagte Verdi-Verhandlungsleiter Jan Duscheck ‌am Montag. Ein Ergebnis solle auch auf übertariflich bezahlte Beschäftigte übertragen werden. Zudem sollen die Beschäftigten auch einen Teil ihres Gehaltes in ‌bis zu 20 ‌zusätzliche freie Tage pro Jahr umwandeln können.

Hintergrund der Forderung sei die „exzellente Lage der Branche“ und der Inflationsdruck auf die Beschäftigten. „Spielräume für faire Gehaltsabschlüsse ​sind da“, sagte Duscheck mit Blick ⁠auf die wirtschaftliche Lage der Institute um Deutsche Bank und Commerzbank. Aber auch der ​Trend zum verstärkten Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) in den Geldhäusern soll eine Rolle spielen: ⁠Verdi will ‌in der Runde auch verstärkte Regeln zum Beschäftigungsschutz durchsetzen.

Die konkurrierende Gewerkschaft DBV will in den Tarifgesprächen eine Gehaltssteigerung von 9,5 Prozent bei ⁠einer Laufzeit von 24 ⁠Monaten durchsetzen. Die Tarifverhandlungen sollen am 8. Oktober in Berlin beginnen. Weitere ⁠Gespräche ​mit den ⁠Arbeitgebern sind am 2. November ​und 23. November anberaumt. Beide Seiten hatten sich ‌zuletzt 2024 auf 10,5 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von ​28 Monaten verständigt.

Deutsche Telekom will durch KI-Einsatz Milliarden sparen

Die Deutsche Telekom will den Einsatz von Künstlicher Intelligenz im eigenen Unternehmen ausbauen und dadurch die Kosten senken. Gegenüber 2023 sollen die indirekten jährlichen Kosten im Konzern durch KI und Automatisierung bis 2030 um rund 2,5 Milliarden Euro sinken, wie der Dax-Konzern am Montag anlässlich eines Investorentags mitteilte. Das ist eine Steigerung gegenüber den für 2027 vorgesehenen Bruttoeinsparungen von 1,1 Milliarden Euro.

Die Bonner wollen zudem außerhalb der USA den KI-bezogenen Umsatz mit Unternehmen bis 2030 auf 800 Millionen Euro steigern – dieses Jahr sollen es rund 250 Millionen sein. Die Telekom bestätigte zudem ihre Prognose und die mittelfristigen Ziele. Die Telekom-Aktie notiert am Montag leicht im Plus.

Galeria-Insolvenzantrag vom Gericht zugelassen

Das Amtsgericht Düsseldorf hat das vorläufige Insolvenzverfahren für die Warenhauskette Galeria angeordnet. Das geht aus einer Mitteilung des Gerichts auf dem Portal Insolvenzbekanntmachungen.de hervor.  Zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt wurde der Rechtsanwalt Frank Kebekus. Laut Gerichtsbeschluss (Az.: 502 IN 258/26) ist er nun ermächtigt, Bankguthaben und sonstige Forderungen von Galeria einzuziehen sowie eingehende Gelder entgegenzunehmen. Kebekus begleitete als Sachwalter bereits die Insolvenzverfahren für den Konzern in den Jahren 2020 und 2022.

Der Sanierungsexperte Manfred Hunkemöller sieht die Bestellung von Kebekus zum vorläufigen Insolvenzverwalter kritisch. „Kebekus ist ein exzellenter Sanierer. Er hat Galeria aber bereits zweimal begleitet. Für einen echten Neuanfang hätte ich einen Verwalter empfohlen, der nicht vorbefasst ist.“ Hunkemöller ist Honorarprofessor mit den Fachgebieten Sanierungs- und Insolvenzmanagement an der International School of Management in Dortmund.

Melderegister in Dänemark mit Daten von 8,8 Millionen Menschen gehackt

Bei einem Hackerangriff auf das dänische Melderegister haben sich Unbekannte Zugriff auf Daten von 8,8 Millionen Menschen verschafft. Wie das für Digitales zuständige Ministerium am Montag mitteilte, gehörten dazu die Namen, die Adressen und die Sozialversicherungsnummern von registrierten lebenden und verstorbenen Menschen. Das Register enthält Daten von rund elf Millionen Menschen.

Den Angaben zufolge war die Verwaltung der Behörde am Freitag über eine „Anomalie“ im System „im Lauf des Septembers“ informiert worden. Die Unbekannten verschafften sich demnach Zugriff über den legalen Zugang eines dänischen Unternehmens. Dieser Zugang wurde mittlerweile blockiert.

Die Behörden ergriffen den Angaben zufolge Maßnahmen, um einen weiteren vergleichbaren Angriff zu unterbinden. Eine Untersuchung zu dem Hackerangriff sei eingeleitet worden, hieß es in der Erklärung weiter. „Es handelt sich um einen äußerst schwerwiegenden Vorfall“, erklärte die für Digitales zuständige Ministerin, Christina Egelund. Menschen, deren Name und Adresse als besonders schützenswürdig gelten, sind den Angaben zufolge nicht von dem Hackerangriff betroffen.

Ifo: „Die Automobilindustrie steckt ‌weiterhin in der Krise“

Die Stimmung in der deutschen Automobilindustrie hat sich im ​September stark eingetrübt. Das Barometer für das Geschäftsklima fiel auf minus 35,0 ⁠Punkte, von minus 22,0 Zählern im August, wie das Münchner Ifo-Institut am Montag zu seiner Umfrage mitteilte. Die Unternehmen bewerteten ihre Geschäftslage so schlecht wie ‌noch nie in diesem Jahr. Die Aussichten für die kommenden Monate waren schon im August drastisch gesunken und verharrten nun auf tiefem Niveau. „Die Automobilindustrie steckt ‌weiterhin in der Krise“, sagte ‌Ifo-Branchenexpertin Anita Wölfl.

Diese Krisenstimmung lässt sich an vielen weiteren Indikatoren erkennen: So sackten die Exporterwartungen in der Autoindustrie ab, nachdem sie zuvor noch gestiegen waren. Ähnliches galt für ​die Beschäftigungserwartungen. Die Unternehmen bewerteten im ⁠September überdies ihren Auftragsbestand erneut schlechter als im Vormonat. Die Ertragslage, die immer vierteljährlich abgefragt wird, ist ​den Unternehmensangaben zufolge im dritten Quartal im Vergleich zum Vorquartal deutlich gesunken.

100.000 Anträge für E-Auto-Prämie gestellt

Die im Mai freigeschaltete neue E-Auto-Prämie wurde nach Regierungsangaben bisher an 100.000 Antragsteller ausgezahlt. Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) sagte der „Bild“-Zeitung, „das Förderprogramm hat unsere Erwartungen weit übertroffen und jetzt schon 100.000 Haushalte dabei unterstützt, sich vor den hohen Spritpreisen zu schützen“. Jedes zusätzliche Elektroauto mache Deutschland unabhängiger von teuren Ölimporten und internationalen Konflikten.

Das Geld komme Menschen zugute, die vorher nicht einmal daran gedacht hätten, sich ein E-Auto zu kaufen, sagte Schneider. Die Hälfte der Antragsteller hatte demnach ein Haushaltsjahreseinkommen von maximal 45.000 Euro, drei Viertel verdienten maximal 60.000 Euro. „Besonders wichtig ist mir, dass die soziale Staffelung wirkt“, betonte Schneider.
Förderfähig sind Kauf und Leasing neuer Elektroautos, bestimmter Plug-in-Hybride, die sowohl mit Strom als auch mit Treibstoff fahren können, sowie Elektroautos mit sogenannten Reichweitenverlängerern. Letztere sind kleine Verbrennungsmotoren, die die Reichweite von Elektroautos erhöhen. Voraussetzung ist eine Zulassung des Fahrzeugs seit dem 1. Januar dieses Jahres.

Experte: Einige Galeria-Warenhäuser könnten weitermachen

Wie geht es weiter mit der Warenhauskette Galeria nach der jüngsten Insolvenz? „Ein vollständiges Aus ist möglich, aber keineswegs zwangsläufig“, sagte der Handelsexperte Carsten Kortum von der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Heilbronn der Deutschen Presse-Agentur dpa. Er halte eine Fortführung mit deutlich weniger Standorten gerade für die Mitarbeiter für eine mögliche Lösung, „nicht jedoch eine dauerhafte Rettung des gesamten bisherigen Filialnetzes“.

Aktuell hat Galeria 83 Filialen. Das Düsseldorfer Unternehmen hat rund 12.000 Beschäftigte. Am Freitag hatte es erneut Insolvenz angemeldet – zum vierten Mal innerhalb von sechs Jahren. Voraussetzung für eine Fortführung sind laut Kortum „wirtschaftlich tragfähige Häuser, ein klares Sortimentsprofil und ausreichend Eigenkapital für Modernisierung und Umbauten“. Nötig sei dafür „endlich“ ein Eigentümer, der nicht nur kurzfristige finanzielle Interessen habe, sondern langfristig an das Geschäftsmodell Kaufhaus glaube.

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