Cyberangriff :
Hacker der Berliner Senatsverwaltung veröffentlichen weitere Daten
06.09.2026, 20:55Lesezeit: 2 Min.

Nach dem Cyberangriff auf Berliner Behörden landen weitere Unterlagen im Darknet. Der Senat hat einige Maßnahmen nachgeschärft.
Nach dem großangelegten Hackerangriff auf die Berliner Senatsverwaltung haben die Täter in der Nacht zum Sonntag ein weiteres Datenpaket unter anderem mit Zugangsdaten veröffentlicht. Das teilte der Senat am Sonntag in der Bundeshauptstadt mit.
Die nach der ersten Veröffentlichung gestohlener Informationen am Freitag ergriffenen Maßnahmen seien vorsorglich nochmals „in einigen Aspekten nachgeschärft“ worden. Bei der Nutzung von Fachverfahren der betroffenen Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen seien deshalb kurzfristige Einschränkungen möglich, hieß es weiter.
Auch Pläne für den Verteidigungsfall sollen zu finden sein
Mitte August war bekannt geworden, dass es eine Cyberattacke auf Berliner Landesbehörden gegeben hatte. Die Hacker wollten zwei Millionen Euro Lösegeld in Bitcoin erpressen, die Summe sollte bis Freitag gezahlt werden. Die Berliner Landesregierung erklärte aber, dass sie sich nicht erpressen lasse, und zahlte nicht. Nach Ablauf der Frist am Freitag wurden rund 1,4 Millionen Dateien zum Download angeboten, laut „Spiegel“ versehen mit dem Kommentar „Viel Spaß, Datenjäger“.
Medienberichten zufolge waren in den als erstes veröffentlichten Dateien sensible Daten wie etwa Pläne für den Verteidigungsfall zu finden. Demnach geht es in den von den Tätern im Darknet angebotenen Datenpaketen darüber hinaus auch um interne Vermerke zu Schwachstellen in der Berliner Infrastruktur, private Handynummern und Adressen, Daten zum Gefahrenschutz bei der Berliner Feuerwehr, Gehaltslisten, Kontoinformationen sowie vertrauliche Personalangelegenheiten.
Die Datenlecks könnten Auswirkungen auf die öffentliche Sicherheit und für Privatpersonen haben. Sollte sich bestätigen, dass unter den Daten sicherheitsrelevante Informationen sind, könnten diese theoretisch von fremden Mächten oder Terroristen für ihre Zwecke ausgenutzt werden. Informationen zu kritischen Infrastrukturen, Unternehmen und Organisationen könnten je nach Sensibilität der Daten eine Erhöhung der Bedrohungslage bewirken, teilte das BSI mit.
Mit Blick auf personenbezogene Daten weist Jochim Selzer vom Chaos Computer Club auf die Gefahr von Identitätsdiebstahl hin. „Je mehr ich über eine Person weiß, desto genauer kann ich mich als diese Person ausgeben, desto genauer kann ich auch einschätzen, was ich von dieser Person wissen muss, zum Beispiel, um in ihrem Auftrag etwas bestellen zu können.“
Das BSI weist zudem auf eine erhöhte Bedrohung durch gezielte Phishing-Angriffe nach dem Datenabfluss hin. Insbesondere Menschen, die in Kontakt mit betroffenen Personen oder Institutionen standen, sollten deshalb besonders aufmerksam sein.