CDU-Absturz in Mecklenburg-Vorpommern: Nur noch 7 Prozent – droht Merz das nächste Wahl-Debakel?
Stand: 10.09.2026, 19:34 Uhr
Der Druck auf den Bundeskanzler ist nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt groß. Doch in Mecklenburg-Vorpommern droht der CDU bereits das nächste Desaster.
Schwerin – Das Wahl-Debakel für die CDU in Sachsen-Anhalt belastet nicht nur den Landesverband. Auch Kanzler Friedrich Merz steht unter Druck. Denn in Mecklenburg-Vorpommern bahnt sich für die Christdemokraten bereits die nächste Wahl-Katastrophe an. Laut einer Insa-Umfrage vom Donnerstag (10. September) verringert die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern weiter den Abstand zur AfD. Für die CDU sind das schlechte Nachrichten: Die Christdemokraten rutschen unter die Zehn-Prozent-Marke.

Der repräsentativen Befragung für den Neubrandenburger Nordkurier zufolge käme die SPD auf 33 Prozent der Stimmen, wäre am kommenden Sonntag Landtagswahl. Das sind vier Prozentpunkte mehr als in der vor vier Wochen veröffentlichten Insa-Umfrage für die Zeitung. Die AfD steht demnach unverändert bei 36 Prozent.
Die CDU verliert im Vergleich zur vorherigen Umfrage drei Prozentpunkte und käme nur noch auf 7 Prozent. Ein solches Wahlergebnis wäre ihr bundesweit schlechtestes seit Gründung nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Linke verharrt demzufolge bei 11 Prozent. Die Grünen müssten mit unverändert 5 Prozent um den Einzug in den Landtag bangen. Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) bleibt ebenfalls bei 4 Prozent und wäre nicht im Parlament vertreten.
Insa-Umfrage im Auftrag des Nordkuriers zur Landtagswahl in MV
| Partei | Prozent |
|---|---|
| AfD | 36 (0) |
| SPD | 33 (+4) |
| Linke | 11 (0) |
| CDU | 7 (-3) |
| Grüne | 5 (0) |
| BSW | 4 (0) |
| Sonstige | 4 (+2) |
Der neue Landtag in Mecklenburg-Vorpommern wird am 20. September gewählt. Schwesig regiert bisher zusammen mit den Linken. Der Umfrage zufolge würde es für eine Neuauflage der Koalition nicht reichen. Bei einem Einzug der Grünen in den Landtag könnte Schwesig aber an der Spitze eines Dreierbündnisses mit ihnen im Amt bleiben. Insa gibt die Fehlertoleranz mit plus/minus 3,1 Prozentpunkten an. Die Daten beruhen auf einer repräsentativen Onlinebefragung von 1.000 Menschen vom 1. bis 8. September.
Muss die CDU bei der MV-Wahl um den Einzug in den Landtag zittern?
Für die CDU wird es also brenzlig in Mecklenburg-Vorpommern. Setzt sich der Trend fort und die Partei von Kanzler Merz rutscht weiter in den Umfragen ab, muss auch sie um den Einzug in den Landtag bangen. Das könnte zusätzlich den Druck auf den Bundeskanzler erhöhen, der durch das Ergebnis der CDU bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ohnehin angeschlagen ist.
Nach dem Wahldebakel forderte der CDU-Landesvorsitzende in Mecklenburg-Vorpommern, Tino Schomann, etwa die Ablösung von Merz. „Berlin trägt die Hauptverantwortung“, sagte Schomann am Dienstag im Norddeutschen Rundfunk (NDR) mit Blick auf das schlechte Wahlergebnis der CDU.
Nötig sei an der Spitze „eine Persönlichkeit, die Empathie, Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit vermittelt“, sagte Schomann und kritisierte mit Blick auf den Bundeskanzler: „Er hat gezeigt, dass er das nicht kann.“ Merz sei nach seiner Einschätzung „ungeeignet, um das Land auch zu einen und die Probleme im Land zu lösen“.
Merz angeschlagen nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: Kanzler weiter unter Druck
Merz zeigte sich am Montag nach der Landtagswahl schockiert vom Erdrutschsieg der AfD und versprach, seine Politik künftig besser zu erklären und die Menschen stärker „auch in ihrer ganzen Emotionalität“ anzusprechen. Der erste Test in der Generaldebatte des Bundestags kam aber bei vielen in der CDU nicht so gut an. Merz verwendete einen großen Teil seiner Rede darauf, sich an seiner Vorrednerin, der AfD-Chefin Alice Weidel, abzuarbeiten und sie scharf zu attackieren. Die neue eigene Erzählung, die er angekündigt hatte, unterfütterte Merz dagegen nicht.
Bei der Landtagswahl 2021 waren die Sozialdemokraten mit 39,6 Prozent noch stärkste Kraft in Mecklenburg-Vorpommern geworden. Die AfD kam damals auf 16,7 Prozent, die CDU auf 13,3, die Linke auf 9,9, die Grünen auf 6,3 und die FDP auf 5,8 Prozent der Stimmen.
Positiver Trend bei der SPD: Partei legt in Umfragen zur Wahl in Mecklenburg-Vorpommern zu
In einer Anfang September veröffentlichten Wahl-Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des Norddeutschen Rundfunks kamen die Sozialdemokraten auf 32 Prozent. Sie lagen damit ebenfalls nur noch drei Punkte hinter der AfD, die auf 35 Prozent kam. Im Vergleich zur Juli-Umfrage im Auftrag des Senders legte die SPD drei Punkte zu, die AfD verlor einen Punkt. Platz drei ging in der Infratest-Umfrage an die Linke mit 11 Prozent. Die CDU erreichte einen Umfragewert von 8 Prozent. Die Grünen lagen bei 5 Prozent und das BSW bei 4 Prozent.
Wahlumfragen sind generell mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschern die Gewichtung der erhobenen Daten. Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen für den Wahlausgang. (Quelle: dpa/AFP/NDR) (sischr)