Dänemarks Geheimdienst schlägt Alarm: Russland soll Sabotage und Brandstiftung planen

Dänemarks Geheimdienst schlägt Alarm: Russland soll Sabotage und Brandstiftung planen

Der Chef der dänischen Spionageabwehr bezichtigt Russland, mit Anschlägen Rüstungslieferungen an die Ukraine verhindern zu wollen. Dänemark solle einschüchtert werden. Moskau versuche, ahnungslose Bürger anzuwerben.

03.09.2026, 00.48 Uhr

2 Leseminuten


Der Flughafen der Stadt Kopenhagen: Die dänischen Behörden warnen vor Anschlägen.

Der Flughafen der Stadt Kopenhagen: Die dänischen Behörden warnen vor Anschlägen.

Imago/beckerbrede

(dpa) Dänische Behörden haben laut einem Bericht der Zeitung «Berlingske» Pläne und Vorbereitungen für russische Sabotage in Dänemark aufgedeckt. Unter den Zielen seien besonders Unternehmen in der Verteidigungsindustrie, die eine Verbindung zur militärischen Hilfe in der Ukraine hätten, sagte der Chef für Spionageabwehr beim dänischen Inlandsnachrichten- und Sicherheitsdienst PET, Emil Græsholm, der Zeitung.

Optimieren Sie Ihre Browsereinstellungen

NZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.

Bitte passen Sie die Einstellungen an.

«Das Hauptziel ist, konkrete Lieferungen für die ukrainische Verteidigung zu stoppen», sagte Græsholm laut den Angaben. «Gleichzeitig soll uns Angst gemacht werden, damit wir die Ukrainer nicht mehr unterstützen und unsere eigene Verteidigungsfähigkeit nicht ausbauen.»

In der Regel hält sich der Nachrichtendienst bedeckt - nicht in diesem Fall: «Die Auswahl der Ziele und die Vorbereitungen sind so konkret, dass wir es für notwendig halten, mit der Nachricht an die Öffentlichkeit zu gehen, dass es sich um eine Bedrohung handelt, die ernst genommen werden muss», sagte Græsholm. «Berlingske» gegenüber nannte er Brandstiftung als mögliches Ziel der russischen Pläne. Unternehmen in der Rüstungsindustrie seien aufgerufen, ihre Sicherheitsmassnahmen zu verschärfen.

Nachrichtendienst: Russland versucht Dänen für Pläne anzuwerben

Russland versuche ausserdem, «ganz gewöhnliche Dänen» für seine Pläne zu rekrutieren – oft, ohne dass diese wüssten, dass sie für Moskau arbeiteten. «Es kann darum gehen, Fotos oder Videos von Unternehmen oder Anlagen zu machen, die dann für Sabotagepläne genutzt werden können», sagte Græsholm. Er rief die Däninnen und Dänen auf, misstrauisch zu sein, wenn sie mit solchen Anfragen konfrontiert würden.

PET rechne damit, dass die Bedrohung «in Umfang und Komplexität“weiter zunehme, hiess es. „Sie richtet sich gegen ukrainische Rüstungshersteller in Dänemark», sagte Græsholm. «Aber wir können sehen, dass sich die Russen generell für die Rüstungsindustrie in Dänemark interessieren.»

Passend zum Artikel

Was passierte am Flughafen Leipzig/Halle, und welche Konsequenzen folgen daraus? Was wir wissen.

Nach dem Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig Anfang August macht die deutsche Regierung Russland verantwortlich und ergreift Sanktionen. Die neuesten Entwicklungen.

Nach einem Sabotageakt auf die Strominfrastruktur im Osten Deutschlands kam es wenige Stunden später zu einem weiteren Vorfall in Bergheim nahe Köln.