Das iPhone kann man nun falten: Alles zum neuen iPhone Duo und zum iPhone 18 Pro

Bei seinem ersten Auftritt als Apples neuer CEO stellt John Ternus die bis dato grösste Veränderung des iPhones vor: Es lässt sich nun falten. Auch neue Kopfhörer und Smartwatches kommen auf den Markt.

09.09.2026, 21.22 Uhr

6 Leseminuten


John Ternus stellte am Mittwoch Apples erstes faltbares iPhone vor.

John Ternus stellte am Mittwoch Apples erstes faltbares iPhone vor.

Jeff Chiu / AP

Wenn Apple jedes Jahr im September die nächste Generation seiner Smartphones, Smartwatches und Kopfhörer vorstellt, ist dies inzwischen ein durch und durch orchestrierter Event: Alle Produktvorführungen sind in ein voraufgezeichnetes Video gepackt, das so aufwendig produziert ist wie ein Hollywood-Film. Die Pop-Konzert-ähnliche Atmosphäre der Events aus den Prä-Covid-Jahren ist verschwunden.

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Doch der diesjährige Event am Mittwoch in Cupertino unterschied sich von denen der letzten Jahre – auch weil der neue CEO John Ternus seinen ersten öffentlichen Auftritt hatte. «Als ich vor 25 Jahren zum ersten Mal durch diese Türen trat, hätte ich mir einen Moment wie diesen niemals vorstellen können», sagte der 51-Jährige, als er vor Beginn der Filmvorführung kurz auf die Bühne kam. «Aber was ich schon damals wusste, war, dass dieser Ort etwas ganz Besonderes an sich hat.»

Ein komplett neues Produkt schüttelte Ternus bei der Veranstaltung zwar nicht aus dem Ärmel, dafür aber die grösste Überholung des iPhones in seiner fast 20 Jahre langen Geschichte: ein faltbares Smartphone.

Ein faltbares Smartphone namens iPhone Duo

Das neue iPhone Duo lässt sich auf- und zuklappen wie ein Buch und verfügt über eine Frontkamera aussen, eine Kamera innen und zwei Rückkameras. Zusammengeklappt hat es immerhin noch 90 Prozent der Grösse des nächstkleineren iPhone, und aufgeklappt ist es noch einmal 80 Prozent grösser als das iPhone Pro Max.

Im aufgeklappten Zustand ist der Bildschirm des neuen faltbaren iPhone Duo 80 Prozent grösser als der des nächstkleineren Geräts.

Im aufgeklappten Zustand ist der Bildschirm des neuen faltbaren iPhone Duo 80 Prozent grösser als der des nächstkleineren Geräts.

Bild: Apple

Apple hat sich alle Mühe gegeben, dass alle Bildschirme – der aussen und der aufgeklappte im Inneren des Geräts – nahtlos zusammenspielen. Nutzer können bei aufgeklapptem Display die beiden Seiten nach Belieben nutzen: horizontal, vertikal, beide Displayhälften zusammen oder getrennt.

Zahlreiche Apps - so wirkte es zumindest in dem Video - sind bereits so ausgelegt, dass sie das neue Layout sinnvoll nutzen. Noch dazu verfügt das Gerät über zwei Batterien, nämlich eine in jeder Hälfte «Buchhälfte», so dass man das Handy angeblich einen ganzen Tag lang nicht aufladen muss.

Auch die Kamerafunktionen wirken durchdacht: Nicht nur verfügt das iPhone Duo über eine leistungsstarke 48-Megapixel-Kamera als Hauptkamera - die diversen Kameras spielen auch sinnvoll zusammen. So kann man bei Videotelefonaten sowohl die nach innen als auch die nach aussen gerichteten Kameras verwenden. Der Gesprächspartner dann dann beide Perspektiven sehen.

Die beiden Bildschirmhälften des iPhone Duo kann der Nutzer getrennt nutzen oder als eine grosse Oberfläche.

Die beiden Bildschirmhälften des iPhone Duo kann der Nutzer getrennt nutzen oder als eine grosse Oberfläche.

Jeff Chiu / AP

Macht man ein Foto von jemandem mit dem aufgeklappten Handy, kann die fotografierte Person sich selbst im Aussendisplay sehen. Und Eltern, die verzweifelt die Aufmerksamkeit ihrer Kinder auf die Kamera lenken wollen, dürften eine neue Funktion schätzen: Das Aussendisplay spielt ein Comicvideo ab, so dass die Kleinen tatsächlich in die Kamera schauen. Fraglich ist jedoch, wie schnell sich der Effekt abnützen wird.

Erstmals lässt sich das iPhone auch mit dem Apple Pencil kombinieren, also dem Eingabestift, der bisher dem iPad vorbehalten war, so dass Nutzer nun auch auf ihrem Smartphone zeichnen und schreiben können.

All die Funktionen haben allerdings ihren Preis: Das iPhone Duo kostet in der Minimalausführung mit 256 Gigabyte Speicher stolze 1999 Franken und damit mehr als viele Laptops. Der Verkaufsstart in den USA wie auch in der Schweiz und Deutschland ist der 23. Oktober.

Das faltbare iPhone Duo besteht aus zwei Hälften.

Das faltbare iPhone Duo besteht aus zwei Hälften.

Carlos Barria / REUTERS

Apple tritt spät in den Markt für faltbare Handys ein

Apples faltbares Handy kommt spät: Konkurrenten wie Samsung, Motorola und Google führten diese bereits vor Jahren ein. Doch der iPhone-Konzern ist dafür bekannt, Produkte zwar deutlich nach der Konkurrenz auf den Markt zu bringen, dann aber an allen Mitbewerbern vorbeizuziehen – man denke an tragbare Musikspieler, Smartwatches oder auch Smartphones.

«Andere haben faltbare Handys gebaut, die sich anfühlen wie zwei Geräte, die einfach irgendwie zusammengesteckt wurden», sagt Ternus mit einem Seitenhieb gegen die Konkurrenz.

Apples Kunststück besteht darin, die Produkte vielfach peppiger und funktionaler als die der Konkurrenz zu machen – und sie auch deutlich besser zu vermarkten. Technologisch dürfte das auch diesmal gelungen sein: Das äussere Gehäuse des iPhone Duo besteht aus Glas, für den inneren Bildschirm wurde ein Polymer speziell entwickelt. Die Bildschirme sind zudem mit einer Nanotextur versehen, die Reflexionen reduziert. Bisher war diese Apples Laptops und Tablets vorbehalten.

Die Marktforschungsfirma Counterpoint Research geht davon aus, dass Apple sein Kunststück bei faltbaren Handys wiederholen dürfte: Schon bis Ende Jahr dürfte Apple 6 Millionen Stück verkaufen und somit einen Marktanteil von 25 Prozent ergattern, heisst es in einem gerade publizierten Bericht. Damit würde Apple aus dem Startloch heraus den Hersteller Huawei überholen und hinter Samsung auf dem zweiten Platz der führenden Anbieter von faltbaren Handys landen.

Man darf jedoch nicht vergessen: Insgesamt sind faltbare Smartphones noch ein Nischenprodukt. Sie machten 2025 nur 2 Prozent aller verkauften Smartphones aus. Der Gesamtmarkt dürfte mit Apples Markteintritt zwar wachsen, doch auch für Apple dürften die faltbaren iPhones nur eine Version unter vielen bleiben. Counterpoint Research geht davon aus, dass sie nächstes Jahr 5 Prozent aller iPhones ausmachen dürften (umgerechnet rund 12 Millionen Stück).

iPhone 18 Pro mit deutlich besserer Kamera

Fotografieren ist für viele Smartphone-Nutzer eine der wichtigsten Funktionen eines Smartphones und oft der Grund, warum sie sich ein neues Gerät zulegen.

Darauf setzt Apple nun mit der jüngsten Generation seines Flagship-Produkts, dem neuen iPhone 18 Pro und dem iPhone 18 Pro Max (eine Basisversion gibt es nicht). Dieses zeichnet sich vor allem durch grundlegend verbesserte Kameras aus: Die Hauptkamera hat 48 Megapixel. Neu können Nutzer bei der Weitwinkelkamera die Blende variieren und die Verschlusszeit manuell einstellen – also Funktionen, die man aus Spiegelreflexkameras kennt. Auch ein Weissabgleich ist neuerdings vorgesehen ebenso wie Zeitrafferaufnahmen in 4K-Auflösung.

Das neue iPhone 18 Pro verfügt über Funktionen, die man von Spiegelreflexkameras kennt.

Das neue iPhone 18 Pro verfügt über Funktionen, die man von Spiegelreflexkameras kennt.

Carlos Barria / REUTERS

Möglich wird das durch einen neuen A20-Pro-Chip, der sowohl im iPhone Duo wie auch im iPhone 18 Pro eingebaut ist und über stolze 32 Rechenkerne verfügt. Dieser Chip ermögliche eine Rechenleistung wie ein Desktop-Computer, heisst es vonseiten Apples. Statt einer Lüftungsanlage verfügt das Smartphone über ein neuartiges Kühlsystem mit Verdampfungsfunktion (Vapor Chamber), die ein Überhitzen verhindern soll.

Das Ganze hat aber auch seinen Preis: Das iPhone 18 Pro kostet in der kleinsten Ausführung 1199,- Franken, rund 100 Franken mehr als das Vorgängermodell. Auch den Preis für alle älteren iPhone-Modelle hat Apple am Mittwoch schlagartig angehoben. Diesen Schritt hatte die Firma bereits vor Monaten angekündigt und damit gerechtfertigt, dass Chips und andere Bauteile der Smartphones deutlich teurer geworden sind. Apple gibt diese gestiegenen Kosten nun an die Kunden weiter, um seine eigene Profitmarge beizubehalten.

Das neue Siri kommt nicht in die EU

Ternus betonte gleich mehrmals während der 75 minütigen Präsentation, welche Schlüsselfunktion das iPhone in der KI-Zukunft für den Konzern spielt - nämlich als «intelligent personal hub», also als ein «intelligenter persönlicher Umschlagplatz». Die leistungsfähigeren Handys sollen den KI-Assistenten Siri zu Hochleistungen bringen. Siri werde dann unersetzlich im Alltag der Apple-Kunden.

Die grosse Frage bleibt jedoch: Wann kommt endlich dieses neue Siri auf den Markt? Ternus blieb die Antwort am Mittwoch schuldig; in Fussnoten der Videos war lediglich von «Ende des Jahres» die Rede. Für Nutzer in der EU wird es noch länger dauern: Weder in der EU noch in China wird Siri in absehbarer Zeit verfügbar sein. In der Schweiz hingegen schon.

Weitere neue Produkte von Apple

  • Neue Kopfhörer Airpods 5: Die neuen Bluetooth-Kopfhörer im Open-Ear-Design verfügen nun standardmässig über automatische Geräuschreduktion und Live-Übersetzungen. Zudem kann man dem Sprachassistenten Siri mit Kopfgesten antworten. Verkaufspreis ab 119 Franken.
  • Neue Uhren Apple Watch Series 12 und Apple Watch Ultra 4: Apple versieht seine Uhren mit erweiterten Gesundheits- und Fitnessfunktionen, etwa einem häufigeren Überprüfen des Herzschlags. Zudem führt Apple neue KI-Funktionen für die Uhren ein: Siri kann dem Uhrenträger nun Gespräche zusammenfassen, die dieser tagsüber geführt hat. Verkaufspreis ab 369 Franken bzw. 749 Franken.

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