Ceuta: Bis zu 5.000 Migranten bleiben nach Massenansturm in der Stadt

Stand: 03.08.2026, 19:23 Uhr

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TOPSHOT - A migrant gestures on the beach around the border barrier with Morocco to enter Spain's north Africa's Ceuta enclave on July 31, 2026. Thousands of migrants crossed overnight from Morocco into Ceuta enclave, a police source said, as Spanish Prime Minister was set to arrive to manage the latest migrant crisis on the border. In recent days, a total of around 40,000 migrants have crossed into the territory, population 80,000, the source added. (Photo by JORGE GUERRERO / AFP)

Zwei Migranten im Meer vor Ceuta. © Jorge Guerrero/AFP

Nach dem Ansturm von bis zu 60.000 Menschen auf die spanische Exklave sind Tausende geblieben. Das Aufnahmezentrum ist mit 1000 zusätzlichen Menschen überfüllt.

Am Sonntagabend sitzt eine Gruppe junger Marokkaner am Straßenrand, 200 Meter vom Grenzübergang entfernt, den sie ein paar Tage vorher gemeinsam mit Zehntausenden anderen überrannt haben. „Hier gut, nicht zurück!“, rufen sie einem Reporter der spanischen Zeitung „El Confidencial“ zu.

Ceuta hat sich in kurzer Zeit mit Zehntausenden Migranten gefüllt und in kurzer Zeit wieder geleert, aber von den Ankömmlingen sind nicht alle zurückgekehrt. Auf 3.000 bis 5.000 schätzte der Stadtpräsident Juan Jesús Vivas am Montagmorgen die in der Stadt Zurückgebliebenen. Vivas glaubt, dass am Donnerstag nicht 50.000, sondern 80.000 Menschen über die offene Grenze nach Ceuta gekommen sind. Das wäre ungefähr ein Ankömmling auf eine Person in der Exklave. „Diese Beklemmung, diese Angst und dieses Gefühl der Hilflosigkeit und Furcht, welche die Bevölkerung von Ceuta durchlebt hat, sind immer noch in uns lebendig“, sagte Vivas in einem Fernsehinterview.

Cafés sind wieder offen

Die Stadt kehrt zur Normalität zurück, zu einer unvollkommenen Normalität. Die meisten Läden und Cafés haben wieder geöffnet. Aber das Aufnahmezentrum für Immigranten (CETI) im Nordwesten der Stadt mit einer offiziellen Kapazität von 512 Plätzen war schon Anfang vergangener Woche übervoll und jetzt sind weitere 1.000 Menschen vor Ort. Unter ihnen sind viele Nichtmarokkaner: Sudanesen, Nigerianer, Afghanen, Algerier und andere. Hilfsorganisationen geben ihnen zu essen und informieren sie über Asylmöglichkeiten. „Das System, über das sie es beantragen können, ist derzeit blockiert“, berichtet eine freiwillige Helferin.

Unten an der Playa del Trampolín, ein paar Hundert Meter vom Aufnahmezentrum entfernt, halten sich diejenigen auf, denen die Polizei den Zugang zum CETI versperrt. Dort soll nicht noch mehr Chaos entstehen. Andere Marokkaner haben sich in die Viertel nahe des Grenzzauns zurückgezogen, in denen viele Ceutís – die Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt – mit marokkanischer Herkunft leben. „Wir sprechen mit ihnen, geben ihnen Essen und Getränke und erklären ihnen, was sie tun müssen“, berichtet einer von ihnen dem „El Confidencial“-Reporter. „Aber es sind einfach zu viele. Wir haben schon ein paar Streitereien gehabt. Niemand kann Tausenden Jungs helfen, die auf einen Schlag kommen.“

Es gibt auch Verständnis

Einige Menschen haben ihre Straßen mit Absperrgittern blockiert und bewachen die Zugänge. Sie erzählen von Diebstählen und kleineren Gewalttätigkeiten. Manche haben Verständnis für die jungen Leute, die auf ein besseres Leben in Europa hoffen. Andere machen sich Sorgen um ihr eigenes Wohlergehen. „Sie sind überall versteckt“, sagt eine Einheimische zu einer „El País“-Reporterin. „Mal sehen, wann endlich Schluss damit ist.“