Für Buschermöhle ist die 2:4-Niederlage doppelt bitter

Stand: 06.09.2026, 20:55 Uhr

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Letzter Ballkontakt, danach geht es für Max Buschermöhle nicht mehr weiter. Zu erkennen ist auch, dass Bornreihes Jeremy da Rocha Nunes schuldlos ist, weil er nicht hinterhersetzt.

Letzter Ballkontakt, danach geht es für Max Buschermöhle nicht mehr weiter. Zu erkennen ist auch, dass Bornreihes Jeremy da Rocha Nunes schuldlos ist, weil er den Rotenburger Sechser nicht berührt. © Freese

Rotenburgs Sechser scheidet im Topspiel gegen Bornreihe früh verletzt aus. Es ist nicht der einzige Rückschlag, den die Gastgeber hinnehmen müssen.

Rotenburg – Für Max Buschermöhle lagen zwischen Freude und Frust gerade einmal drei Minuten: Erst erzielte der Mittelfeldspieler des Rotenburger SV sein erstes Punktspieltor in der Fußball-Landesliga (19.), kurz darauf erlitt er eine vermutlich schwere Verletzung am linken Fuß (22.). „Ich befürchte einen Achillessehnenriss“, lautete der erste Verdacht von Physiotherapeut Thorsten Hellriegel. Ohnehin lief im Spitzenspiel gegen die Gäste des SV Blau-Weiß Bornreihe vor rund 250 Zuschauern so einiges gegen die Wümmestädter, die am Ende mit 2:4 (1:3) verloren. Damit endete ihre Erfolgsserie von vier Siegen am Stück in der Liga. Dennoch machte Coach Dennis Mandel seinem Team keinen Vorwurf. „Großes Kompliment dafür, dass wir so eine zweite Halbzeit abliefern. Wir hätten ein 3:3 verdient gehabt“, meinte er.

Viel ungünstiger hätte die Partie gar nicht beginnen können, denn bereits in der sechsten Minute brach dem RSV ein wichtiges Abwehr-Puzzleteil weg: Bei einem Zweikampf gegen David Dere zog sich Björn Hakansson ohne Fremdeinwirkung eine Oberschenkelverletzung zu und musste durch Daniel Luckyman ersetzt werden. „Es hat einfach gezogen, das ist maximal ein Muskelfaserriss“, meinte der Innenverteidiger. Dennoch dürfte der Routinier damit einige Wochen ausfallen.

Zweikampf an der Seitenlinie: Bornreihes Justin Sauermilch grätscht Fabian Wapsas ab. Da muss auch Schiedsrichterassistentin Melissa Wendt aufpassen, nicht getroffen zu werden.

Zweikampf an der Seitenlinie: Bornreihes Justin Sauermilch grätscht Fabian Wapsas ab. Da muss auch Schiedsrichterassistentin Melissa Wendt aufpassen, nicht getroffen zu werden. © Freese

Mitten hinein in die Findungsphase der neuen Abwehrformation fiel die Bornreiher Führung durch den völlig freien Jeremey da Rocha Nunes (12.). Als auch Bjarne Schnakenberg nur fünf Minuten später per Kopfball nach einer Ecke erhöhte, war der RSV-Fehlstart in diese Partie perfekt. „Wenn du so schnell die Gegentore kriegst, ist jeder Plan hinfällig“, meinte Mandel, ergänzte aber: „Nach dem 0:2 sind wir aufgewacht. Vorher waren wir viel zu vorsichtig, gefühlt ängstlich.“ In der Tat waren die „Moorteufel“ deutlich robuster aufgetreten und loteten die Grenzen des Erlaubten aus. Da war auch der immer wieder von seinen Mitspielern gesuchte David Dere gut bedient, als er nur Gelb von Schiedsrichter Mirko Wendt (TSV Bienenbüttel) sah, nachdem er Moritz Schmökel von hinten in die Parade gefahren war (33.). Erst später sollte er Gelb-Rot (85.) sehen.

Die Rotenburger waren allmählich im Spiel angekommen und hatten nach einer Ecke von Franko Jäger durch einen Buschermöhle-Kopfball bereits verkürzt. Der nächste Rückschlag folgte aber in der Nachspielzeit des ersten Durchgangs, als Wendt auf den Punkt zeigte. RSV-Keeper Jascha Tiemann soll beim Wegschlagen des Balles Fabian Linne getroffen haben. „Nein“, beteuerte der Schlussmann später. „Er tritt mir gegen den Fuß.“ Das kümmerte da Rocha Nunes wenig – er verwandelte zum 3:1 (45.+1).

Großes Kompliment dafür, dass wir so eine zweite Halbzeit abliefern. Wir hätten ein 3:3 verdient gehabt.

In der zweiten Hälfte schien auch der RSV die Härte im Spiel anzunehmen. Es entwickelte sich eine Partie, die hektischer und rustikaler wurde. „Es war ein intensives Spiel“, fand auch Bornreihes Rechtsverteidiger Lucas Chwolka, der ebenso wie seine Kollegen Yannick Chwolka und Torwart Henner Lohmann lange Jahre in Rotenburg gespielt hatte. „Ich glaube, wir waren präsenter auf dem Platz und viel wacher. Mit dem 2:3 ist der RSV aber sofort da. Da fängt der Kopf dann an, dass du zwei, drei Prozent vorsichtiger wirst“, meinte er. Schließlich hatten die Gastgeber nach dem Anschlusstreffer, den Tetje Dziubinski mit einem feinen Distanzschuss erzielte (52.), noch genügend Zeit.

Möglichkeiten gab es auch. Vor allem forderten die Rotenburger einen Strafstoß, als Can Sengül gegen Vinzenz van Koll zu Fall kam (61.). Aber auch hier ließ der Unparteiische weiterspielen – wie bei fast jedem anderen Zweikampf mit Sengül. Lediglich als der Techniker nach Pass von Justin Kuchinke vermeintlich im Abseits stand, ertönte die Pfeife (77.). „Wir können es auch früher entscheiden, dann wird es ruhiger“, dachte wiederum Lucas Chwolka an die dicke Chance von Dere, die Tiemann stark parierte (68.). So dauerte es bis zur 81. Minute, ehe Justin Dähnenkamp abstaubte. „Die klare Rote Karte, der nicht gegebene Elfmeter, dann Can, der nicht im Abseits war – das sind Sachen, die kannst du nicht wegstecken“, haderte Mandel.

Rotenburger SV: Tiemann - Kämmer, Schmökel, Hakansson (9. Luckyman), Jäger, Buschermöhle (24. Dziubinski), Wapsas, Sengül (84. Trabelsi), Krämer, Kuchinke, Posilek (60. Baselt).