Versteckt in Packpapier, tief im Koffer: Zoll zieht an Italien-Flughafen Krokodilkopf aus dem Gepäck

Zoll macht absurden Schmuggel-Fund an Italien-Flughafen: Reisender versteckt Tierkopf im Koffer

Stand: 09.09.2026, 21:23 Uhr

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Zollbeamte am Flughafen Turin entdecken im Koffer eines 22-Jährigen einen getrockneten Krokodilkopf – eine geschützte Art, eingeführt ohne CITES-Genehmigung.

Turin – In Packpapier gewickelt, tief im Koffer vergraben – was Zollbeamte am Flughafen Turin-Caselle am 8. September aus dem Gepäck eines Reisenden zogen, ließ selbst erfahrene Fahnder staunen: der getrocknete Kopf eines Krokodils, einer vom Aussterben bedrohten Art. Der Trick war simpel, die Dreistigkeit enorm.

Ein Mann hat versucht, einen Tierkopf in seinem Koffer zu schmuggeln. (Symbolbild)

Ein Mann hat versucht, einen Tierkopf in seinem Koffer zu schmuggeln. (Symbolbild) © Felix Hörhager/dpa

Der 22-jährige Italiener war auf dem Weg von Miami über Istanbul nach Turin, als ihn Beamte der Guardia di Finanza und der Zollbehörde (Agenzia delle Dogane e dei Monopoli) stoppten, wie RaiNews berichtet. Der Flug aus Miami galt den Behörden als Hochrisiko-Verbindung. Schon in den Sommermonaten hatten die Fahnder ihre Kontrollen gezielt verschärft – besonders bei Passagieren, die aus exotischen Reisezielen zurückkehrten. Miami gehörte zu den Strecken im Visier.

Streng geschützte Art – Einfuhr ohne Genehmigung verboten

Beim Durchsuchen fanden die Fahnder so den getrockneten Krokodilkopf der Spezies Crocodylia spp. Der Reisende hatte den Kopf offenbar so präpariert und verpackt, um die Kontrollen im Abflugland zu umgehen – doch am Flughafen „Sandro Pertini“ in Turin kam das Versteckspiel ans Licht.

Die Spezies Crocodylia spp. steht auf der Schutzliste des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES), das den internationalen Handel mit bedrohten Tier- und Pflanzenarten regelt. Wer Teile solcher Tiere nach Europa einführen will, braucht eine spezielle Genehmigung – ein Zertifikat oder eine Lizenz, die die legale Herkunft des Exemplars belegt. Die hatte der 22-Jährige nicht. Der Krokodilkopf wurde sofort beschlagnahmt.

Ermittlungen gegen Schmuggler laufen weiter

Den Reisenden trifft nun eine Strafanzeige auf freiem Fuß wegen der illegalen Einfuhr eines Exemplars einer geschützten Art ohne die erforderlichen CITES-Dokumente. Laut La Stampa gehen die Ermittlungen der Guardia di Finanza weiter: Die Fahnder wollen klären, woher der Krokodilkopf stammt und wohin er geliefert werden sollte. Ob der Mann den Kopf als persönliches Souvenir mitführte oder ob er Teil eines größeren Schmuggelnetzwerks ist, bleibt vorerst offen.

Kürzlich wurde auch in Deutschland jemand beim Schmuggeln erwischt: Zollbeamte fanden Goldschmuck im Wert von 60.000 Euro. (Quellen: RaiNews, La Stampa) (tt)