"Das war ein Verrat"
Fans wollen Infantino stürzen
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20.08.2026 | 13:53 Uhr
Während Gianni Infantino die Nationen auflistet, auf deren Unterstützung er zählen kann, wollen ihm nun zahlreiche Fan-Organisationen an den Kragen. "Es reicht", schreiben sie und werben mithilfe einer Petition für das Ende des FIFA-Präsidenten.
Der Gegenwind für Gianni Infantino wird immer stärker. Zahlreiche Fan-Organisationen haben sich nun zusammengeschlossen, um dessen Ende als FIFA-Präsident zu erreichen. Mithilfe einer Petition bei change.org wollen die Football Supporters Europe (FSE), die Football Supporters Africa, die Independent Supporters Council als Kontinentalverbände sowie viele Landesverbände, vor allem aus Europa, aber auch aus Brasilien, Indonesien und Neuseeland, weltweit Stimmen einsammeln. Mit "Unsere Kurve", "F_in Frauen im Fußball", "BAFF" und "Queer Football Fanclubs" sind auch vier deutsche Organisationen vertreten.
Die Petition richtet sich nicht nur gegen Infantino, sondern fordert vom Fußball-Weltverband auch, dass sich die FIFA neu aufstellt und dass sich "das aktuelle Debakel niemals wiederholen kann". Der Versuch Infantinos, Teile der Weltmeisterschaften an private Investoren zu verkaufen, betiteln FSE und Co. als "beschämend" und als einen "Verrat, den der Fußball niemals vergessen wird".

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Der Plan des FIFA-Präsidenten, über das neue Programm FIFA Forward Enterprise (FFE) rund 20 Prozent an Weltmeisterschaften für einen Wert von anvisierten 20 Milliarden Dollar zu verkaufen, war nach massiver Kritik zurückgenommen worden. Die neu gegründete Tochterfirma hätte die kommerziellen Rechte bündeln sollen. Die UEFA hatte federführend mit einem Boykott von Weltmeisterschaften gedroht, auch der Verband von Mittel- und Nordamerika CONCACAF sowie der asiatische Verband AFC hatten sich der Kritik angeschlossen. Damit war klar, dass Infantino nicht mehr auf die erforderliche Hälfte der Zustimmung der 211 nationalen Mitgliedsverbände kommen würde.
"Fußball als Ganzes verraten"
Während die UEFA anschließend betonte, dass sie noch nicht von ihrem Boykott zurückgetreten ist, weil Bedingungen von der FIFA nicht erfüllt wurden, bröckelt diese Standhaftigkeit inzwischen. Gleichzeitig gibt es Anzeichen dafür, dass Infantino trotz des Skandals erneut zu einer Mehrheit kommen könnte - weil immer noch viele Mitgliedsländer zu ihm halten. Stolz zählt Infantino in den sozialen Medien die Nationen auf, auf deren Unterstützung er bauen kann. Es sind einige. 106 Stimmen würden ihm reichen für die Wiederwahl im kommenden Jahr.
Entschlossen andere Meinung sind die Fan-Organisationen. " Es reicht", schreiben sie in ihrem Aufruf. "Jetzt ist es an der Zeit für eine breite Bewegung, um Gianni Infantino ein für alle Mal daran zu hindern, das Amt des FIFA-Präsidenten zu missbrauchen, und um das Vertrauen in genau jene Institution wiederherzustellen, die den Weltfußball eigentlich schützen und fördern soll."
"Kultur der Einschüchterung"
Gegen Infantino sprechen demnach nicht nur das gescheiterte Projekt, sondern auch die heimlich anvisierte Beteiligung an einer europäischen Superliga, die "erpresserische Ticketpolitik" bei der vergangenen WM mit ihrer dynamischen Preisgestaltung sowie die Idee, die WM alle zwei Jahre austragen zu wollen. Und: Mit einer "Kultur der Einschüchterung und der persönlichen Macht, die er im internationalen Fußball etabliert hat", habe Infantino "sein Amt und den Fußball als Ganzes verraten".

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Infantino müsse daher das Präsidentenamt aufgeben. Darüber hinaus müsse die FIFA reformiert werden, fordern die Initiatoren der Petition. So müssten Entscheidungen transparent getroffen werden und Konföderationen, Ligen, Vereine, Spieler und Fans eingebunden werden, wenn nötig, heißt es in den Forderungen. Zudem brauche es eine Kontrollinstanz: " Das derzeitige System der Selbstregulierung bei der FIFA hat wiederholt versagt."
FSE und Co. schreiben in ihrem Aufruf: "Der Fußball verdient eine Führung, die dem Sport gegenüber rechenschaftspflichtig ist, und keine Macht ohne Kontrolle."
Verwendete Quellen: ntv.de, ara