Demokratie und Parlamentarismus Dem Bundestag so nah – Multimedia-Schau in St. Ingbert lädt zum Entdecken ein
St. Ingbert · Eine Ausstellung im Rathaus von St. Ingbert erklärt die Gewaltenteilung und die Aufgaben der Verfassungsorgane. Nun wurde die Ausstellung im Beisein eines Bundestagsabgeordneten aus dem Saarland eröffnet.
15.09.2026 , 14:00 Uhr
Esra Limbacher (l., SPD) und der St. Ingberter Oberbürgermeister Ulli Meyer (CDU) haben eine Ausstellung im Kuppelsaal des Rathauses eröffnet, die die Arbeit und Struktur des Deutschen Bundestages erklärt.
Foto: Peter Gaschott
Die Arbeit und die Struktur des Deutschen Bundestages sind Thema einer Ausstellung im St. Ingberter Rathaus. Esra Limbacher (SPD), der seit 2021 dem Parlament als direkt gewählter Abgeordneter angehört, hat die Ausstellung nach St. Ingbert vermittelt. Eine Woche lang gastiert die teils multimediale Schau im Kuppelsaal, Dieter Titze betreut die interessant aufgemachten Schautafeln. Er ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit beim Deutschen Bundestag. In St. Ingbert wird er vor allem mit Schülern diskutieren.
„Demokratie ist immer ein Prozess des Zuhörens und des Argumentesammelns“, so Oberbürgermeister Ulli Meyer (CDU) bei der Eröffnung der kleinen Ausstellung im Kuppelsaal, die die Arbeit und Struktur des Parlaments illustriert. Meyer begrüßt ausdrücklich die Präsenz der Bundestagsöffentlichkeitsarbeit im St. Ingberter Rathaus, denn er will junge Menschen für die Mechanismen der Demokratie sensibilisieren. „Da funktioniert nichts, wenn es einer an der Spitze bestimmt, das ist ein Prozess, in den viele Menschen involviert sind“, so der Oberbürgermeister.
Limbacher sieht Aufklärungsbedarf in Sachen Demokratie. „Der Bundestag gehört in die Mitte der Gesellschaft“, sagte Limbacher zur Eröffnung der Ausstellung. Wobei er denen widerspricht, die in der gegenwärtigen politischen Situation beklagen, dass nichts so recht vorangehe: „Ich erlebe so viel Zuversicht und Zusammenhalt im ganzen Land, getragen von engagierten und ehrenamtlich tätigen Menschen“, das wolle er fördern und darstellen.
Dabei aber auch klarmachen, dass der Bundestag nichts Abgehobenes sei, sondern von allen Bürgerinnen und Bürgern getragen und mitbestimmt werde. Die Ausstellung, die nun in St. Ingbert gezeigt wird, ist für Limbacher ein wichtiges Instrument, das junge Menschen motivieren könne, Demokratie zu entdecken und sich vielleicht in der Folge selbst einzubringen. Die Türen stehen offen, so der Abgeordnete.
Titze von der Öffentlichkeitsarbeit des Parlaments hat im Vorfeld seines Aufenthaltes in St. Ingbert ein großes Programm organisiert. So werden neben den Auszubildenden des Rathauses auch viele Schulklassen aus St. Ingbert und Umgebung der Ausstellung einen Besuch abstatten.
Dieser Besuch gilt als Unterrichtseinheit, und Titze ist bestens vorbereitet. Er will zeigen, was wie im Bundestag zusammengehört und damit einen Einblick in die demokratische Struktur der Bundesrepublik geben. „Ich will darstellen, wie die drei Gewalten im deutschen Staate und die fünf Verfassungsorgane sich ihre Aufgaben strukturieren, wer welche Funktion hat. Das wissen oft auch Erwachsene nicht.“
Informationsbroschüren, teilweise auch in einfacher Sprache, sind reichlich vorhanden, um das Gehörte zu vertiefen. Titze berichtet, dass es die Ausstellung, wie sie gerade in St. Ingbert gezeigt wird, in zehn identischen Versionen gibt. Damit schaffe man es, etwa alle vier Jahre in jeder größeren Stadt gewesen zu sein, wenn entsprechende Vermittlungsanfragen der Parlamentarier kommen. (skm/sle)
Die Ausstellung ist zu den üblichen Öffnungszeiten des Rathauses bis zum 18. September im Kuppelsaal zu sehen.