Das magische Dreieck des OFC: Wolfram, Schmid und von Hagen

Stand: 21.09.2026, 13:48 Uhr

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Drei, die sich in der Offensive bestens verstehen (von links): Spielmacher Maximilian Wolfram sowie die Stürmer Maximilian Schmid und Benedikt von Hagen. Das Trio erzielte 15 Tore und bereitete neun vor.

Drei, die sich in der Offensive bestens verstehen (von links): Spielmacher Maximilian Wolfram sowie die Stürmer Maximilian Schmid und Benedikt von Hagen. Das Trio erzielte 15 Tore und bereitete neun vor. © Hübner

Das Offensivtrio von Kickers Offenbach kommt zusammen bereits auf 24 Scorerpunkte: „Das sind die Unterschiedsspieler, die für euch die Spiele ziehen.“

Offenbach – Der Boulevard hat vor rund 30 Jahren einen Begriff aus dem Projektmanagement auf den Fußball übertragen. Als in der Bundesliga-Saison 1995/96 Spielmacher Krassimir Balakow (sieben Tore, neun Vorlagen) sowie die Stürmer Giovane Elber (16/0) und Fredi Bobic (17/0) im Trikot des VfB Stuttgart zauberhaft zusammenspielten, war vom magischen Dreieck die Rede. Drei Klassen tiefer harmonieren bei Kickers Offenbach nun Maximilian Wolfram (5/4), Maximilian Schmid (5/2) und Benedikt von Hagen (5/3) ähnlich gut. Vom magischen Dreieck sprach bislang zwar noch niemand, aber das Trio ist in der Regionalliga Südwest längst ein Thema.

Man müsse sich ja nur mal die Torschützen des OFC anschauen, sagte Thomas Klasen, der Trainer des SV Eintracht Trier, nach der jüngsten 1:3-Heimniederlage seiner Elf gegen den Spitzenreiter aus Offenbach. Die Szene, die zum 1:0 für die Kickers führte, leitete Wolfram mit einem Pass auf von Hagen ein. Nach dessen Flanke traf Schmid per Kopfballaufsetzer. Das 2:0 erzielte Wolfram selbst – mit einem sehenswerten Distanzschuss. Und beim 3:0 musste von Hagen (nach Querpass von Luka Garic) nur noch einschieben. Schmid hatte den Angriff per Chip-Pass auf den Vorlagengeber initiiert.

Die beste Abwehr der Liga, die bis dahin erst vier Gegentore zugelassen hatte, war dreimal entzaubert worden – durch Schmid, Wolfram, von Hagen. „Das sind die Unterschiedsspieler, die für euch die Spiele ziehen“, sagte Klasen nach der Partie. Die Zahlen belegen diese Aussage. In den sieben Spielen, in denen die Kickers gepunktet haben, traf stets mindestens einer dieser drei Akteure. In Kassel war das nicht der Fall, dort setzte es die bislang einzige Niederlage – 1:2.

Dass von Hagen diesem Trio angehört, ist die größte Überraschung. Der 1,90 Meter große Angreifer hatte bislang nur in der Hessenliga für Rot-Weiß Walldorf gespielt, ergänzt sich aber sehr gut mit dem sechs Zentimeter kleineren Schmid. Von Hagen ist eher der klassische Zielspieler, weicht aber auch immer wieder auf die Flügel aus und setzt seine Mitspieler in Szene. Schmid gilt hingegen als wuseliger Typ und ist quasi der Duracell-Hase unter den Offensivspielern der Kickers. In den vergangenen fünf Partien stand er jeweils bis zum Schlusspfiff auf dem Platz und lief den Gegner auch noch in der letzten Minute an. Hinter diesem Duo agiert Wolfram als einer von zwei Achtern. Er ist eine Art Freigeist im Mittelfeld, taucht mal links, mal rechts und auch immer wieder gerne am sowie im Strafraum auf. Er initiiert viele Angriffe und verfügt über eine gute Schusstechnik, wie beim 2:0 zu sehen war (siehe Artikel rechts).

Wenn man gut harmoniert, Gas gibt und Bock drauf hat, den Ball querzulegen, kommt so etwas zustande.

Schmid und Wolfram seien „zwei Qualitätsspieler“, sagte Klasen, der (unter Zimmermann) Co-Trainer beim 1. FC Köln II war, als Schmid dort seine ersten Schritte im Seniorenbereich machte. Und Wolfram habe schon in der 3. Liga nachgewiesen, dass er „sehr offensivstark“ sei. 40 Tore und 28 Vorlagen in 232 Partien belegen das. In der Regionalliga sei er „ein Unterschiedsspieler“.

Alle drei Mitglieder des magischen Dreiecks eint, dass sie erst seit dieser Saison beim OFC sind. Da stellte sich die Frage, warum das Zusammenspiel zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison bereits so gut funktioniert. „Am Ende ist es die ganze Mannschaft“, betont Schmid. „Ohne die, die hinten aufräumen, oder die, die vor der Vorlage den Ball spielen, wäre das alles nicht möglich. Wichtig ist auch, dass es sich vorne alle gegenseitig gönnen. Jeder freut sich, wenn der Andere trifft oder ein Tor vorbereitet. Wenn man gut harmoniert, Gas gibt und Bock drauf hat, den Ball querzulegen, kommt so etwas zustande.“

Am Samstag (14 Uhr) im Heimspiel gegen den VfR Aalen könnte das magische Dreieck aber auseinandergerissen werden. Wolfram fasste sich in Trier an den Oberschenkel und wurde leicht humpelnd ausgewechselt. „Ich kann es nicht richtig einschätzen, weil ich so etwas noch nicht hatte“, sagte er. Es sei aber „nicht so schmerzhaft“ gewesen, ergänzte der Mann mit der Nummer acht auf dem Trikot. Er glaubt daher, dass es „nichts Schlimmeres“ sei, sondern nur „etwas Kleineres“.

Meisterwerk trifft auf Meisterwerk

Diese Steilvorlage hat sich der Youtuber „OFCMarcinho“ nicht entgehen lassen. Natürlich war er mit seiner Kamera zur Stelle, als Kickers Offenbachs Maximilian Wolfram beim 3:1-Erfolg in Trier per sehenswertem Weitschuss das 2:0 erzielte. Das von hinten aufgenommene Video ließ er in Zeitlupe ablaufen und untermalte es musikalisch mit der Arie Nessun dorma aus Puccinis Oper Turandot. Wie passend: Meisterwerk trifft Meisterwerk. Als sich der Ball nach dem ansatzlosen 25-Meter-Schlenzer ins Tor gesenkt hatte, fassten sich die Mitspieler jedenfalls ungläubig an den Kopf. Und Wolfram? Gab sich nach dem Spiel genauso cool wie zuvor beim Feiern seines Treffers. „Ich glaube, dass ich einen ganz guten Schuss habe“, sagt der 29-Jährige. „Ich habe es einfach probiert. Wer nicht schießt, kann nicht treffen. Ich habe ihn gut getroffen. Es war ein schönes Tor.“