Flugchaos trifft Millionen Passagiere – Flughafen Frankfurt mit Top-Platzierung im Negativ-Ranking

Stand: 03.08.2026, 06:00 Uhr

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Neue Zahlen zeigen: Passagiere sind am Flughafen Frankfurt besonders häufig von Ausfällen und Verspätungen betroffen.

Neue Zahlen zeigen: Passagiere sind am Flughafen Frankfurt besonders häufig von Ausfällen und Verspätungen betroffen. © Sabine Brose/Imago

Weltweit waren im ersten Halbjahr 2026 über 534 Millionen Flugpassagiere von Verspätungen oder Ausfällen betroffen. In Deutschland traf es Hamburg und Frankfurt am härtesten.

Frankfurt – Im ersten Halbjahr 2026 hat sich die Lage an den Flughäfen weltweit weiter verschlechtert. Mehr als 534 Millionen Passagiere waren zwischen Januar und Juni von Verspätungen oder Flugausfällen betroffen – deutlich mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Darüber berichtete das Travel-Tech-Unternehmen AirHelp in einer Pressemitteilung.

Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr 2025 lag die Zahl betroffener Passagiere weltweit noch bei 473,5 Millionen. Trotz dieses globalen Anstiegs gingen die Störungszahlen innerhalb der EU leicht zurück – von 83,1 Millionen auf 81,4 Millionen betroffene Reisende. Absolut betrachtet mussten in den USA die meisten Fluggäste auf ihren Abflug warten: 122,2 Millionen Passagiere starteten dort nicht wie geplant.

Ausfälle und Verspätungen an deutschen Flughäfen – Frankfurt vorne mit dabei

Schaut man jedoch auf die Verspätungs- und Ausfallquote – also den prozentualen Anteil gestörter Flüge –, dann dominieren europäische Länder das Negativ-Ranking. Den unrühmlichen ersten Platz belegt Griechenland: Dort war mehr als jeder vierte Flug betroffen, die Quote lag bei 26,6 Prozent, was rund 3,9 Millionen Menschen entspricht. Knapp dahinter folgt Portugal mit 25,6 Prozent und etwa 4,1 Millionen betroffenen Passagieren. Den dritten Platz belegt Zypern mit einer Quote von 24,9 Prozent und rund 990.000 Betroffenen.

Das erste nicht-europäische Land im Negativ-Ranking ist Macau auf Platz vier mit 24,4 Prozent, gefolgt von der Schweiz mit 24,3 Prozent auf Rang fünf. Deutschland teilt sich mit einer Quote von 21 Prozent gemeinsam mit Malta und der Dominikanischen Republik den 18. Platz. Hinter dieser Zahl verbergen sich laut AirHelp rund 10,8 Millionen betroffene Reisende.

Auf Ebene der deutschen Flughäfen schneidet Hamburg am schlechtesten ab: 22,5 Prozent aller Passagiere – rund 733.000 Reisende – waren dort von Flugproblemen betroffen. Frankfurt folgt auf Platz 2 mit 21,3 Prozent und 3,4 Millionen betroffenen Fluggästen. Dortmund landet mit 19,7 Prozent auf dem dritten Rang. München und Köln teilen sich mit jeweils 19,2 Prozent den vierten Platz. Am pünktlichsten unter den untersuchten deutschen Airports waren Memmingen (16,6 Prozent), Karlsruhe/Baden-Baden (17,3 Prozent) und Nürnberg (18,5 Prozent).

Naher Osten: Bahrain mit höchster Störungsquote weltweit

Auf der anderen Seite des Rankings zeigt sich: Sieben der zehn pünktlichsten Länder weltweit liegen in Süd- und Mittelamerika. Panama führt dieses positive Ranking mit einer Störungsquote von lediglich 8,9 Prozent an. El Salvador folgt mit 9,8 Prozent, Guatemala mit 10,7 Prozent. Auch Peru (11,1 Prozent), Chile (11,3 Prozent) und Ecuador (12,4 Prozent) schnitten vergleichsweise gut ab.

Innerhalb Europas ist die Slowakei das pünktlichste Land: Nur rund 14 Prozent der Fluggäste waren dort von Störungen betroffen. Norwegen folgt mit 14,4 Prozent, Litauen mit 15,6 Prozent. Schweden und Österreich belegen mit 15,7 und 17 Prozent die Plätze vier und fünf.

Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar, Saudi-Arabien, Oman, Israel und der Libanon wurden aufgrund der Lage und politischen Situation nicht in den globalen Gesamtvergleich einbezogen. Separat betrachtet weist Bahrain mit 42,8 Prozent die höchste Störungsquote auf – rund 987.000 Passagiere waren betroffen. Die Vereinigten Arabischen Emirate folgen mit 37,9 Prozent und etwa 11,6 Millionen betroffenen Reisenden. Israel verzeichnete eine Quote von 37,1 Prozent, der Libanon von 34,1 Prozent. Katar liegt mit 31,9 Prozent auf Platz fünf, was rund 3,4 Millionen betroffenen Passagieren entspricht.

Neue Regeln für Passagiere ab 2027

Nina Staub, Fluggastrechtsexpertin bei AirHelp, ordnet die Zahlen ein: „Die Zahlen zeigen, dass Flugprobleme Reisende weiterhin stark belasten. Im ersten Halbjahr waren allein in der EU mehr als 4,6 Millionen Passagiere entschädigungsberechtigt. Umso wichtiger ist es, dass Reisende ihre Rechte kennen und wissen, wann ihnen eine Entschädigung zusteht. Gleichzeitig sollten sie beachten, dass sich die rechtlichen Rahmenbedingungen für Entschädigung 2027 ändern: In der EU gelten dann neue Regelungen, nach denen Ansprüche künftig nur noch innerhalb von neun Monaten ab Abflugsdatum geltend gemacht werden können. Reisende sollten ihre Ansprüche daher bereits jetzt möglichst früh prüfen und einreichen.“

Ein anderer Blick auf die Mainmetropole

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Die Studie basiert auf Flugdaten des ersten Halbjahres 2026 (1. Januar bis 30. Juni 2026). Berücksichtigt wurden Länder mit mindestens einer Million Fluggästen im Untersuchungszeitraum, bei Flughäfen lag die Mindestgrenze bei 500.000 Passagieren. Für aussagekräftige Daten nutzt AirHelp laut eigenen Angaben eine Vielzahl von Quellen und kombiniert sie in einer globalen Flugdatenbank, um unter anderem Deckungslücken in den Daten einiger Anbieter zu beseitigen.