„Das Fass ist übergelaufen“: Kreis-CDU begrüßt Spahn-Rücktritt – und wünscht sich Frei

Stand: 22.07.2026, 06:00 Uhr

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Jens Spahn, bisheriger Vorsitzender der Unionsfraktion im Bundestag, nimmt an der Sitzung des Bundestags bei der Fortsetzung der Haushaltsberatungen teil.  (zu dpa: „Nach Spahn-Rückzug: Debatte um Leihmutterschaft neu entfacht“)

Jens Spahn ist als Fraktionschef zurückgetreten – behält aber sein Bundestagsmandat. © Kay Nietfeld/dpa

David Artschwager hält Jens Spahn für ungeeignet als CDU-Fraktionschef. Die private Leihmutterschaft stehe im Widerspruch zur Parteilinie. Zudem verweist er auf weitere Versäumnisse.

Northeim – Für die Position des CDU-Bundestagsfraktionschefs braucht es nach den Worten von David Artschwager, CDU-Kreisverbandsvorsitzender, eine „besondere moralische Integrität“. Das sagte er auf HNA-Anfrage. Jens Spahn werde genau dieser Rolle nicht mehr gerecht. Die Tatsache, dass er jetzt Vater eines Kindes ist, das durch eine Leihmutterschaft in den USA möglich wurde, habe „das Fass zum Überlaufen gebracht“, betont Artschwager.

Auf dem CDU-Bundesparteitag im Februar hatten die Christdemokraten gemeinsam beschlossen, dass Leihmutterschaft in Deutschland weiter verboten bleiben soll. „Jens Spahn hatte in Sachen Leihmutterschaft in der Vergangenheit und beim Bundesparteitag Position bezogen“, sagt der Kreisverbandsvorsitzende. Diese gelte aber auch für ihn privat.

Dass diese Debatte nur der Tropfen war, der das Fass zum Überlaufen brachte, begründet Artschwager mit „Punkten, die sich in der Vergangenheit summiert“ haben. Dazu gehöre auch das mangelhafte Management in Sachen Wahl von Frauke Brosius-Gersdorf als Verfassungsrichterin. „Es gab keine gute Kommunikation in die Fraktion“, kritisiert der Christdemokrat.

Wie geht es jetzt weiter? CDU-Chef und Bundeskanzler Friedrich Merz habe nun die Gelegenheit, Spitzenpositionen neu zu besetzen. Als Fraktionschef wäre Thorsten Frei als Chef des Bundeskanzleramts der Wunschkandidat von Artschwager. Er überzeuge durch seine ruhige und besonnene Art, habe das Talent, als Vermittler auftreten zu können, und habe als parlamentarischer Geschäftsführer bereits überzeugt.

Auch Carsten Linnemann, seit 2023 CDU-Generalsekretär, sei eine Personalie, „die ich sehr begrüßen würde“, sagt Artschwager.