CDU wird drittstärkste Kraft Neuwahl zur Regionalversammlung – SPD gewinnt Wahlkrimi im Saarbrücker Schloss gegen AfD
Saarbrücken · Bei der Wahl zur Regionalversammlung lieferten sich SPD und AfD zeitweise ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Am Ende stand die SPD in der Wählergunst vorne. Die CDU liegt abgeschlagen auf Platz drei.
30.08.2026 , 21:14 Uhr
Bange Momente für SPD, CDU und Grüne nach den ersten Meldungen aus den Wahlbezirken. Zu Beginn der Auszählung lag die AfD noch vor der SPD.
Foto: BeckerBredel
Bei der Neuwahl zur Saarbrücker Regionalversammlung ist die SPD stärkste Partei geworden. Die Sozialdemokraten kamen am Sonntag auf 25,79 Prozent, gefolgt von der AfD auf Platz zwei mit 22,83 Prozent. Die CDU kam mit 18,94 Prozent auf Platz drei. Die Grünen erreichten 12,57 Prozent, gefolgt von den Linken mit 9,03 Prozent. Die FDP erreichte auf gut 4,94 Prozent der Stimmen, das BSW 3,61 Prozent. Bunt.saar erreichte 2,29 Prozent.
Zweitweises Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen SPD und AfD
Die Gewinner der Wahl sind somit die SPD und die AfD. Zeitweise lieferten sich die Parteien während der Auszählung der Stimmen ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Die SPD musste im Vergleich zur letzten gültigen Wahl 2019 allerdings leichte Verluste hinnehmen (2019: 28,1 Prozent). „Wer AfD im Saarland verhindern will, muss SPD wählen“, kommentierte der SPD-Kreisvorsitzende Ulrich Commerçon das Wahlergebnis. „Die CDU läuft der AfD hinterher“, kritisiert er. Nun müsse es in einer Großen Koalition unter Einbeziehung der Grünen um Sachpolitik im Regionalverband gehen.
AfD liegt im Stadtumland leicht vor SPD
Die AfD legte dagegen enorm zu. 2019 lag die Partei noch bei 8,4 Prozent. Auch im Vergleich zur Bundestagswahl konnte die AfD ihr Ergebnis (im Wahlkreis Saarbrücken 20 Prozent) noch verbessern. Im Stadtumland wurde die AfD bei der jetzigen Wahl knapp stärkste Kraft. Parteivertreter zeigten sich sehr zufrieden mit dem Wahlergebnis.
Hohe Verluste CDU abgeschlagen auf Platz drei
Die CDU wurde im Regionalverband an der Wahlurne abgestraft. 2019 wurde die Partei mit 28,1 Prozent der Stimmen klar zweitstärkste Kraft, nun liegt die CDU abgeschlagen hinter SPD und AfD. „Ein enttäuschender Abend“ sei das für die CDU, sagte deren Kreisvorsitzender Uwe Conradt. Die Zankereien in der Bundespolitik hätten es der CDU schwer gemacht, Wähler zu gewinnen. Er sei besorgt über die Polarisierung in der Gesellschaft.
Wahlbeteiligung höher als erwartet
Die Wahlbeteiligung lag laut Regionalverband bei 40,55 Prozent. Weit höher als zuvor für diese unplanmäßige Neuwahl angenommen, wenn auch niedriger als bei den regulären Wahlterminen in den Vorjahren. Bei der für ungültig erklärten Wahl 2024 lag die Beteiligung noch bei 59,6 Prozent, bei der letzten gültigen Wahl der Regionalversammlung 2019 lag die Wahlbeteiligung bei 58 Prozent.
Warum musst neu gewählt werden?
Im Regionalverband Saarbrücken musste am Sonntag außerplanmäßig neu gewählt werden, weil die Wahl zur Regionalversammlung 2024 nach einem Gerichtsurteil als ungültig erklärt werden musste. Die AfD hatte die Wahl vom 9. Juni 2024 angefochten. Die Partei wurde damals vom Wahlausschuss nicht zur Wahl zugelassen. Die AfD hatte aufgrund eines Machtkampfes innerhalb der Partei zwei Wahllisten eingereicht, zulässig ist aber nur eine Liste mit Kandidaten. Das Verwaltungsgericht Saarlouis hatte 2025 entschieden, das eine der Listen formal korrekt war und die AfD deshalb hätte zugelassen werden müssen. Das Oberverwaltungsgericht des Saarlandes bestätigte dieses Urteil.
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