„Dann tut das weh“: Polzin über Dompé-Aus beim HSV

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„Dann tut das weh“: Polzin erklärt das knallharte Dompé-Aus beim HSV

Merlin Polzin ließ Jean-Luc Dompé in der vergangenen Saison immer seltener spielen.
IMAGO / osnapix

Warum wurde Jean-Luc Dompé beim HSV freigestellt? Trainer Merlin Polzin ordnet die Entscheidung ein und spricht über die Vorgeschichte und die Folgen.

So konsequent die Entscheidung auch ist und so sehr die Verantwortlichen hinter ihr stehen: Leicht fiel Merlin Polzin das vorerst letzte Gespräch mit Jean-Luc Dompé nicht. Der Franzose wurde vom Verein freigestellt und ist nicht mit in Herzogenaurach, wo der Trainer nach den klaren Worten von Claus Costa und Kathleen Krüger nun erstmals selbst Stellung zu der Thematik bezieht.

Wie schon der Sportdirektor und die Sportvorständin verweist auch Polzin darauf, dass es bereits am Ende der vergangenen Saison ein Zukunftsgespräch mit Dompé gegeben habe. Spätestens seitdem weiß der 30-Jährige, wie es beim HSV um ihn bestellt ist. Bei diesem Austausch erfuhr Dompé laut Polzin, „was uns weniger gut gefallen hat, wie wir uns verändern wollen und wie wir seine Situation einschätzen“.

Mehrere Gespräche mit Dompé und seinem Berater

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Im Laufe des Sommers gab es weitere Unterhaltungen mit dem Profi und seinem Berater. Einen erneuten indiskutablen Vorfall wie Dompés Alkoholfahrt im Winter gab es nicht. „Da ist nichts weiter vorgefallen“, stellt Polzin klar. Die jetzt erfolgte Ausbootung soll eine rein sportliche Entscheidung sein: „Es ist dann einfach die Summe, wie wir uns verändern wollen und wie es dann auch im Umgang zusammenpasst.“

Jean-Luc Dompé im HSV-Trikot vor unscharfem Stadionhintergrund in Hamburg.
Jean-Luc Dompé spielt seit 2022 beim HSV und hatte schon mehrfach Ärger mit der Polizei.
Witters

Polzin konstatiert mit Blick auf Dompés nicht mehr erwünschte Trainingsteilnahme: „Am Ende hat er nichts davon, wir haben nichts davon, und da muss man sich dann auch einfach in die Augen schauen und sagen: Okay, das passt halt nicht mehr.“ Zu diesem Schluss kamen das Trainerteam und die Bosse gemeinsam. Polzin informierte das neue Kapitänstrio um Nicolai Remberg, Albert Sambi Lokonga und Nicolás Capaldo sowie die Führungsspieler Yussuf Poulsen und Daniel Heuer Fernandes vorab, ehe die Maßnahme vor dem gesamten Team erklärt wurde.

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Die anderen HSV-Profis tragen die Maßnahme mit

„Bei der Mannschaft hat es jetzt ehrlicherweise nicht so nachgewirkt“, verrät Polzin. „Natürlich gibt es Spieler, die mit ihm enger zu tun hatten, da ist es dann aber, glaube ich, eher etwas Persönliches. Die Entscheidung an sich trägt aber jeder mit und kann auch jeder nachvollziehen.“ Niemand aus dem Spielerkreis sei auf ihn oder andere Verantwortliche zugekommen und habe gefragt: „Wie könnt ihr nur?“

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Polzin macht keinen Hehl daraus, dass er enttäuscht über Dompés disziplinarische Fehltritte war und ist. „Natürlich hat sich die Beziehung verändert mit dem, was im Januar vorgefallen ist“, verweist der Coach auf die Alkoholfahrt, auf die der Verein mit einer vorläufigen Suspendierung sowie einer Rekord-Geldstrafe von 100.000 Euro reagiert hatte. Der HSV hatte zwar Rest-Gnade mit Dompé, der soll aber nicht immer vollständige Einsicht gezeigt haben. „Wenn du ihn von außen weiter verteidigst oder verteidigen willst, aber wenn du so gar nicht das Gefühl hast, dass von der anderen Seite etwas kommt, dann tut das schon weh, auf jeden Fall“, betont Polzin.

Polzin erinnert an Dompés Gala in Karlsruhe

Die sportlich erfolgreichen Zeiten mit dem Flügelspieler vergisst der Übungsleiter dennoch nicht. Dompé war es, der im Dezember 2024 einen Gala-Auftritt in Karlsruhe mit zwei Toren hinlegte – dank ihm gewann der HSV das erste Spiel unter dem damaligen Interimstrainer Polzin mit 3:1. „Ohne ihn würden wir jetzt nicht hier sitzen“, weiß Polzin und meint auch seine Assistenten Loic Favé und Richard Krohn. „Das werden wir auch für immer in Erinnerung behalten.“

Andererseits habe der Spieler dem Klub viel zu verdanken: „Ohne uns wäre Jean-Luc nicht zum Bundesliga-Spieler geworden.“ Polzin will in der Bewertung von Dompés Zeit im Volkspark, die nach vier Jahren wohl endet, die Balance wahren. „Wir haben beide etwas davon gehabt, am Ende auch beide darunter gelitten“, resümiert er. „Ich wünsche ihm natürlich trotzdem alles Gute und dass er das Glück findet, das er sich jetzt erhofft – mit seiner Family, mit seiner sportlichen Karriere. Es ist nicht so, dass da jetzt irgendwie böses Blut ist oder ich ihm jetzt irgendwie etwas Negatives wünsche, ganz im Gegenteil.“

Wie es mit Dompé weitergeht, ist noch unklar. Anfragen von anderen Klubs lagen bis zuletzt nicht vor. Sein Vertrag beim HSV läuft noch bis Ende Juni 2027.

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