Urlaubszeit
Das sind die besten Reiseländer und Tipps für E-Autofahrende
Einige Länder in Europa überraschen positiv, zu bösen Überraschungen kann es im Urlaub bei Ad-hoc-Zahlungen kommen
Sascha Aumüller
Sieben von zehn Österreicherinnen und Österreicher wollen heuer mit dem privaten Pkw in den Sommerurlaub fahren – aber nur sechs Prozent davon mit dem E-Auto. Dabei sagen auch Mobilitätsklubs wie der ÖAMTC: "Eine Urlaubsreise mit dem E-Auto ist dank der Weiterentwicklungen im Bereich der Batterie- und Ladetechnologie kombiniert mit dem laufenden Ausbau der öffentlichen (Schnell-)Ladeinfrastruktur heutzutage kein Problem mehr."
Vor der Urlaubsreise sollte man allerdings eine Ladeplanung entlang der Route durchführen. Das geht mit dem fahrzeugintegrierten Navigationssystem oder mit E-Auto-Routenplaner-Apps von Drittanbietern. Solche Routenplaner zeigen verfügbare Ladestationen nach Kriterien wie Betreiber, Ladeleistung, Steckertypen sowie – idealerweise – Echtzeit-Informationen zur Belegung und Zugänglichkeit an. Zur Sicherheit sollte man Ladestopps so einplanen, dass im Notfall genügend Restreichweite bleibt, um Ausweichstationen in der Nähe anfahren zu können.
Zu diesem Aspekt zählt auch das Wissen darum, wie gut unterschiedliche Reiseländer für die Mobilität gerüstet sind. Ein US-amerikanischer Autoversicherer hat dazu recht gutes Datenmaterial gesammelt und einen Index erstellt.
Index zur Verbreitung von Elektrofahrzeugen
Elektrofahrzeuge erfreuen sich weltweit immer größerer Beliebtheit, aber welche Länder sind bei diesem Wandel wirklich führend? Um dies herauszufinden, hat der Versicherer Daten zu Elektrofahrzeugen aus 52 Ländern analysiert und anhand wichtiger Kennzahlen einen "EV-Akzeptanzindex" erstellt. Zu diesen Kennzahlen zählen der aktuelle Anteil der Elektrofahrzeugverkäufe am Gesamtabsatz, das Wachstum des Absatzanteils seit 2020, der Anteil der Elektrofahrzeuge am Fahrzeugbestand (der Anteil aller derzeit auf den Straßen befindlichen Fahrzeuge, die elektrisch oder als Plug-in-Hybrid betrieben werden), die Anzahl der öffentlichen Ladestationen pro Elektrofahrzeug sowie der Anteil der Schnellladestationen.
Daraus geht hervor, dass Norwegen mit einem Indexwert von 73,2/100 bei der Einführung von Elektrofahrzeugen führend ist. Dänemark folgt auf dem zweiten Platz (64,7/100) und China rundet die Top 3 ab (64,5/100). Europa dominiert die globale EV-Landschaft: Es belegt 15 der 20 Spitzenplätze in dem Index und verzeichnet ein stärkeres Wachstum des Marktanteils als jeder andere Kontinent (durchschnittlich plus 20 Prozent).
Österreich liegt übrigens bereits auf Platz acht weltweit, pro 1.000 E-Autos gibt es 99 Ladestationen. Dieser Wert ist deutlich besser als in Norwegen (32), wo die (Schnell-)Ladestationen allerdings strategisch klug vor fast jedem Supermarkt zu finden sind. Am besten bei der Ladestation-Dichte schneiden in Europa die Niederlande mit 192 Stationen pro 1.000 E-Mobile und weltweit Südkorea mit 639 pro 1.000 E-Autos ab. Auf Platz 10 und 11 des Rankings sind auch zwei "südliche" europäische Länder vertreten, nämlich Portugal vor Frankreich.
Mit vollem Kofferraum und leerem Tank
Was gilt es diesbezüglich noch im Urlaub zu beachten? Auch wenn die Herstellerangaben zur Reichweite immer realitätsnäher werden, muss man gerade bei Urlaubsfahrten einige Parameter mitdenken. "Wie weit ein E-Auto tatsächlich kommt, hängt von der Umgebungstemperatur, der Nutzung von Heizung oder Klimaanlage, der Art der Strecke, zum Beispiel Stadt-, Überland- oder Bergfahrt, sowie vom Fahrverhalten ab. Auch die Beladung spielt eine Rolle. Sind zusätzlich Fahrräder am Auto montiert, erhöht das den Verbrauch auch bei E-Autos", weiß man beim ÖAMTC.
Wer eine Ladekarte besitzt, sollte sich beim Anbieter erkundigen, an welchen Ladepunkten diese funktioniert – und ob der eigene Tarif im Urlaubsland akzeptiert wird. Aufgrund verschiedener Bezahlmodelle und intransparenter Tarifstrukturen ist ein direkter Vergleich von Ladepreisen an öffentlichen Stationen schwierig. Wichtig ist auch zu überprüfen, ob es bei der Unterkunft eine Lademöglichkeit gibt.
Alternativ sind meist Ad-hoc-Zahlungen möglich. Dabei kann man mit Kredit- oder Debitkarte (NFC) kontaktlos bezahlen. Ist das nicht möglich, funktioniert die Zahlung meist via QR-Code an der Säule, um dann online per Kreditkarte zu bezahlen. Da Ad-hoc-Zahlungen größtenteils teurer sind, lohnt sich ein Tarifcheck im Vorfeld.
An Ladestellen stehen verschiedene Anschlusstypen zur Verfügung. Für das Zurücklegen weiterer Strecken empfehlen die Techniker die Nutzung von DC-Ladestationen (Schnelllader) – sie können bis zu 150 kW abgeben. Dabei muss man nicht immer auf 100 Prozent laden. Die letzten 20 Prozent dauern am längsten. Und es reicht fast immer, wenn man mit 80 Prozent Reichweite wieder losfährt. (Sascha Aumüller, 3.8.2026)
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