Stand: 10.09.2026, 19:35 Uhr
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Ein Experte nennt konkrete Warnzeichen für einen möglichen russischen Angriff auf die NATO.
Ein möglicher russischer Angriff auf ein NATO-Land würde sich nach Einschätzung eines ukrainischen Militärexperten nicht erst an einem großen Truppenaufmarsch erkennen lassen. Entscheidend seien vor allem logistische Vorbereitungen nahe der Grenze – eine davon könnte ein eindeutiges Zeichen sein.
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Diese Zeichen könnten auf einen Angriff hindeuten
Der ukrainische Militär- und Politikbeobachter Oleksandr Kowalenko erklärte in einer Sendung des polnischen Fernsehsenders Belsat, ein eindeutiger Hinweis wäre der Aufbau zahlreicher Feldlazarette auf russischer Seite. Das könne etwa an der Grenze zu Estland oder Finnland geschehen. „Dann würden wir verstehen, dass der Countdown begonnen hat“, sagte Kowalenko.

Andere Anzeichen seien schwerer zu bewerten. Gerade im Nordwesten Russlands liegen mit den Regionen Pskow und Leningrad bereits stark militarisierte Gebiete nahe der NATO-Grenze, wie Belsat berichtet. Zusätzliche Bewegungen könnten deshalb weniger auffällig sein als in bislang schwächer besetzten Regionen.
Derzeit sehen Experten und Nachrichtendienste dem Bericht zufolge keine wachsende Konzentration russischer Truppen in Belarus. Kowalenko hatte zuvor Estland als mögliches erstes Ziel einer russischen Invasion in Europa genannt. Einen konkreten Hinweis auf eine bereits beschlossene Attacke gebe es bislang jedoch nicht.
Belarus bietet Infrastruktur für Oreschnik
Besonders genau beobachtet wird Belarus wegen des russischen Mittelstrecken-Raketensystems Oreschnik. Nach Kowalenkos Einschätzung befinden sich dort zwar wichtige Teile des Systems, aber bislang keine nachgewiesene Rakete.
Vorhanden seien unter anderem Führungsfahrzeuge, Kontrollstellen und mobile Kommandoeinheiten. Auch Generatoren sowie technische Anlagen für Start und Wartung seien eingerichtet worden. „Die Rakete selbst wurde bislang von niemandem registriert“, sagte Kowalenko laut Belsat.
Damit unterscheidet der Experte zwischen einer vorbereiteten Startumgebung und einer tatsächlich stationierten, einsatzbereiten Waffe. Verifizierte Informationen, wonach eine Oreschnik-Rakete in Belarus im Gefechtsbereitschaft stehe, gebe es nicht. Das System kann dem Bericht zufolge auch nukleare Sprengköpfe tragen.
Geheimdienst sieht keine Kriegsvorbereitung in Belarus
Oleh Iwaschtschenko, Chef des ukrainischen Militärgeheimdienstes HUR, erklärte nach Angaben von Belsat, Einheiten der russischen 101. Raketenbrigade hielten sich weiterhin in Belarus auf. Diese Einheit sei mit Oreschnik ausgerüstet. Hinweise darauf, dass sich die belarussische Armee auf einen Kriegseintritt vorbereite, gebe es jedoch nicht.
Russlands Präsident Wladimir Putin hatte 2024 erklärt, die Oreschnik sei als neue ballistische Mittelstreckenrakete in einer nicht nuklearen Hyperschallversion getestet worden. Er behauptete zudem, moderne Luftabwehr könne die Waffe nicht abfangen. Die Rakete könne mit einer Geschwindigkeit von 2.500–3.000 Stundenkilometern angreifen.
Belsat verweist darauf, dass Putin ähnliche Aussagen bereits über die Kinschal-Rakete gemacht hatte. Ukrainische und westliche Experten halten dagegen eine Abwehr mit Patriot-Systemen für möglich. Quellen: Belsat, nif/red.